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U23 - Mock List 2007, Plätze 19 - 10



Platz 19: Alexander Gottfried



Alexander Gottfried
© Mani Wollner

Alexander Gottfried

Deutschland

05.07.1985

 

Der deutsche Bergfloh (pulex collis germanica) ist eine seit Jahrzehnten vom Aussterben bedrohte Rasse. Zurzeit versucht Matthias Russ bei den Gerolsteinern, diese Art am Leben zu halten. Der Kampf ist hart, die nennenswerten Ergebnisse sind gering. Aber es ist gut möglich - vielleicht sogar wahrscheinlich - dass Russ bald einen Artgenossen im Profipeloton begrüßen darf: Alexander Gottfried.

 

Bereits seit den Junioren ist Gottfried zumindest national klasse. 2003 wurde er Zweiter der Bundesliga. International fuhr er eher zweitklassig über die Landstraßen der Welt. Bei der WM im Hamilton wurde er 65. und in der Weltrangliste sah es nicht viel besser aus.

2004 wechselte der Nettetaler in die U23 zu den Hofbräu Radlern. Dort fuhr er ein Jahr zusammen mit dem bereits erwähnten Matthias Russ. Gottfried wurde in der Bundesliga mit dem zehnten Platz auf Anhieb Bester seines Teams. Das GS3 Team Sparkasse nahm diese Leistung zum Anlass den 1,68 m großen Mann unter Vertrag zu nehmen.

 

Und in der folgenden Saison konnte er auch seinen internationalen Durchbruch feiern. Bereits früh kletterte er in der Cinturon Ciclista a Mallorca (2.2) auf Platz neun, den Mayor Cup (1.2) beendete er auf Platz zwei. Der ganz große Hammer gelang Gottfried bei der Vorbereitung zur WM bei der Tour de l'Avenir (2.1). Dort gewann er die siebte Etappe aus einer Ausreißergruppe heraus. Bei der WM selbst war er lange Zeit in einer großen Ausreißergruppe vertreten. Im Finale spielte er keine Rolle. In der Bundesliga hingegen konnte der 'Sparkassist' sich erneut hervorragend in Szene setzen; das Auftaktrennen in Queidersbach entschied er für sich, als Vierter verfehlte er letztendlich das Podium in der Endwertung nur knapp.

 

Für 2006 waren die Erwartungen groß - aber der Erfolg blieb klein. Gottfried startete bereits im Februar in der Volta a Cuba (2.2) in die Saison. Er konnte dort auf einer Etappe den vierten Platz sichern, aber letztendlich musste er später feststellen, dass dieser frühe Start in die Saison sein Jahr kaputt machte. Er wurde auch von Krankheiten geplagt, so dass als weitere nennenswerte Ergebnisse nur der fünfte Platz bei Rund um den Sachsenring (1.2) und der elfte Platz in der Bundesliga zu nennen sind.

 

Dieses Jahr ging Alexander Gottfried in seine letzte U23-Saison. Und auch wenn ein großer Sieg wie 2005 noch ausgeblieben ist, ist dies doch die bisher stärkste Saison des jungen Mannes. Dies kommt vor allem durch seine Aneinanderreihung von herausragenden Ergebnissen in der neu geschaffenen National Cup Wertung; einer Rennserie bei der die besten U23-Fahrer der Welt gegeneinander antreten. Beim GP du Portugal Ende März gehörte er nicht nur zu den aktivsten, sondern auch zu den stärksten Fahrern. In der Gesamtwertung wurde er Sechster, was aber nur bedingt zeigt, wie stark er in jenen Tagen wirklich kletterte! Beim Giro delle Regioni einen Monat später gewann er die Auftaktetappe. Die Königsetappe beendete er mit minimalem Rückstand auf Platz sechs und in der Gesamtwertung wurde er mit vier Sekunden Rückstand Vierter. Bei der heimischen Thüringen–Rundfahrt verlor er unterwegs zuviel Zeit, so konnte der zehnte Platz auf der schwersten – aber für Gottfried wohl noch zu leichten – Etappe nicht für einen besseren als den 16. Platz sorgen konnte.

Diese Ergebnisse zeigen, dass er sich am Berg vor keinem Fahrer in seiner Altersklasse verstecken muss.

