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Dopingprävention - was ist das?

Was ist unter Dopingprävention zu verstehen? Die Definitionen sind nicht eindeutig und die praktischen Umsetzungen weisen erhebliche Unterschiede in den Maßnahmen auf. Ist schon die Aufklärung über verbotene Medikamente Prävention? Oder die Warnung vor gesundheitlichen Gefahren? Oder sind das nur Teilaspekte eines wesentlich komplexeren Themas?

 

Prof. Dr. Gerhard Treutlein fasst die verschiedenen Ansätze zusammen:

>>> Dopingprävention in Deutschland - ein stark unterentwickeltes Pflänzchen









Dopingprävention in Sportverbänden, Beispiele der Umsetzung, Quelle: Treutlein, 10.2009



Doping-Hotlines



Dossier Reform Antidoping: Prävention



C4F-Vorstellung Präventionsprojekte

Prävention: BDR-Projekt "GATE"
Zentrum für Dopingprävention
Prävention: Deutsche Sportjugend dsj
Prävention: Radsport Team Lübeck
Antidoping: Cleanrace
Prävention: Neusser Modell
Thüringer Antidoping Beratungsstelle
Prävention: FC Rheinland-Pfalz
Antidoping: Initiativen innerhalb des SV NRW


C4F-Interviews mit Präventions-/ Antidopingfachleuten

Prof. Dr. Dr. Perikles Simon
Peter Lautenbach (dsj)
Prof. Dr. Holger Gabriel
Dr. Sascha Severin
Dr. Achim Schmidt
Gert Hillringhaus
2018 Interview Prof. Gerhard Treutlein
2008 Prof. Dr. Gerhard Treutlein
Ralf Meutgens


Präventionsprojekte / Antidoping-Initiativen

International
Deutschland
Projekte Frankreich
Projekte Großbritannien
Projekte Italien
Projekte Schweiz
Projekte USA
WADA


die Geburt der WADA



Prävention: Warum, Wie, Wer?

Die Wellen schlagen hoch. Im Zuge der Diskussion um die Dopingproblematik im Profiradsport bzw. im gesamten Hochleistungssport stand in Deutschland das Pro und Kontra um ein Antidopinggesetz lange im Mittelpunkt. Dabei geht es vor allem darum, das kriminelle Netz von Produktion, Handel und Verabreichung zu verfolgen, aber letztlich konzentrierte sich die Auseinandersetzung häufig auf die Frage, sollen die überführten Sportler/innen strafrechtlich belangt werden oder genügen die vorhandenen sportrechtlichen Sanktionen?

Dabei gibt es viele Hinweise darauf, dass harte Strafen das Problem nicht lösen können. Der dopende Sportler, auch wenn er getrieben ist von persönlichem Ehrgeiz, hat eine Entwicklung hin zum Dopen durchlaufen, die sozial angelegt ist und häufig mit freier Entscheidung nicht mehr viel zu tun hat.

 

Wer es ernst meint mit der Absicht, das Dopingproblem langfristig reduzieren zu wollen, wird nicht umhin kommen, sich mit der Prävention zu beschäftigen. Doping im Hochleistungssport muss Thema sein, aber mehr noch der Beginn im Jugendalter

(s.a. Doping bei Freizeit- und Amateursportlern). Ein schwieriges, hochkomplexes Thema, dem mit Haurucklösungen und populistischen Aktionismen nicht gedient ist.

 

Es gibt bereits vielversprechende Ansätze zur Dopingprävention. Einige werden hier vorgestellt.

 

siehe ergänzend hierzu auch

Ethik-Codes im Radsport, Verbände und Teams





Sportpsychologe Moritz Anderten, 9.11.2015:

 

Anderten: Erst einmal ist in der Jugend immer Prävention das Stichwort. Dabei müssen Trainer und Verbände immer dabei sein, das Bild eines fairen und sauberen Sportes zu etablieren. Außerdem ist es wichtig, über die gesundheitlichen Risiken zu informieren, die Doping mit sich bringt.

 

Es geht aber auch darum, eine Akzeptanz dafür zu entwickeln, dass es eigene körperliche und psychische Grenzen gibt. Wenn ein Athlet an diese Grenzen stößt, dann ist es wichtig zu schauen, auf welche erlaubte Weise er seine Leistung doch noch steigern kann. Das kann beispielsweise die Ernährung sein, die Trainingsstruktur oder eben auch psychologische Beratung und Coaching. Man muss den Fokus darauf legen in den Vergleich mit sich selbst zu gehen und nicht mit anderen. Das heißt zu schauen, wie kann ich besser werden, als ich es noch letzten Monat war und nicht besser als mein Gegner. Das kann motivierend wirken und weckt die Kreativität, sein Leistungsmaximum herauszuholen. Wichtig dabei: körperlich und psychisch gesund bleiben – denn ohne Gesundheit sind Spitzenleistungen nicht möglich!





