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04/05 2004

Henninger Turm 2004

Text & Fotos: Cyclist



30.04.2004 - Anreise

Man merkt, dass die Radsportsaison wieder begonnen hat; wer mich an einem Wochenende erreichen will, sollte mal einen Blick auf den Radsportkalender werfen; dann weiss er , wo ich mich mal wieder herumtreibe. Ich glaube, ich sollte meiner Family mal so ein Teil zukommen lassen, sie verliert schon den Überblick ob meiner vielen Aktivitäten....

 

Nun stand also der Henniger Turm auf dem Programm. Ausgerüstet mit allem, was man für so ein Rennwochenende benötigt (Kamera, Laptop, Regenklamotten etc.), machte ich mich auf den Weg von Berlin nach Frankfurt. Glücklicherweise hatte ich noch ein Surf 'n Rail Ticket ergattern können, allerdings bedeutete dies auch frühes Aufstehen und schon gegen Mittag  hatte ich mein Ziel Frankfurt erreicht. Im Hotel neben mir hatten sich die Fahrer von Vlaanderen einquartiert, ich fühlte mich also gleich richtig heimisch... Ich hatte noch viel Zeit bis zum Abend, genug um mal die Lage zu checken.  Ich war zwar vor zwei Jahren schon mal hier gewesen, aber zwei Jahre sind doch eine soooo lange Zeit.... Start und Ziel befanden sich noch immer am gleichen Ort und aufgrund der drückenden Schwüle, die ich schon während meines Studiums in Darmstadt so gehasst habe, war ich gleich triefend nass und musste mir vor dem Abend noch eine angenehme Dusche genehmigen, bei der ich gleich mein Hotelzimmer unter Wasser setzte. Was für ein Einstand!



Topfahrergespräch



Topfahrergespräch - eine deutsch-italienische Angelegenheit
© Cyclingimages

Für den Abend hatte ich das Glück, eine Einladung zum Topfahrergespräch erhalten zu haben. Daher machte ich mich auf den Weg zum Holiday Inn, wo die ganze Aktion stattfinden sollte. Der erste, der mir dort über den Weg lief, war Dennis Kraft, der - eloquent wie immer - mir einiges zu berichten hatte...  Er erzählte mir voller Freude, wie klasse er es in seinem neuen Team finden würde, dass er eigentlich schon seit Niedersachsen etwas rennmüde sei (wenn dann solche Ergebnisse herausspringen sollte er öfters Rennen bestreiten, wenn er eigentlich keine Lust dazu hat). Am Aufzug sprach mich ein junges Mädchen an, die ich – ohne sie jemals vorher getroffen zu haben – als LinaM erkannte. Ihr erging es anscheinend ähnlich. Cycling4fans is everywhere....

 

Da die Zeit knapp wurde, begab ich mich zu Pressekonferenz. Etwas enttäuschend war aus meiner Sicht, dass nur Fahrer deutscher Teams eingeladen waren. Gut, Davide Rebellin, Danilo Hondo, Erik Zabel und Matthias Kessler waren sicher keine schlechte Wahl, etwas mehr Vielfalt (z.B. mit Robbie McEwen oder Mirko Celestino) hätte ich mir trotzdem gewünscht.

 

Was nehmen wir mit aus der Pressekonferenz? Der Veranstalter hat bei Petrus Sonnenschein gebucht, Erik Zabel kündigt eine offizielle Presseerklärung mit allen Informationen zur Teamtaktik für das morgige Rennen an, Danilo Hondo wurde von Telekom nicht als Gefangener gehalten und Davide Rebellin ist auch nicht der Pressesprecher von Fabian Wegmann. Nach der Pressekonferenz stolperte ich fast über Andreas Klöden, der gerade versuchte seine kleine Tochter zu beruhigen, die herzzerreißend heulte, weil Papa im Hotel bleiben musste.

