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14/05 2004

Nass um den Henninger Turm

von Kevin 'OG' Kempf



Der heiligen Tradition folgend, sie beinahe für die heilige Prophezeihung haltend, habe ich, mit einem Freund im Gepäck, zum achten Mal in Folge die Reise nach Frankfurt angetreten, um dort dem legendären und im nächsten Jahr dem Kontinental Cup angehörenden Rennen Rund um den Henninger Turm beizuwohnen.

 

So, nachdem ich diesen völlig zugeschachtelten Einleitungssatz jetzt abgesondert und somit die jüngeren Leser und Proleten vermutlich vergrault habe, kann ich ja richtig loslegen.

 

Man, war das kacke dieses Jahr! Am Abend hätte ich einen afrikanischen Kleinstaat eine Woche lang mit meiner durchnässten Kleidung am Leben halten können. Mein Körper metamorphisierte meine Lungen gerade zu Kiemen, als das Rennen Gott sei dank zu Ende war. Aber ich denke ich beginne doch lieber chronologisch – ein bißchen zumindest.

 

Zeiten ändern sich, Wohnorte auch. Deswegen war dieses Jahr die Anreise auch etwas schwieriger. Ich kam aus Rotterdam nach Wolfsburg, um direkt am nächsten Tag das 500km zählende Wochenkonto auf 900 Kilometer zu erhöhen. Mein Freund hatte es zwar nicht ganz so weit, aber vor seiner Wilhelmshaven - Wolfsburg - Frankfurt Leistung von geschätzten 700 Kilometern an einem Tag, habe ich fast noch mehr Respekt. Zumal er direkt einen Tag später die gleiche Geschichte wieder rückgängig machen musste.

 

Um uns von der Eintönigkeit der deutschen Autobahnen, der kilometerlangen Asphaltwüste, den an der Windschutzscheibe abprallenden tödlichen Abgasen und dem sich ständig wiederholendem Musikabfall auf allen Radiokanälen abzulenken, spielten wir bei Salzgitter gleich mal eine gute Stunde Automikado. Der nette Herr Radiomoderator ließ zu unserer Entheiterung folgende Worte seinem Teufelsschlund entweichen:

Wenn sie jetzt gerade von der Arbeit nach Hause fahren wollen, lassen sie es am besten bleiben! Stau auf der A…..

 

Dann folgte ein fünfminütiger Schlüssel aus As, Bs und Zahlen zwischen 2 und 147. Die Blitzerwarnungen am Ende der Staumeldungen erschienen uns, wie auch die auf uns niederlachenden Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder, wie der nackte Arsch des blanken Hohns.

 

Das geplante Usertreffen in Michelin-Männchens Lieblingsäpplerkneipe - die Liebe beruht meines Wissens seit zwei Jahren übrigens nicht mehr auf Gegenseitigkeit - hakte ich geistig schon zu diesem Zeitpunkt, nach nichtmal 100 gefahrenen Kilometern, ab.

 

Die Wettervorhersage, diese falsche Schlange, sah eigentlich ganz ordentlich aus. Kurze Schauer und Regenwahrscheinlichkeit zwischen 20 und 30 Prozent hieß es an diesem Freitag noch. Zur Sicherheit haben wir uns trotzdem eine Jacke mitgenommen … ich erinnere hier an die Einleitung und den Satz mit dem afrikanischen Kleinstaat.

 

Nach dem Stau in Salzgitter kamen wir aber doch ganz ordentlich durch, und liebe Kinder, bitte schließt eure Augen bis Onkel ogkempf diesen Satz fertig hat, ich bin in einem Rutsch bis nach Frankfurt durchgefahren, weil die Hoffnung auf das Usertreffen noch nicht vollends erloschen war.

