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Helden des Frühjahrs

Nach der wohlverdienten Winterpause melden sich die Helden des Monats zurück. Dieses Mal jedoch mit einer Zusammenfassung der Straßenrennen des Januars und Februars...



Held des Frühjahrs: Alessandro Petacchi



Alessandro Petacchi
(Foto: cyclingimages)

Sehr hart über den Winter gearbeitet hat offensichtlich der Rekordsieger der vergangenen beiden Jahre, Alessandro Petacchi. Anscheinend unzufrieden damit, dass ihn viele für einen reinen Etappensprinter halten, der bei harten Eintagesrennen nichts zu melden hat, entschloss er sich, Gewicht zu verlieren, um vor allem bei Mailand San-Remo und bei der Weltmeisterschaft in Madrid zu brillieren. Dafür opfert er sogar seine Teilnahme bei der Tour de France.

Bis jetzt scheint seine Rechnung aufzugehen: Gleich sein erstes Rennen beim GP Costa degli Etruschi konnte er gewinnen, dann folgten zwei Etappensiege bei der Ruta del Sol und ein Sieg beim Eintagesrennen Trofeo Luis Puig. Bei der darauffolgenden Valencia-Rundfahrt räumte er dann so richtig ab: auf fünf Etappen drei Siege, ein zweiter und ein dritter Platz, und - unterstützt durch die Verkürzung einer Etappe mit Bergankunft - auch die Gesamtwertung. Beeindruckenderweise hält er somit schon bei acht Saisonsiegen, und noch eindrucksvoller ist, dass er in dieser Saison jeden einzelnen Sprint, an dem er beteiligt war, gewonnen hat.



Deutschsprachiger Held: Jens Voigt



Jens Voigt
(Foto: capture-the-peloton)

Während sibirische Kälte weite Teile Europas beherrscht, befindet sich ein Mann unwiderstehlich „on fire“: Es ist niemand anderes als Jens Voigt – „Voigte“, von seinen treusten Anhängern auch „Super-Jens“ genannt, hinterlässt eine Spur der Verwüstung: Etappensieger beim Etoile de Bessèges, Dominator der Mittelmeer-Rundfahrt, Prologsieger bei Paris-Nizza. Allein seine feurige Kampfvisage lässt die Gegner in Ehrfurcht erstarren. Und da lamentiere noch einer über Militär-Spielchen der CSC-Mannschaft... es gilt zu konstatieren, dass wohl dort und nur dort die nötige Aggressivität vermittelt wurde, welche „Voigte“ zum menschlichen Panzer personifizierte. Am Mont Faron konnte ihn jedenfalls keiner schlagen. Er wusste das, hieß es im Nachhinein aus seinem Munde...



Co-Helden:

Robbie McEwen: Wenn Petacchi der Held des Februars ist, so ist Robbie McEwen wohl der Held des Monats Januar. In blendender Form startete er die Saison in seiner Heimat Australien mit zwei Siegen und der Gesamtwertung einer Kriteriumsserie, um sich so gut vorbereitet den Titel des australischen Straßenmeisters zu holen. Dann legte er noch nach und gewann bei der Tour down Under gleich drei Etappen. Und auf dem Weg zurück nach Europa siegte er noch bei der letzten Etappe der Tour de Qatar.

Zurück in Europa scheint ihm eine Erkältung zu schaffen zu machen, so dass er bis jetzt weitgehend anonym geblieben ist. Doch die fünf UCI-Siege bis dato kann ihm niemand mehr nehmen, und aufgrund der Absage Petacchis für die Tour de France wird er wohl auch dort der Top-Sprintfavorit sein!

 

 

Ryan Cox: Einer unserer Co-Helden des Frühjahrs ist ganz locker und einwandfrei Ryan Cox geworden. Bekannt ist er den Älteren unter uns (denn es ist schon mindestens zwei Jahre her) aus seiner Zeit bei Koslars Team Cologne, von wo er zurück in seine südafrikanische Heimat zum aufstrebenden Team Barloworld wechselte.

Was also hat dieser Kerl so Tolles geleistet? Ganz einfach – nicht mehr Sandokan ist der „Tiger der Malayensee“, sondern Cox, der locker vom Hocker eine der beiden ersten ernst zu nehmenden Rundfahrten des Jahres, die „Tour de Langkawi“, für sich entschied!

Schon im Zeitfahren der 4. Etappe musste er sich nur um vier Sekunden Nathan O’Neill geschlagen geben um dann auf DER Etappe der Rundfahrt richtig loszulegen.

