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02/07 2005

Liquigas - Bianchi (LIQ)

von Christine



Der Name Liquigas als Sponsor eines Radsportteams ist vielen Radsportfans bekannt. Obwohl Liquigas-Pata Ende 2000 aufgelöst worden war, zog sich Liquigas nie ganz aus dem Radsport zurück, sondern war als Sponsor der italienischen Nationalmannschaft und des Giro d’Italia weiter präsent. So überraschte es auch nicht, dass das Unternehmen unter Leitung von Paolo Del Lago 2005 wieder ins Teamssponsoring einstieg. Liquigas-Bianchi war diese Saison jedoch nicht nur wegen des Rücktritts Mario Cipollinis in den Schlagzeilen, sondern v.a. wegen der Erfolge von erfahrenen Fahrern wie Danilo Di Luca (Führender in der Protourwertung) oder Franco Pellizotti, aber auch die Neos wie Daniele Colli oder Enrico Gasparotti (italienischer Meister) wussten zu überzeugen.

 

Nach einem erfolgreichen Giro d’Italia (Sieger der Teamwertung und 4. Platz durch Danilo Di Luca) will das Team nun auch bei der Tour de France für positive Schlagzeilen sorgen. Mit neun Fahrern aus fünf Nationen schickt Liquigas-Bianchi eine internationale Truppe um die vier Kapitäne Stefano Garzelli, Dario David Cioni, Franco Pellizotti und Magnus Bäckstedt nach Frankreich.

 



Fahrer, Form & Erfolge



Stefano Garzelli
© Cyclingimages



Dario Cioni
© Cyclingimages

Für Stefano Garzelli sollte eigentlich der Giro d’Italia sein Saisonhöhepunkt sein. Als ehemaliger Sieger der Italienrundfahrt wollte er beim Kampf um den Gesamtsieg ein Wörtchen mitreden, aber nach einem Sturz musste er das Rennen vorzeitig beenden. In Folge dessen wurde sein Rennprogramm umgestellt und die Tour de France als neues Ziel definiert. Auch wenn die Teamleitung ihn als einen Kandidaten für die Gesamtwertung bezeichnet, sieht Garzelli das selbst etwas anders, nicht zuletzt weil er im Gegensatz zu anderen Fahrern sein Training nicht komplett auf die Tour de France ausgerichtet hatte. Er hofft daher auf Tageserfolg(e) v.a. in den letzten 8-9 Tagen, wo er wettbewerbsfähig sein will, wie er sagt.

http://www.garzelli.com

 



Dario David Cioni ist ein weiteres heißes Eisen im Feuer, von dem die Teamleitung hofft, dass er eine gute Platzierung in der Gesamtwertung erreichen kann. Der Giro-Vierte des vergangenen Jahres hat jedoch den kompletten Giro d’Italia in den Beinen, aber er war von Anfang an für die Tour de France vorgesehen, hat sich dementsprechend darauf vorbereitet. Er hat die Zeit zwischen den beiden Grand Tours in erster Linie dazu genutzt um an seiner Sitzposition beim Zeitfahren zu arbeiten; das war jedoch bei den italienischen Meisterschaften (noch) nicht von Erfolg gekrönt. Er verlor seinen italienischen Meistertitel im Zeitfahren und hofft nun umsomehr auf eine gute Tour de France.

http://www.dariocioni.it

 





Der grosse Schwede: Magnus Bäckstedt
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Zottelkopf Franco Pellizotti
© Cyclingimages

Nach seinem Sieg bei Paris-Roubaix 2004 konnte Magnus Bäckstedt den Sieg 2005 nicht wiederholen und ist immer noch auf der Suche nach seinem ersten Erfolg in dieser Saison. Nach Abschluss der Frühjahrsklassiker hat er damit begonnen sich gezielt auf die Tour de France vorzubereiten, bei der er 1998 bereits einmal eine Etappe gewinnen konnte. Beim Mannschaftszeitfahren in Eindhoven hatte er nach eigener Aussage bereits ein gutes Gefühl. Wollen wir hoffen, dass dieses Gefühl in Leistung bei der Tour de France umschlägt.

www.magnusbackstedt.com

 



Franco Pellizotti ist mit einem Etappensieg bei der Settimana Internazionale di Coppi & Bartali erfolgreich in die Saison gestartet und hofft zu dieser Leistung bei der Tour de France zurückzufinden. Er soll v.a. in den Bergen versuchen eine Etappe für sich zu entscheiden. Für ihn selbst wäre ein Etappensieg schon ein großer Erfolg, eine gute Platzierung in der Gesamtwertung wäre das i-Tüpfelchen.

http://www.francopellizotti.it

 