 

Selbst an Kirchheim fuhren wir aufenthaltslos vorbei. Eine völlig innovative Neuheit unserer Reisegestaltung, denn dieses anbetungswürdige Mekka für Fast-Food-Fetischisten habe ich bisher noch nie rechts liegen lassen. Wo sonst findet man an der Autobahn McD****** und Burger K*** in einem Abstand von unter einem Steinwurf? Auf welchem anderen Autobahnstandort vereinigen sich so schöne Jugenderinnerungen von zum Beispiel Klassenfahrten, bei denen man mit Burger K*** Pappkronen aus dem anrainernden McD****** Etablissement vertrieben wurde?

 

Und das alles gaben wir für die Hoffnung auf, das Usertreffen in Frankfurt schmücken zu dürfen.

 

Glücklicherweise waren wir auch von weiterem Autobahnparken ausgenommen und wir kamen recht gut durch, so dass wir um 20:30 Uhr an unserem Campingplatz in Frankfurt ankamen. Nur die Tatsache, dass wir keine Frauen an Bord hatten, ermöglichte uns eine Anreise ohne jegliches Verfahren! Hiermit danke ich deswegen allen Frauen, die nicht bei uns im Auto saßen.

 

 

Das gerade bei Plus erstandene Dreipersonenzelt bauten wir, nochmal Dank an alle eben erwähnten Frauen, in weniger als zwanzig Minuten auf, wobei wir nacheinander sogar noch auf Klo gingen.

 

Also verständigten wir glgnfz und chreezer, mit denen wir den ganzen Tag schon telefonisch in Kontakt standen, dass wir doch zum Treffen kommen würden.

 





Der schiefe Turm von Frankfurt

An der Rezeption des Campingplatzes hatten wir einen sehr interessanten Dialog mit der Eignerin, deren Herkunft ich am Dialekt nich ganz erschließen konnte:

 

Wie kommen wir am besten nach Sachsenhausen?“

„Mit der S-Bahn!“

„Wir wollen aber mit dem Auto fahren!“

„Nö“

„Öh, ja doch!“

„Nö, da steigts hier ein und am Albert-Schweizer-Platz direkt wieder aus!“

„Ist das in der Nähe vom Henninger Turm?“

„Wollt ihr zum Henninger Turm?“

„……..JA!“

„Nö, dann fahrts doch mitm Auto!“

……..

 

Nochmal herzlichen Dank, liebe Frauen……..

 

Als wir dann die Äpplerkneipe fanden und betraten, fanden wir kein Usertreffen. Also rief ich glgnfz an, der mit chreezer schon da sein wollte. Von hässlichen Plumpsgeräuschen begleitet erzählte er mir, dass außer ihm und chreezer niemand da sei und chreezer direkt neben der Tür säße.

 

Und innerhalb von weniger als 10 Sekunden hatten wir ein Usertreffen, wenn auch ein sehr Kleines.

 

Glgnfz kam einige Zeit später und beschenkte uns reich mit A-Team-Ansichtskarten, die er auf dem Klo gefunden hatte. Da chreezer mir auch noch das Band vom Pfeil von Brabant (was für ein Reim!!! Da könnte ich fast ein Gedicht draus machen …) überreichte, kamen mir innerlich Tränen der Freude und es fühlte sich ein wenig an wie Flandern-Rundfahrt und Roubaix an einem Tag!

 

Dieses Gefühl verschwand allerdings schnell wieder, das Tageserfolgsgeheimnis wurde jäh zerstört: FRAUEN!!!

 





Da geht was! Raktajino und chreezer im schummrigen Licht der Liebe



17900 Beiträge im Forum....

Cyclist, Azzurra und Herzchen Raktajino trafen ein. Sie kamen später, weil sie kein Interview mit Rebellin hatten oder so, ich habe meine Ohren zur Schonung sofort ausgeklinkt als ich weiblichen Redeschwall befürchtete.

 

Während ich herausfand, dass weibliche Redeschwälle bei Radsportfans anscheinend eher selten sind, wurde Moritz und mir auch bewusst, warum wir im Forum die meisten Postings haben. Denn völlig geschlechtsunspezifisch hielten wir die Fahnen der Konversation hoch, während sich die Damen, vermutlich in Ehrfurcht erstarrt… gegenseitig anschwiegen.