 

nominated by ogkempf, presented by ogkempf



Platz 18: Simon Spilak



Simon Spilak
© Mani Wollner

Simon Spilak

Slowenien

23.06.1986

 

Kristjan Fajt, Jure Zrimsek (Platz 20 2004), Janez Brajkovic (Platz acht 2004), Tomasz Nose (Platz zwei 2004), Miha Svab (Platz elf 2005 und Platz 23 2006), immer wieder brachten die Slowenen absolute Top U23-Fahrer hervor, die es in schöner Regelmäßigkeit auch in die Mock List schafften. Bis auf Brajkovic sind alle diese Fahrer inzwischen in slowenischen Continental Teams fast völlig von der Bildfläche verschwunden.

 

Mit drei der genannten Fahrer, nämlich Nose, Svab und Zrimsek, fährt Simon Spilak zur Zeit im drittklassigen Adria Mobil Team.

Spilak, der bereits ein absoluter Topstar bei den Junioren war (ein dritter Platz bei der WM in Verona 2004 und die Weltranglistenplätze neun im Jahr 2003 und zwei im Jahr 2004 seien als kurzer Beweis hierfür angeführt), startete auch in seiner ersten U23-Saison mit einem spektakulären Ergebnis durch: Bei der Weltmeisterschaft im Zeitfahren in Madrid belegte er - sensationell wäre wohl nicht vermessen - den dritten Platz. Spilak hatte bis dahin eine eher unauffällige Saison hinter sich und das Zeitfahren galt nie als seine ausgesprochene Stärke.

 

Auch in seiner zweiten Saison gab es wenig Zählbares zu bewundern. Das was zählte, erzählte allerdings, dass der Slowene nach seinem Übergang zu den 'größeren Jungs' noch lange nicht alles verlernt hatte. Bei der Trophy Porec (1.2) gewann der Allrounder sein erstes Profirennen, bei der Weltmeisterschaft im Zeitfahren in Salzburg bestätigte er das Vorjahresergebnis durch einen achten Platz.

 

Dieses Jahr folgte dann endlich der logische Schritt vorwärts, mitten in die U23-Weltspitze. Spilak zeigte vor allem das, was von einem anständigen Slowenen mit einem Fahrrad erwartet wird: Klettergene. Bei der La Côte Picarde, einem Eintagesrennen im Rahmen des Nation Cups, versenkte er die Konkurrenz auf hügeligem Terrain. Er beendete das Rennen als Solosieger. Auf der mittelschweren dritten Etappe des Giro del Trentino (2.1) beendete er den Sprint einer großen Gruppe auf Platz acht. Da bei diesem Rennen einige Giro-Fahrer ihre Form testeten, zeigt das Ergebnis, dass Spilak mit guten Profis in guter Form gut mithalten kann.

Dass er nicht nur mittelschweres Terrain verdaut, konnte er dann endlich bei der Slowenien–Rundfahrt (2.1) zeigen. Auf der entscheidenden Hochgebirgsetappe der Tour kletterte der Slowene hinter Nibali und Nose, aber vor Noe auf Platz drei. In der Gesamtwertung dieser extrem schweren Rundfahrt wurde er Vierter, obwohl er Helferdienste für den Kapitän und Gesamtsieger Tomasz Nose leisten musste.

Da der Formaufbau zur WM stimmt - Nose beendete die Tour de Tour de l'Avenir auf einem vierten Gesamtrang - wird auch in Stuttgart mit Simon Spilak zu rechnen sein. Höchstwahrscheinlich wird sich der 21Jährige am Doppel probieren. Im Straßenrennen muss er sich die Kapitänsrolle aber vermutlich mit Grega Bole teilen. Sorgen bereitete bei der Avenir noch das Zeitfahren. Dort wurde er nur magerer Sechzehnter, entweder die Zeitfahrform stimmte dort noch nicht, oder er hat die im U23-Bereich erlernten Zeitfahrkünste zu Gunsten der dieses Jahr wiedererlangten Kletterstärken abtrainiert. Die Zukunft wird hier wohl Näheres erzählen - vielleicht schon in Stuttgart.

