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11/04 2005

Helden des Monats März



Held zur Zeit: Bobby Julich



© velo-photos.com
Bobby Julich: Held zur Zeit


Mit eindrucksvollen Siegen bei den bedeutenden Rundfahrten Paris-Nizza und Critérium International ist Bobby Julich auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Nach zwei glück- und sieglosen Jahren beim Team Telekom deutete der Tourdritte von 1998 bereits 2004, in seinem ersten Jahr beim Team CSC an, dass er seine Klasse noch nicht verloren hat. Nun hat er den endgültigen Beweis angetreten. Bei Paris-Nizza überzeugte er mit Ausgeglichenheit und Beständigkeit. Während sich andere Fahrer auf den Siegerpodesten der Tageswertungen sonnten, die gewonnene Zeit im Classement aber bei anderer Gelegenheit wieder verloren, war Julich jeden Tag bei der Musik und verlor nie viel Zeit auf die Führenden. Daher reichte ihm ein solider 10. Platz am Mont Faron, um die Führung in der Gesamtwertung zu übernehmen, die er bis zum Ende des Rennens nicht mehr abgab.

Zwei Wochen später beim Critérium International wurde er guter Dritter bei der Bergetappe nach Monthermé. Mit einem eindrucksvollen Sieg im Zeitfahren machte Julich den Gesamtsieg perfekt. Mit diesen drei Siegen ist Julich unser Held zur Zeit.



Co-Helden:

Alessandro Petacchi, unser Held des Frühjahrs, konnte dort fortsetzen, wo er aufgehört hat: Mit Siegen. Doch zunächst gab es erste Niederlagen für den erfolgsverwöhnten Italiener: Am Montag vor Tirreno-Adriatico wurde er beim Giro di Lucca von Cipollini geschlagen, dann zeigte ihm Oscar Freire in den harten Bergaufsprints von Tirreno-Adriatico seine Grenzen auf. Nichtsdestotrotz konnte er die drei flacheren Etappen dieser Rundfahrt gewinnen und Zweiter in der Gesamtwertung hinter Freire werden. Damit war er am folgenden Samstag für Mailand-San Remo nicht der Topfavorit, wieder wurde gezweifelt, ob er eine lange Distanz durchstehen könne. Doch er bewieß, dass er sich dieses Jahr weiterentwickelt hat: Er ging wie ein Jet lange vor dem Ziel los, und mit unglaublichem Abstand gewann er seinen ersten großen Klassiker, Mailand - San Remo. Damit schob er sich auch an die Spitze der Pro-Tour-Wertung. Trotzdem machte er wie geplant nach Mailand - San Remo eine Pause, um dann seine Form im Hinblick auf den Giro wieder aufzubauen. Mit 12 Siegen ist er nach wie vor der erfolgreichste Fahrer dieser Saison.

 

Stijn Devolder gehört zu der bärenstarken Frühjahrs-Fraktion, die sich Lance Armstrong zusätzlich zu seinem GT-Team zusammengebastelt hat: Hincapie, Hoste, Ekimov, Hammond oder Devolder - all diese Männer sind für Siege auf Klassiker-Terrain gut. Aus diesem Quintett stach Devolder im vergangenen Monat besonders heraus und gewann die "Drei Tage von De Panne", bekanntermaßen Generalprobe für die 'Ronde'.

 

Franco Pellizotti gilt schon seit Jahren als eines der größten italienischen Klettertalente. In 2005, so scheint es, gelingt "Pellizottel", wie er liebevoll aufgrund seiner zotteligen Lockenfrisur genannt wird, der endgültige Durchbruch: Konstant bei Paris-Nizza, überraschend bei Mailand-San Remo und abgezockt bei der Settimana Ciclista Internazionale. Pellizotti scheint sich zu mehr als nur einem "dark horse" für den Giro d'Italia zu mausern.



Deutschsprachiger Held: David Kopp



© cycling4fans
David Kopp: Locker, lässig, leistungsstark

Was war das für ein Monat! David Kopp, der Neuzugang bei Wiesenhof, der dieses Team als Sprungbrett für seinen Einstieg in die Welt der "Großen" nutzen möchte, gewinnt gleich zu Beginn die erste Etappe der südafrikanischen Rundfahrt Giro de Capo. Mitte des Monats wird er bei Köln-Schuld-Frechen Zweiter hinter Robert Retschke, mit dem er sich 15km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe absetzte. Nur eine Woche später belegt David den vierten Platz beim flämischen E3-Preis. Mitten unter den Boonens, Kliers und Van Petegems dieser Welt fühlt er sich wie zuhause. Und dass er dort auch tatsächlich irgendwann zuhause sein will, ist vor allem für ihn selbst unbestritten.

Zu seinem ganz großen Schlag holt David zwei Tage später bei Rund um Köln aus: Erst fährt er in einer dreiköpfigen Spitzengruppe vorneweg, um dann bei deren Zusammenschluss mit den Verfolgern erneut zu attackieren und das Ziel nach zehn Solokilometern allein zu erreichen.

Chapeau! Und bei so vielen freudigen Emotionen während des Zieleinlaufs kommt man nicht umhin, ihm den deutschsprachigen Pokal des Monats zu überreichen. Diesen Märzenbecher hat er sich redlich verdient!