 

Diesem Prinzip folgend müssten wir meinem Kumpel, falls er sich je bei c4f anmeldet, ein Startguthaben von etwas mehr Postings als Cyclist geben.

 



Nachdem wir aufgegessen hatten, gingen wir erstmal zu McD******, schließlich musste das Kirchheim Trauma überwunden werden.

 

A propos Redeschwall … ich schreibe jetzt schon auf Seite drei, obwohl der Renntag nichtmal angebrochen ist … da hilft nur eines, kürzen!

 

 

Also gingen wir friedlich in unser Zelt und schliefen solange es der Wecker uns erlaubte. Das war zumindest der Plan. Hätte der Wecker diesen Plan auch sicher nicht durchkreuzt, so hatten doch die Vögel der Umgebung grundliegend andere Ideen über meine Morgengestaltung.

 

Vier Vögel einer mir unbekannten Sorte (Art? Rasse?! Wie heißt sowas bei Vögeln?) vor dem Zelt und drei derselben Gattung (…) hinter ihm führten ab sechs Uhr ein prächtiges Gesangkrächzen auf. Es schien fast eine Art Kommunikation zu sein, die vom einen zum nächsten Vogel im Kreis rumgegeben wurde…bis ich um 6:30 aufstand – und sogar noch etwas länger!

 

Da ich keinen Autoschlüssel hatte und deshalb keine Körperhygiene treiben konnte, baute ich, während mein Kumpel noch friedlich vor sich hinschlummerte, langsam im leicht nieselnden Regen das Zelt ab. So konnten wir um 7:30, gewaschen, geklot und zeltabgebauthabend die Reise zum Henninger antreten.

 

Dort kamen wir deswegen auch viel zu früh an…zum ersten Mal in meiner Henninger Geschichte, da ich meist mit mindestens einem Schlafkopf oder unglaublich ätzenden Zugverbindungen angereist war.

 



Als wir dem gleichen Parkplatz, den wir schon am Vorabend für die Kneipe gebrauchten, wieder unser Wolfsburger Autobauerprodukt anvertrauten, ahnten wir schon Übles für den Resttag. Der Nieselregen hatte sich schon in richtigen Regen verwandelt. Am Himmel war das blau hinter den Wolken genauso gut versteckt wie die grünen Polizisten unter den Dächern der Bushaltestellen. Ich habe die Fotos leider nich nicht gesehen, aber von diesem Foto verspreche ich mir doch Einiges….

 




Grüne Zuckerwatte



Aus meiner beliebten Reihe „Gespräche mit Frauen“, habe ich ein neues Exemplar. Folgender Gesprächsauszug entstand während wir uns, noch lange vor dem Rennen, an einem Gerolsteiner Stand unterstellten und uns ein äußerst attraktives Gerolsteiner Model grinsend ansprach/flirtete.

 

Wollt ihr vielleicht noch bei dem Gewinnspiel mitmachen? Ihr könnt eine Probefahrt in einem *piiieeep* gewinnen!“

 

„Ich mach nich mit, ich bezweifel, dass die mir den Wagen bis nach Rotterdam liefern!“

 

*gucktaufdasprospekt*

 

„Doch, das gilt für ganz Deutschland!“

 

Vermutlich war sie die heimliche Geliebte von Andi Möller. Budapest oder Rotterdam, Hauptsache doof!

 

Aber hübsch…also Knacki…wenn du das hier liest, melde ich an und schick mir eine PN, ich gebe dir dann meine Telefonnummer…und dann ein bißchen „Geografieunterricht“!

 




ogkempf wendet beim BUND gelernte Motivationskünste bei Danilo Hondo an....