 



B & B wie Bonomi & Bennati



Gute Laune bei Bennati
© Cyclingimages

Eigentlich wollte ich mich nun wieder auf den Rückweg begeben, aber Mädels, nun mal ehrlich: wer kann schon wiederstehen, wenn Giosuè Bonomi im Kreise seiner Saeco-Kollegen den lauen Sommerabend draußen vorm Hotel verbringt??? Ich zumindest war ganz und gar unfähig dazu und sorgte zudem noch unfreiwillig ich für beste Laune bei Giosuè, der sich köstlich über meine vergeblichen Versuche meinem Blitzgerät, welches den freien Fall bei Lüttich-Bastogne-Lüttich nicht ganz schadlos überstanden hatte, einen Blitz zu entlocken, amüsierte. Aber auch Giosuès Versuche meinen Blitz zu reparieren waren nicht erfolgreicher, so dass ich dann auf den kamerainternen Blitz ausweichen musste. Die Folge war, dass ich nun einen neuen italienischen "Freund" habe...

 

Ja, wer denkt, ich hätte nun ohne weiteren Aufenthalt den Hotelbereich verlassen können, der irrt. Denn an der Auffahrt traf ich auf meinen Lieblingsgrimassenschneider Daniele Bennati, der sich anscheinend noch an mich erinnern konnte, obwohl unser letztes Treffen schon weit über ein Jahr zurücklag. Stolz verkündete er mir, dass er mittlerweile auch Deutsch sprechen könne (er fährt inzwischen für Phonak), und zwar genau ein Wort: "Okay". Darauf erntete er Lacher sowohl von mir als auch von seinen Phonakkollegen, die zusammen mit Daniele einfach nur gute Laune versprühten. Gottseidank bekam ich jetzt einen Anruf von Azzurra, die sich mit mir treffen wollte, denn ansonsten hätte ich mich sicher bei Daniele und den Phonakjungs festgequatscht, die waren nämlich alle sehr zu Gesprächen und Jokes aufgelegt.... So verließ ich meine "Freunde" von Phonak und holte Azzurra und Rakta am Bahnhof ab.

 



C4F-Treffen

Gemeinsam überlegten wir, ob überhaupt jemand zu dem geplanten C4F Treffen gekommen wäre oder ob den Selberfahrern in der Ballsporthalle schon die ganzen Nudeln zu den Ohren rauskämen. Intelligenterweise hatte sich aber keine von uns den Treffpunkt, sprich Kneipennamen und Adresse notiert. Ich wusste nur noch, irgendwo in der Nähe der Rennstrecke. Sehr "zielorientiert" liefen wir los, doch an irgendeiner Strassenecke machte es bei mir "Klick" und ich erkannte die Sachsenhausener Kneipe, in der wir schon vor zwei Jahren mit Michelin-Männchen & Co. gesessen hatten. Trotz unserer Verspätung – es war mittlerweile schon nach 21.00 Uhr – trafen wir dort noch auf Kevin mit Freund, Moritz und Christopher. Wir gesellten uns natürlich zu ihnen und ich staune jedes Mal über das Fassungsvermögens eines Kevin Kempfs. Als wesentliche Rennvorbereitung ist so ein Kneipenbesuch unerlässlich, ich finde das könnte man zu einer regelmäßigen Einrichtung machen...



01.05.2004 - Renntag

Gestern schwüler Sonnenschein, heute weckte mich ein wohlbekanntes, aber von mir nicht geliebtes Geräusch: tropf, tropf, tropf... Oh nein, bitte nicht! Mein Blick aus dem Fenster  bestätigte meine Befürchtung: Es goss in Strömen. Ein Tag zum Fernsehen, Spiele spielen oder Homepage bearbeiten, aber definitiv nicht zum "live"-Radrennen gucken. Aber was sollte ich tun? Mich unter der Decke verkriechen..? Wenig Aussicht auf Besserung, außerdem hatte ich mich bereits mit Lina (ohne M!) und Azzurra vor dem Pressezentrum verabredet. Half alles nichts, ich musste raus!



Ich liebe Regenrennen!