Helden-Team: T-Mobile-Gedächtnisteam

Geschasst wurden sie alle irgendwie, freiwillig gingen die wenigsten und doch sollten sich die Verantwortlichen von T-Mobile ernsthaft die Frage stellen, warum Fahrer wie Bobby Julich, Jörg Jaksche, David Kopp, Stefan Schumacher, Michael Blaudzun oder Cadel Evans trotz unzähliger Versuche kein Bein auf den magentafarbenen Fußboden gebracht haben. War es die jahrelange Konzentration auf die Top-Stars Ullrich und Zabel, war es fehlendes Einfühlungsvermögen seitens der sportlichen Leitung oder waren es gar sonstige überirdische Kräfte, ja eine Art undefinierbarer negativer Schwingungen, die die Leistungsfähigkeit im Zaume hielten? Man weiß es nicht... Fest steht jedoch, dass unser Gedächtnisteam eines der erfolgreichsten Teams des Jahres 2005 ist - inoffiziell. Offiziell rennt das T-Mobile-Vertragsteam einem Saisonsieg verzweifelt hinterher...



Neu-Held: Marcus Burghardt



© foto-grafik-satz.de
Burgi "in action"

... weil er uns nicht nur fleißig im Forum darüber informiert, wie's denn zur Zeit bei ihm läuft, sondern weil er als Neo bei T-Mobile in fast jedes belgisch-französische Frühjahrsrennen gejagt wird, dabei so gut wie jedes Mal das Ziel erreicht und auch stets im Bilde ist - nomen est omen: Keine TV-Übertragung vergeht, ohne dass MtC eine Attacke reitet oder die Spitze des Pelotons bildet. Chapeau, Marcus und mach uns weiter soviel Freude!



Sonderkategorie: Secret Service

Streng geheim, denn es weiß fast keiner: Trixi Worrack gewann die "Primavera Rosa", das weibliche Pendant zum maskulinen Mailand-San Remo. Cipressa, Poggio - alles mit dabei. Print und Programm ists egal: Frauenradsport gehört nun einmal nicht zu den Medialvaloren. Bedauerlich für die Mädels, die ihren Sport nicht minder professionell ausüben. Daher: Bitte weiterflüstern!



Sonderkategorie: Vom Mini zum Maxi – Rabobanks pubertierende Supertypen



© peloton-pictures.com
Als sie noch in die Windeln machten: Die Mini-Rabos anno 2003.

Sie waren ja früher, zu U23-Zeiten, so süß. Am liebsten hätte man sie mit ein paar Förmchen und einer Schaufel in den nächstbesten Sandkasten gesetzt. Leider waren „die Kleinen“ schon damals alles andere als klein: die Mini-Rabos. So ziemlich überall gefürchtet, wo sie hinkamen. Einige von ihnen wagten es sogar, außerhalb der U23-Rennen den „Großen“ in die Suppe zu spucken und den einen oder anderen Sieg bei einem Profi-Rennen einzufahren.

Mittlerweile im Profi-Geschäft angekommen, machen Thomas Dekker, Joost Posthuma, Theo Eltink und Pieter Weening gnadenlos da weiter, wo sie aufgehört haben. Allein die Critérium International-Bilanz von Thomas Dekker liest sich nur mit Tränen in den Augen wenn man bedenkt, dass er Jahrgang 1984 ist: 1. Etappe noch „unter ferner liefen“, 2. Etappe gewonnen, beim Einzelzeitfahren der vierte Platz. In der Gesamtwertung reichte es für Rang zwei, und wer hätte es gedacht, die „Young Rider“-Wertung sackte er auch noch ein. Joost Posthuma zeigte sich bescheidener und gewann „nur“ eine Etappe bei Paris-Nizza, seine Kollegen glänzten durch gute Platzierungen. So schnell kann´s gehen: eben noch Pubertät, jetzt schon Podium!



"Silberner Ludo": Uli Jansch macht „BOIK!“

Dass Uli Jansch ab und zu seine ganz eigene Sprache hat, ist für den geneigten EuroSport-Zuschauer nichts neues. Wir haben schon zahlreiche Jan Klier, Andreas Kessler und „Peter Wenink“ fahren sehen, und auch diverse Teams haben schon Namen bekommen, die eher an klingonische Kriegsherren erinnerten als denn an Radsport.

In dieser Saison hat unser Vollblut-Franzose Janschi nun einen neuen sprachlichen Höhepunkt abgeliefert: „BOIK Telecom“. Kling nach Rülpser und Janschi spricht es auch irgendwie so aus. Wir wollen ihm hier aber keine Verdauungsschwäche vorwerfen, vielmehr scheint es ein Problem mit dem Französischen zu sein. Also, Janschi, ab und zu ein paar Liter Vin Rouge intravenös – die Kollegen von ARD und ZDF können Dir da sicherlich was empfehlen – und schon klappt´s auch mit dem „Bouygues Telecom“!



 

Das Held zur Zeit-Team setzte sich im Monat März aus folgenden Schreiberlingen zusammen: abcpflaster, Bugno, hasending, Raktajino und Sven


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