 

 

Vor dem Start der U23 hatte ich mehrere Ziele. Hoffi und Sibi finden hatte höchste Priorität. Die 212 von Hoffi hatte ich sogar auswendig gelernt, die Nummer von Sibi hatte ich, der Regen hatte ein wenig zu stark auf meine Schädeldecke geklopft, lange und immer wieder vergessen. Ich fand beide nicht. Einer sah zwar aus wie Hoffi, aber die Nummer passte nicht. Bei den Keddies sah ich zwar einen langen, aber der hatte keine blonden Haare…wobei natürlich der Regen die Blondierung……….

 

Auf jeden Fall habe ich niemanden gefunden und nur mein Terziärziel erreichte ich, über Umwege. Ein Autogramm von Thomas Dekker nenne ich mein Eigen. Etwas peinlich, dass ich Marc de Maar in einer Gruppe von Rabofahrern mit „Hoi Thomas“ ansprach und meinen Irrtum erst bemerkte, als der echte Thomas, der dem gleichen Friseur wie Marc auf den Leim gegangen ist … und der auch ähnliche Eltern gehabt haben muss, mit seinem Meistertrikot hinter den anderen hervortrat.

 

Thomas Dekker hat mir dann ein „Thomas Dekker“ auf mein Blatt gemalt um es dann, er versuchte dabei auch professional auszusehen, durch ein wildes Gekrackel wieder etwas unkenntlich zu machen. Sehr interessante Kreation auf jeden Fall. Im Nachhinein konnte ich mir auf jeden Fall einbilden, die ersten Beiden des Rennens, am Morgen des Rennens, für Thomas Dekker gehalten zu haben!

 

Die ersten Profis tauchten zu dem Zeitpunkt auf, als mir zum ersten Mal das Wasser aus dem Ärmel gelaufen ist. Ich war echt froh eine kurze Hose anzuhaben, auch wenn es sicherlich relativ arg beknackt ausgesehen haben wird. Das Wasser aus dem Ärmel machte mir etwas Sorgen, schließlich versteckte ich dort das Megafon, dass ich doch so trocken wie möglich halten wollte. Bei den Profis brachte ich es auf gerademal zwei Autogramme, aber statt Quantität hatte ich es sowieso auf Qualität angelegt.

 

Dennis Kraft hörte mich entweder (trotz Megaphons….) nicht, oder er hatte einfach keine Böcke im Regen anzuhalten, um mir was auf mein nasses Zettelchen zu schreiben. Jan Kuyckx bat mich freundlich schnell zu machen. Außerdem fand er mich anscheinend lustig. Ich weiß nicht woran es lag. Entweder er fand meine Aufforderung per Megafon, dass er sofort stehen bleiben soll lustig, oder er hat sich über meinen fiesen deutschen Akzent lustig gemacht…ich werde es wohl nie erfahren. Auf jeden Fall ist der Junge absolut gut drauf und in meiner Liste der Lieblingsbelgier nochmal deutlich geklettert.

 

 

Beim Amstel hatte ich mir vorgenommen Kessler und Wesemann zu erhaschen. Da die Mistböcke mit ihrem Camper aber auf der falschen Seite des Presseparks standen und ich mich überheblich genug fühlte wie fast alle Anderen durch den abgesperrten Park zu laufen, ging ich leer aus.

 

Da Wesemann weder Ullrich noch Zabel ist, stand er am Henninger völlig unbewacht plötzlich vor mir. Und er trotzdem dem Regen! Ossis sind echt nicht aus Zuckerwatte. Er ließ, völlig gut gelaunt … keine Ahnung wie das ging, er war echt allein mit seiner Stimmung ... einige Fotos von sich machen. Als ich ihn anflehte mir ein Autogramm zu geben, wurde er gerufen.

 

„Ich komme gleich wieder, ich muss mal eben zu meinem Schatz!“ oder so sagte er, als er ca. 20 Meter weiter rollte…zu Olaf Ludwig!!! Ich hoffe mit Schatz meinte er die Frau neben Ludwig, aber man weiß ja nie…die Bundeswehr…die Duschen….man hat schon viel gesehen im Leben!!!