 

Direkt nach der Tour l'Avenir bot Lampre Simon Spilak einen Profivertrag an. Nächstes Jahr trägt er also blau mit rosa Ärmeln. Und wie der Zufall es will ist rosa–blau auf den pazifischen Trobriand Inseln als Farbe der Hoffnung bekannt. Hoffnung, dass es Spilak bei den Profis besser gehen wird als vielen seiner eingangs erwähnten Landsmänner.

 

nominated by Quälekom, wagenge, presented by ogkempf



Platz 17: Jakob Fuglsang

Jakob Fuglsang

Dänemark

22.03.1985

 

Mit den Stichworten "Mountainbike" und "Dänemark" assoziiert man wohl in erster Linie Michael Rasmussen. Dass die Dänen auch weitere starke Fahrer haben, die nicht nur auf dem Mountainbike, sondern auch auf der Straße von sich Reden machen, belegt Jakob Diemer Fuglsang, ein guter Freund des 'Hühnchens' und amtierender U23-Weltmeister auf dem MTB. Der 22jährige Fuglsang ist ein Kosmopolit. Geboren am 22.3.1985 in Genf in der Schweiz, dänischer Staatsangehöriger, wohnhaft im italienischen Cuasso al Piano. Er selbst beschreibt sich trotz seiner relativ ausgeprägten Größe von 1,80 m und einem Gewicht von fast 70 kg als Bergfahrer mit guter Ausdauer und Technik, aber eingeschränktem taktischen Verständnis. Er mag Pinguine, sieht am liebsten Actionfilme und Komödien, isst für sein Leben gern Pizza mit Parmaschinken und Rucola und nennt sein Fahrrad schlicht und einfach "Biken". Neben dem Radsport widmet er sich in seiner Freizeit gerne dem Internet und - wie es sich für einen Mann gehört - den Autos. Andere sehen in ihm einen bescheidenen und sympathischen Sportler mit einer großen Zukunft, was vor allem auf seinen "fanatischen" Trainingsehrgeiz zurückzuführen ist.

 

Bereits im Jahr 2003 feierte Fuglsang mit dem Meistertitel auf dem Mountainbike bei den Junioren seinen ersten großen Erfolg, belegte zudem bei der Europameisterschaft in Graz den 2. Platz. Der Midtjysk Mountainbike Klub wurde auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn für die Saison 2004, wo er das in ihn gesetzte Vertrauen gleich mit der Silber-Medaille bei den nationalen Meisterschaften der Mountainbiker - diesmal in der Eliteklasse - rechtfertigte.

 

Aber auch das blieb nur eine Durchgangsstation, schon ein Jahr später verschlug es ihn zum niederländischen Team Heijdens-Ten Tusscher. Erneut wurde er dänischer Vizemeister hinter Peter Riis Andersen, gewann dazu aber ebenfalls Silber bei der EM in Kluisbergen hinter dem Niederländer van Houts und sicherte sich außerdem einen Weltcup-Sieg in der Espoirs-Klasse. 2005 war aber auch das Jahr, in dem er erstmals auf der Straße auf sich aufmerksam machen konnte. Für die Nationalmannschaft durfte er an der Dänemark–Rundfahrt (2.HC) teilnehmen und belegte bei den 'Basso-Festspielen' auf Anhieb einen starken siebten Platz bei der schweren Ankunft am Kiddesvej in Vejle. Dabei musste er sich nur Basso, Sutherland, Aldape, Arvesen, Nardello und Voigt geschlagen geben, konnte sich aber u.a. gegen Kohl, Kolobnev und Lagutin behaupten. Nicht von ungefähr bezeichnet er die Passage des Kiddesvej als das Härteste, was ihm in seiner Karriere als Radsportler widerfahren ist. In der Gesamtwertung verhinderte nur ein unnötiger Zeitverlust von 1,5 Minuten auf Etappe eins einen Platz in den Top Ten.