Es war einmal - Beschlüsse der deutschen Sportministerkonferenz 1992:

4. Die Sportministerkonferenz sieht die Notwendigkeit, die Bemühungen der Sportselbstverwaltung zur Bekämpfung des Dopings auch auf Länderebene zu unterstützen. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Ministerien, Landessportbünden, Landesfachverbänden, Vereinen und Schulen zu. Präventive Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund.

Die Sportminister der Länder betonen ihre Bereitschaft, Aktivitäten dieser Institutionen zu unterstützen. Sie erachten die folgenden Maßnahmen als besonders wichtig:

- Sicherstellung einer verantwortungsvollen und qualifizierten sowie regelmäßig stattfindenden sportmedizinischen Betreuung und Beratung der jugendlichen Leistungssportler

- Vertiefende Seminare und Fortbildungsveranstaltungen der Landesfachverbände zum Kampf gegen das Doping

- Verankerung verbindlicher Themen zur Dopingproblematik im Rahmen

der Qualifikation zum Sportmediziner sowie in deren Fortbildung

- Veranstaltung von Aufklärungsmaßnahmen durch die Gesundheitsämter im Rahmen des Auftrags nach der dritten Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens

- Einbeziehung von Fragen der Bekämpfung des Arzneimittelmißbrauchs und des Dopings in Maßnahmen der Länder zur Gesundheitserziehung und Suchtbekämpfung

- Einbeziehung der Dopingproblematik in die Aus- und Fortbildung der Lehrer

- Aufklärungsarbeit in der Schule durch Thematisierung des Fairneßgedankens, insbesondere der Dopingproblematik auch in Verbindung mit außersportlichen Themenbereichen.

- Die Sportminister werden Fördermittel für diejenigen Verbände sperren, die Verstöße gegen die Dopingregeln mitzuverantworten haben.

Beschlüsse/Empfehlungen zum Doping der Sportministerkonferenzen 1977 - 2015



WADA Code 2015

ARTICLE 18 EDUCATION

18.1 Basic Principle and Primary Goal.

The basic principle for information and education programs for doping-free sport is to preserve the spirit of sport, as described in the Introduction to the Code, from being undermined by doping. The primary goal of such programs is prevention. The objective shall be to prevent the intentional or

unintentional Use by Athletes of Prohibited Substances and Prohibited Methods.

 

Information programs should focus on providing basic information to Athletes as described in Article 18.2. Education programs should focus on prevention. Prevention programs should be values-based and directed towards Athletes and Athlete Support Personnel with a particular focus on young people through implementation in school curricula.

 

All Signatories shall within their means and scope of responsibility and in cooperation with each other, plan, implement, evaluate and monitor information, education, and prevention programs for doping-free sport.

 

18.2 Programs and Activities.

These programs shall provide Athletes and other Persons with updated and accurate information on at least the following issues:

- Substances and methods on the Prohibited List

- Anti-doping rule violations

- Consequences of doping, including sanctions, health and social consequences

- Doping Control procedures

- Athletes' and Athlete Support Personnel’s rights and responsibilities

- TUEs

- Managing the risks of nutritional supplements

- Harm of doping to the spirit of sport

- Applicable whereabouts requirements

The programs shall promote the spirit of sport in order to establish an environment that is strongly conducive to doping-free sport and will have a positive and long-term influence on the choices made by Athletes and other Persons.

 

Prevention programs shall be primarily directed at young people, appropriate to their stage of development, in school and sports clubs, parents, adult athletes, sport officials, coaches, medical personnel and the media. Athlete Support Personnel shall educate and counsel Athletes regarding antidoping policies and rules adopted pursuant to the Code.

 

All Signatories shall promote and support active participation by Athletes and Athlete Support Personnel in education programs for doping-free sport. Comment to Article 18.2: Anti-doping informational and educational programs should not be limited to National- or International-Level Athletes but should include all Persons, including youth, who participate in sport under the authority of any Signatory, government or other sports organization accepting the Code. (See definition of Athlete.) These programs should also include Athlete Support Personnel. These principles are consistent with the UNESCO Convention with respect to education and training.]

 

18.3 Professional Codes of Conduct.

All Signatories shall cooperate with each other and governments to encourage relevant, competent professional associations and institutions to develop and implement appropriate Codes of Conduct, good practice and ethics related to sport practice regarding anti-doping, as well as sanctions, which are consistent with the Code.

 

18.4 Coordination and Cooperation.

WADA shall act as a central clearinghouse for informational and educational resources and/or programs developed by WADA or Anti-Doping Organizations. All Signatories and Athletes and other Persons shall cooperate with each other and governments to coordinate their efforts in anti-doping information and education in order to share experience and ensure the effectiveness of these programs in preventing doping in sport.


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