Ein Zebra im Regen: Alexander Kolobnev
© Cyclingimages

Pünktlich war ich am Treffpunkt und schon klatschnass. Und dieses Mal gab es kein Hasi wie letztes Jahr in Erfurt, der sich um die regentriefende Cyclist sorgte... Immerhin fungierte Azzurra an der Einschreibung zeitweise als Schirmhalterin für Lina und mich, so dass wir vielleicht ein klein bisschen weniger Regen abbekamen. Aber die Betonung liegt auf klein... Das Wetter brachte das Konzept der Organisatoren durcheinander: "Domina Vacanze, Barloworld bitte zur Einschreibung". Doch die Teams dachten gar nicht dran, an denen ihnen zugewiesenen Termin zu erscheinen. Viel zu früh und v.a. viel zu nass (speziell für die Italiener...). Natürlich herrschte nachher ein irres Gedränge, auch die Zeit zum Start war knapp. Immerhin erzählte mir Dennis noch von seiner "Liebe" zu Regenrennen und auch Daniele Bennati und Alexander Kolobnev waren ziemlich mitteilungsbedürftig... Und Daniele grinst sogar bei Regenwetter immer noch wie ein Honigkuchenpferd... Wie grinst eigentlich ein Honigkuchenpferd? In dem Trubel hatte ich natürlich Lina und Azzurra verloren, Azzurra blieb auch unauffindbar, aber Lina konnte ich wieder lokalisieren und gemeinsam entzogen wir uns den Regen und schauten das Rennen auf einer großen Leinwand an. Zwischendurch traf ich die Präsidentin des Bund Deutscher Radfahrer, Franziska Schenk, auf der Damentoilette, die mich nach den Erfolgsaussichten meiner Trocknungsversuche meiner Kleidung erkundigte. Zugegeben besonders erfolgreich war ich nicht.

 

Im Laufe des Nachmittag philosophierten Lina und ich mal wieder über unser Wunschpodium, ich träumte von Bonomi, Bennati und Giunti und Lina hatte ausnahmsweise gegen meine Traumkombination nichts einzuwenden, was nicht allzu häufig vorkommt.. Bekanntlich wurde mein Wunsch nicht erfüllt, aber Kroonje jubelt immer so schön, der war ein mehr als würdiger Ersatz.

 



Bierdoping bei Saeco




Nach dem Zieleinlauf traf ich an einem der zahlreichen Henninger  Bierstände auf meinen "Freund" Bonomi, der sich - frisch geduscht - zusammen mit Commesso und Bucciero ein (oder mehrere) Henninger genehmigte... Steht Bier eigentlich auf der Dopingliste? Dann bitte keinen der Saecos kontrollieren....

 

Kurz vor unsere Abfahrt trafen wir dann auch noch auf Friedrich und Findus, die uns stolz erzählten, dass die Cycling4Fans Selberfahrer in der Firmenwertung den zweiten Platz belegt haben! Wow, wir sind stolz auf euch Jungs! Irgendwie trafen wir dann wieder auf Bonomi, der sich abfahrtbereit im Auto sitzend anscheinend tierisch darüber beäumelte mich schon wieder zu sehen und natürlich der Anwesenheit zweier Blondinen ganz und gar nicht abgeneigt war.... Nachdem wir Friedrich mit seiner Frage, wer das denn sei, etwas zappeln gelassen haben (man sollte eben doch ab und zu im Praktiker lesen....) musste er sein neu gewonnes Wissen natürlich an Findus weitergeben... "Findus, hättest du Giosué Bonomi erkannt?"

 



Ergebnis

1  KROON, Karsten (Rabobank)                 

2  HONDO, Danilo (Gerolsteiner)                  

3  COENEN, Johan (Mr. Bookmakers) 



Fazit

Glaube keinem Veranstalter, der behauptet Sonnenschein gebucht zu haben.
Italiener, v.a. wenn sie Bonomi und Bennati heißen, sind echt witzige Kerlchens.
Wenn es einen Oscar für die schönste Jubelarie gäbe, dann würde ihn Kroon gewinnen!

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