 

Nach dem Gespräch hat er mich natürlich vergessen. Aber wie vom Ete besessen rannte ich ihm hinterher, um ihn gerade noch einzuholen und ihn zu tadeln, dass er mich vergessen hatte. Er entschuldigte sich, gab mir sein Autogramm und beruhigte mein Jammern, indem er mir versicherte, dass Papier auch wieder trocknet!

 




STEFFEN WESEMANN



Wenn die Menschen im Mittelalter meine Jacke gehabt hätten, sie hätten sich den Bau ihrer Wassertürme sparen können. Unser Henninger Zeitung mit den Startnummern aller Rennen und dem Profil wollten wir beim Patentamt anmelden. Als erste feuerfeste Zeitung der Welt!

 

Es waren wirklich keine schönen Bilder. Mein Freund probierte ständig Rennfahrer zu fotografieren, die die Darmstädter zur Einschreibung runterrollten. Dank der enormen Verzögerung seiner Digi Cam erhielten wir witzige Aufnahmen. Aber er freute sich diebisch, als er den Kopf von Erik Zabel am oberen Bildrand festgehalten hatte. Nicht, dass man ihn erkennen könnte, aber er ist drauf. Oft sind es die kleinen Freunden, die das Leben lebenswert machen … beonders wenn die Hose tropft, ohne dass man eingepullert hat!

 

 

Nachdem dann die Profis weg waren, haben wir uns in das Restaurant begeben, das im Vorjahr noch ein Grieche war. Dieses Jahr hieß es „Zum Löffelchen“ und wurde von drei schwulen Kellnern betreut.

 

Mit zwei Getränken und einer warmen Mahlzeit haben wir uns dort dann rund zwei Stunden aufgehalten. Taktisches Trinken und blitzschnelles Wegsehen, wenn einer der Kellner böse zu uns rüberguckte, waren unsere erbarmungslosen Waffen.

 

Da die Kellner sich leider erfolgreich revanchierten und zum Schluß überhaupt nicht mehr guckten, vom Reagieren auf unsere Signale ganz zu schweigen, dauerte das Bezahlen geschlagene fünfzehn Minuten und wir kamen etwas zu spät zum Einlauf der Jedermänner.

 

Aber unsere ersten nassen c4f Helden haben wir dann doch gesehen. Checker habe ich sowieso noch erkannt. Gulaschkanone, die faule Sau, hat es mir besonders leicht gemacht. Nicht nur, dass ich ihn sowieso erkannt hätte, er trug sein c4f Trikot noch recht offensichtlich und – um auch wirklich seine Anfeuerung abzusahnen – schob er sein Rad die Darmstädter hoch, damit er auch ja nicht verpasst werden würde.

 

Checker, die Antiwitzkanone des Vorjahrs (der musste nochmal sein …) gesellte sich schnell zu uns und bibberte uns ein Lied. Welches es war, habe ich nicht erkannt. Auf jedem Fall vererbte ich ihm vorübergehend mein Gewinner Gerolsteiner Trikot mit vier Unterschriften (es lebe das Tippspiel), weil mich sein Lied langweilte. Die technische Ausführung war auch jämmerlich, er sollte zu Hause mehr üben.

 

Und wo wir gerade dabei sind…das Trikot wolltest du mir wieder zurückschicken!!! (gibt es hier Smilies? :inga: )

 

Harzer hat sich auch noch zu uns gesellt und wir haben uns gemeinsam Sorgen um glg „die Bergschnecke“ nzf gemacht.

 

Cayo war vom donnernden Regen offensichtlich schon so angetäubt, dass er erst auf den zwanzigsten Megafon Ruf reagierte. Er stellte sich als „cayo“ vor, ich verstand „Hajo“ und kannte ihn nicht. Bis er mich aufklärte, dass er die andere Hälfte der Tippspielpest ist … jetzt weiß ich wie der Feind aussieht!

 

Irgendwann beschlossen wir zwei inzwischen wieder lecker angefeuchteten Nichtfahrer, uns im Auto umzuziehen und dort eine Pause einzulegen, bis die U23 kommt.