Luciano Pagliarini, der Brasilianer aus Treviso (Italien), stand diese Saison bisher etwas im Schatten der anderen Sprinter seines Teams. Anfangs wurde noch für Mario Cipollini gefahren, dann liefen ihm auch noch die beiden Neos Daniele Colli und Enrico Gasparotti etwas den Rang ab. Dabei hatte er letzte Saison noch in Diensten vom Lampre mit drei Siegen gezeigt, dass auch mit ihm bei Massensprint zu rechnen ist. Da für die Liquigas-Neos die Tour de France dieses Jahr noch zu früh käme, bekommt der Brasilianer nun seine Chance als der Kandidat für Massensankünfte bei der Tour, es liegt an ihm sie zu nutzen.

http://www.lucianopagliarini.com/

 




Sprint-Hoffnung: Lucaiano Pagliarini
© Cyclingimages



Schweizer Hoffnung: Michael Albasini
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Nach seiner „Lehre“ bei Phonak musste sich Michael Albasini zur Überraschung vieler nach einem neuen Team umsehen, da sein Vertrag nicht erneuert wurde. In seinen zwei Jahren bei dem einzigen Schweizer Topteam erreichte der U-23-Europameister von 2002 u.a. einen dritten Platz bei der Aragon-Rundfahrt 2003 und einen vierten Platz bei dem Weltcuprennen Züri-Metzgete 2004. Der Schweizer kam bei dem neu gegründeten Team Liquigas-Bianchi unter und die Italiener sind so mit ihm zufrieden, dass sein Vertrag bereits kurz vor der Tour de France um zwei Jahre verlängert wurde. Bei der Tour de Suisse gewann er unlängst die 5. Etappe, sicherte sich zudem noch die Sprintwertung und zeigte somit, dass das Vertrauen in seine Person gerechtfertigt ist.

http://www.michaelalbasini.ch

 





Mit 30 zur Tour: Mauro Gerosa
© Capture-the-Peloton

Zur Helferfraktion gehört der Italiener Mauro Gerosa, der im Alter von 30 Jahren seine erste Tour de France bestreiten wird. Seit er im Jahr 2000 Profi wurde konnte der Mann aus Oggiono keine Siege einfahren (typische Helferpalmares!), aber er hat es auf mehrere Teilnahmen beim wichtigsten Rennen Italiens, dem Giro d'Italia, gebracht.





Finnen-Import Kjell Carlström
© Velo-Photos



Wikinger Marcus Ljungqvist
© Cyclingimages

Der Skandinanvier Kjell Carlström gewann 2004 noch in Diensten von Amore e Vita überraschend die Rundfahrt Uniqa-Klassik in Österreich, bei der er auch 2005 nach seinem Wechsel in die Protour wieder eine Etappe für sich entscheiden konnte. Der finnische Meister darf sich darüber hinaus noch über seine erste Tour de France Teilnahme freuen. Mehr als eine Helferrolle wird für ihn dort aber nicht herausspringen, aber vielleicht bekommt er auch einmal die Chance in einer Fluchtgruppe.

 



Der ehemalige schwedische Meister Marcus Ljungqvist hatte seine bisher erfolgreichste Saison mit vier Siegen 2002 (u.a. Luxemburg-Rundfahrt) in Diensten von Fakta. Nach Auflösung der dänischen Mannschaft hielt es ihn bei keinem Team lange und so wechselte er jedes Jahr die Mannschaft bis er 2005 bei Liquigas Bianchi landete. In dieser Saison bestreitet er in Kürze seine erste Tour de France, in der ihm - ähnlich wie seinem Wikingerkollegen Carlström- aber nicht mehr als eine Helferrolle zugedacht sein wird.

http://www.marcusljungqvist.com

 



Ausblick

Als italienisches Team stand für Liquigas-Bianchi v.a. der Giro d'Italia im Fokus des Interesses. Den Erfolg bei der Italienrundfahrt wird man bei der Tour de France kaum erreichen können. Wenn alles optimal läuft sind jedoch Etappenerfolge und in der Gesamtwertung Top 20, vielleicht auch Top 15 möglich.



Aufgebot

Fahrer

Stefano Garzelli (Ita)

Dario David Cioni (Ita)

Franco Pellizotti (Ita)

Magnus Backstedt (Swe)

Luciano Pagliarini (Bra)

Michael Albasini (Sui)

Kjell Carlstrom (Fin)

Mauro Gerosa (Ita)

Marcus Ljungqvist. (Swe)

 

Sportliche Leiter

Dario Mariuzzo

Roberto Damiani

 



Sponsoren & Ausrüster

Hauptsponsor: Liquigas (Energieversorger)

Co-Sponsor: Bianchi (Rahmen)

Ausrüster: 

Campagnolo (Komponenten)
Vittoria (Reifen)
Nalini (Kleidung)
LAS Helmets (Helme)

 

mehr Informationen findet ihr auf der mehrsprachigen Website von Liquigas-Bianchi


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