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05/05 2005

Der Favoriten-Check

von Gines



    

Damiano Cunego (Italien)  
Der Titelverteidiger stürzte im vergangenen Jahr als Kronprinz seinen Teamkollegen Gilberto Simoni vom Giro-Thron. Nahezu unbezwingbar in den Bergen dominierte er den Giro 2004 nach Belieben. Auch in diesem Jahr scheint sein Formaufbau in die richtige Richtung zu gehen, wie er bei der Tour de Romandie bewies. Top-Favorit!    
    

Ivan Basso (Italien)  
Nach vielen Jahren der Giro-Abstinenz versucht sich Ivan Basso in diesem Jahr am Double Giro/Tour. Falls er die Form der vergangenen Tour de France erreichen kann, wird sich Cunego warm anziehen müssen. Basso war im Vorjahr stets in der Lage, am Berg das Hinterrad des überragenden Armstrong zu halten. Im Zeitfahren zwar stärker als Cunego, jedoch bleibt abzuwarten, wie aussagekräftig seine unregelmäßigen Ergebnisse im Vorfeld sind.   
    

Gilberto Simoni (Italien) 
Falls alles glatt läuft, wird der in die Jahre gekommene Gilberto Simoni kaum eine Gefahr für seinen jungen Teamkollegen darstellen können. Gleichwohl aber wird er keinesfalls klein beigeben – die Helferrolle ist nicht die seine… Der Giro ist lang und beschwerlich, so dass es durchaus denkbar ist, dass „Gibo“ im Herbst seiner Karriere noch mal einen zweiten Frühling erlebt und in eine packende Schlacht mit oder gegen Cunego zu ziehen imstande ist.   
    

Vladimir Karpets (Russland) 
Die körperlichen Voraussetzungen hat der junge Russe vom Illes Balears-Team wie kaum ein zweiter seines Jahrgangs. Sollte er in Top-Form antreten, könnte er seine Stärken im Zeitfahren sowie die Konstanz am Berg in eine herausragende Einzelplatzierung transformieren. Allerdings bleibt abzuwarten, ob Karpets in den steilen Rampen der Dolomiten ähnlich gut zu recht kommt wie in den gleichmäßigeren Anstiegen der Tour de France.   
    

Stefano Garzelli (Italien) 
Bärenstark oder unter ferner liefen: Beim Giro-Sieger von 2000 kann man nie so ganz sicher sein, welche Form er nun wirklich hat. Grandiose Etappen und Einbrüche alternieren beim kletterstarken Glatzkopf in unregelmäßigen Abständen. Dennoch ist er immer für eine Überraschung gut und falls er schnell seinen Tritt findet, könnte auch er weit vorne landen.   
    

Serhiy Honchar (Ukraine) 
Als Vorjahreszweiter ist Serhiy/Sergej/Sergey/Sergeiy Honchar/Gontchar/Gonchar/Gontschar automatisch zum erweiterten Kreis der Favoriten zu zählen. Im letzten Jahr überraschte er mit neu entdeckten Stärken am Berg. Dafür allerdings zählt er nicht mehr zu den gefürchteten Zeitfahrern seiner Generation. Dennoch ein Zwiespalt mit Erfolgsaussichten.   
    

Paolo Savoldelli (Italien) 
Nach verkorksten Jahren als Bruchpilot bei T-Mobile geht der Giro-Sieger von 2002 bei Armstrongs Discovery-Team mit neuem Elan und wieder erstarkt ins Rennen. Ob er am Berg Fahrer wie Cunego und Basso halten kann, gilt zwar als unwahrscheinlich, jedoch ist er immer für einen Parforceritt gut, welcher ihm wertvolle Minuten bringt. Man erinnere an seine grandiose Leistung beim Giro 99, als er auf dem Weg nach Borgo San Dalmazzo einen damals überragenden Marco Pantani um zwei Minuten distanzierte und in der Abfahrt vom Fauniera einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellte.   
    

Haimar Zubeldia (Spanien) 
Zubeldia galt viele Jahre als potentieller Nachfolger von Miguel Indurain. In jungen Jahren überzeugte er sowohl im Zeitfahren, als auch am Berg insbesondere beim „Dauphiné Libéré“. Bei den großen Rundfahrten allerdings dauerte sein Durchbruch bis zur Tour 2003, bei der er im Konzert der ganz Großen wie Armstrong und Ullrich mitspielte. Er erreichte damals Rang fünf am Ende in Paris, läuft aber seitdem seiner Form hinterher. Vom Potential her über jeden Zweifel erhaben und ein möglicher GT-Sieger. Ob er es allerdings beim Giro abrufen kann, darf ein wenig bezweifelt werden.  
    

Leonardo Bertagnolli (Italien) 
Leonardo Bertagnolli war jahrelang treuer Helfer und Weggefährte von Gilberto Simoni. Mit seinem Wechsel zum französischen Cofidis-Rennstall bekleidet er nun zum ersten Male eine Kapitänsrolle in einer großen Rundfahrt. Die Ergebnisse der letzten Wochen waren nicht überragend, dafür aber konstant auf hohem Niveau. Ein Außenseiter-Tipp.   
   


 

Die Fotos der Fahrer entstammen mit einer Ausnahme folgender Seiten: cyclingimages und velo-photos.

Das Bild von Vladimir Karpets wurde von radsportfan aufgenommen.


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