 

Gesägt, getun, getan. Auf dem Weg kam uns dann doch endlich glgnfz entgegen, der kurz anhielt und uns die Hand gibt … weswegen er letztendlich im Ergebnis direkt hinter einem 60 Jährigen gelandet ist. Ein echter Rückschlag in der TdF Vorbereitung!

 

Im Auto warteten wir dann bis zur Ankunft der U23 ab.

 

Vor Freude über die trockene Kleidung an meinem nassen Körper sind mir, so glaube ich mich zu erinnern, einige wohlige Grunzlaute entwichen.

 

Der Effekt der trockenen Kleidung war mit dem Anziehen der vor sich hinsüffenden Winterjacke aber beinahe wieder aufgehoben. Da ich doch ein kleines modisches Gewissen habe, habe ich auch meine tropfenden Schuhe wieder angezogen. Obwohl ich ernsthaft überlegt habe, meine Badelatschen an meine Füße zu lassen … .

 

 

An der Killerkurve stehend, bei der es auch den Einen oder Anderen richtig lecker zerlegt hat, hatte ich dann die Gelegenheit fast jeden Fahrer einzeln anzufeuern. Im Gegensatz zu den Junioren, bei denen die meisten so groß wie litauische Basketballspieler und so stark wie chinesische Gewichtherberinnen aussahen, haben die U23ler eigentlich alle recht normal ausgesehen, fast wie richtige Menschen!

 

Nach dem Rennen der U23 suchten wir uns einen Platz an der flauschigen Videoleinwand, um zum ersten das Rennen der Profis ein wenig zu verfolgen. Um uns herum wahre Radsportexperten, es war die Wonne!

 

Fragen wie „Ist der Danilo Hondo eigentlich Deutscher?“ oder „Kann dieser Hondo eigentlich sprinten“ versüßten mir den verregneten Sonntagnachmittag.

 

Noch süßer war die Polizistin, die 150 Meter vor dem Ziel und direkt neben uns den Übergang über die Straße regelte. Anfangs habe ich von vielversprechenden Fotos geredet…wenn dieses Foto was wird, hänge ich es über mein Bett, direkt neben Alyssa Milano und Jessica Biel!

 




Der grüne Engel der Begierde



Bitter hingegen war mein Megafon, was ab Wassermengen von 5 l/s anscheind nicht mehr funktionstüchtig ist. Es war so stumm wie Azzurra am Abend zuvor in der Kneipe – und das obwohl ich – ganz im Gegensatz zum Vorabend und Azzurra – wie wild von hinten hineinbrüllte, als die Radleristen kamen.

 

Direkt nach dem Zieleinlauf gingen wir auch schnell Richtung Auto. Naja, nicht ganz direkt. Einen Kommentar des Vaters der Familie, die ich eben schon zweimal zitierte, mussten wir uns noch geben.

 

Karsten Kroon wird in Zeitlupe und im Close-Up, mit ausgebreiteten Armen über die Ziellinie fahrend, auf dem Schirm gezeigt. Blitzgescheit reagiert der Vater und teilt seiner Frau auf die Videoleinwand zeigend mit:

 

„Guck mal, der hat gewonnen!“

 

Und mit einem „Gut gesehen…Vollidiot!“ im Kopf machten wir uns auf den Weg, die Darmstädter Landstraße hinunter, in der Gewissheit, nächstes Jahr wieder zu kommen. Denn eines wissen wir. Wenn Ossi Wese im Regen froh sein kann, kann das uns hammerharten Wessis schon gar nichts anhaben. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung – und genau die haben wir angehabt. Aber nächstes Jahr wird alles anders.

 

Wir nehmen uns regenabweisende Kleidung mit und einen Regenschirm. Und wenn das nicht reicht, bauen wir uns ein Iglo, oder so.

 




Nach dem Rennen tranken Danilo und ogkempf auf den zweiten Platz, darum verpasste Hondo leider die Siegerehrung


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