Bisher war in dieser Runde nur spannend, welcher der beiden Panaria-Sprinter die Etappe abschießen würde, aber hinauf auf die legendären Genting Highlands flog Cox so schnell, dass nur Bergziege Jose Rujano folgen konnte. Im Zielsprint setzte sich dann Cox durch. Selbstverständlich gewinnt der, der die Schlüsseletappe gewinnt, auch die gesamte Rundfahrt – und so war es in diesem Fall auch.

 



Helden-Team: Davitamon-Lotto



Davitamon auf Tour...
(Foto: Peloton-Pictures)

Heute wagen wir die unscheinbare und garantiert pazifistische Revolution gegen die winterliche Radsport-Weltmacht CSC und küren ganz frech die Belgier von Davitamon-Lotto zum Helden-Team. Warum? Weil unter anderem „der Bolzen“ (Zitat Klaus Angermann) zurück ist: Zwei Etappensiege beim Etoile de Bessèges ließen die alternde „Sprint-Rakete“ (Zitat Klaus Angermann) wieder auferstehen. Vom wem die Rede ist? Tom Steels natürlich, an den speziell Erik Zabel keine guten Erinnerungen hat. Aber schweifen wir nicht ab: Sein Teamkollege Serge Baguet setzte bei der Andalusien-Rundfahrt gleich zwei Markenzeichen in Form von Etappensiegen – von einem Robbie McEwen in erwartet starker Frühform ganz zu Schweigen.

Zur Abrundung noch ein interessantes Zahlen-Faktum: Bei Kuurne-Brüssel-Kuurne landeten fünf(!) Davitamon-Fahrer unter den besten 20, davon drei Top Ten-Platzierungen inklusive des starken dritten Rangs von Bert Roesems. Und sollte jetzt noch ein gewisser Peter van Petegem Lust auf die Hellingen bekommen…



Sonderkategorie: Helden-Duo

Zugegebenermaßen fuhr bei der subtropischen Langkawi-Rundfahrt im fernen Malaysia nicht gerade die „Crème de la Crème“ des internationalen Radsprints mit. Dennoch – was die beiden Panaria-Fahrer Graeme Brown (Australien) und Ruben Bongiorno (Argentinien) auf den Sprintetappen abzogen, glich schon einer mittelschweren Demütigung der Konkurrenz. Beide waren so dermaßen überlegen, dass sie sich aussuchen konnten, wer nun heute Platz 1, und wer Platz 2 belegen sollte. Ob tatsächlich alles haargenau so abgesprochen war, wie es den Anschein hatte, ist den cycling4fans-Dschungel-Korrespondenten bis heute leider unbekannt. Graeme Brown jedenfalls meinte zur Panaria-Taktik, „Ruben bleibt an meinem Rad. Falls mir die Luft ausgeht, gewinnt halt er.“. Das ist ja einfach…



Sonderkategorie: Totgesagte leben länger (Mario Cipollini)



Mario Cipollini
(Foto: cyclingimages)

Nach seinen eher mäßigen Jahren 2003 und 2004 gab es bereits einige Stimmen, die sein Engagement bei Liquigas-Bianchi als Publicitygag abtun wollten. Mit seinem Sieg im fernen Qatar gegen Tom Boonen und v.a. dem Sieg gegen Alessandro Petacchi beim Giro della Provinzia di Lucca nur wenige Kilometer von seiner Haustür entfernt, überraschte Mario Cipollini seine Kritiker und zeigte wieder die Krallen des Re Leone (König der Löwen)! Totgesagte leben eben länger!



Anti-Helden: Schnee & Eis

Wenn es um das Thema „wie mache ich mich richtig unbeliebt“ ging, spielte good old Petrus in diesem Frühjahr ganz vorne mit. Anstatt Schnee, Regen, Eis und Kälte brav in die Zeit zwischen Anfang November und Ende Januar zu legen, bröselte der alte Stinker seine Schneeflöckchen und Regenschauer pünktlich zum Start der Radsport-Saison vom Himmel. Und das nicht nur rund ums kalte Deutschland, sondern auch dort, wo es im Februar eigentlich schon wärmer sein sollte… Die Folge: Durchgefrorene Fahrer, vereiste Fans. Petrus, so kann das nicht weitergehen!!



 

 

Das Held des Monats Februar-Team bestand aus: Sven, Glgnfz, Cyclist, Bugno und abcpflaster


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