 

Folgerichtig dauerte es nicht lange, bis sich eines der dänischen Teams die Dienste des begabten Fuglsang sicherte. Nicht GLS, nicht CSC, das Team Designa Kokken sollte seine Heimat auf der Straße für die nächsten Jahre werden, parallel fährt er außerdem für das Mountainbike-Team Cannondale-Vredestein. Doch das Jahr 2006 sollte nicht nur Höhen für ihn bereithalten: Zwar gewann er erstmals den dänischen Meistertitel auf dem Mountainbike, belegte der WM in Rotorua in der U23-Klasse Platz fünf und sicherte sich zudem noch den Sieg bei einem Straßenrennen in Aarhus, doch verpasste er nach einem Sturz die Mountainbike-EM sowie zahlreiche Weltcuprennen. Aber auch das hinderte ihn nicht daran, wie schon ein Jahr zuvor wieder bei der Dänemark-Rundfahrt (2.HC) zu glänzen. Erneut legte er am Kiddesvej in Vejle als 17. die Grundlage, um sich über ein starkes Zeitfahren am Ende auf den 13. Platz in der Gesamtwertung vorzukämpfen, nur knapp hinter dem Australier Cadel Evans, der noch kurz zuvor bei der Tour de France geglänzt hatte.

 

nominated by virtualprofit & Offi; presented by virtualprofit



Platz 16: Guillaume Levarlet



Guillaume Levarlet
© Mani Wollner

Guillaume Levarlet

Frankreich

25.07.1985

 

"Es gibt da einen, der mir sehr imponiert hat" ist bei der Kommentierung eines Radrennens eigentlich ein recht beliebiger Satz, der die Zuschauer nicht unbedingt gespannt aufhorchen lässt. Eigentlich. Doch wenn dieser Satz von einem gewissen Raymond Poulidor stammt, der sich vor mehr als vierzig Jahren als 'ewiger Zweiter' der Tour de France in die französischen Herzen gefahren hat, dann muss doch mehr dahinter stecken. Gemeint war der schlaksige Kletterer Guillaume Levarlet, der sich gerade bei der schweren Polynormande ins Notizbuch sämtlicher französischer ProTour-Teams gefahren hatte.

Aber der Reihe nach: Im Windschatten seines großen Bruders Jérôme begann Guillaume Levarlet schon in jungen Jahren in Beauvais nördlich von Paris mit dem Radsport und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der besten Nachwuchsfahrer in der Picardie. Wie die meisten jungen Radsportler dort vollzog er 2004 seinen Einstieg in die Espoirs-Klasse beim CC Nogent-sur-Oise, der großen Talentschmiede der Region und einem der stärksten U23-Teams Frankreichs.

Während er sich in der Anfangszeit noch anderen Fahrern wie den heutigen Profis William Bonnet, Sébastien Minard oder Saïd Haddou unterordnen musste, bekam er 2005 erstmals Freiheiten bei größeren Rennen. Im Frühjahr zeigte sich Levarlet nach ordentlichen Leistungen in der Heimat erstmals auf internationaler Bühne durch einen respektablen neunten Rang bei der U23-Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Kurze Zeit später wurde er erstmals in die französische Nationalmannschaft berufen und fuhr für diese beim Giro delle Pesche Nettarine gleich einen Top10-Platz heraus.

Im folgenden Jahr steigerte er sich erneut und feierte bei der heimischen Côte Picardie (1.2 U23) seinen ersten UCI-Sieg. Damit sicherte er sich endgültig einen Platz in der Nationalmannschaft und es folgte ein starker 14. Rang beim stark besetzten Giro delle Regioni (2.2 U23). Bei der Tour de l'Avenir (2.1) fuhr er auf den schwersten Etappen immer unter die ersten 20, dennoch ärgerte Levarlet sich, da ohne die 13 Minuten Zeitverlust vom ersten Tag mehr als der 24. Gesamtrang herausspringen hätte können.

Nichtsdestotrotz nahm ihn das Pariser Continental-Team Auber 93 für die Saison 2007 unter seine Fittiche. Zunächst sollte sich die Zusammenarbeit über zwei Jahre erstrecken, doch die Saison, die folgte, war zu gut um der Verlockung eines ProTour-Teams widerstehen zu können. Dabei begann sie eher schleppend, da Levarlet sich mit einer Gürtelrose herumplagen musste. Bis Mitte April blieben die Ergebnisse bescheiden, doch beim schweren Rennen Tro-Bro Léon (1.1), das über die schönsten Sand- und Schotterwege der Bretagne führt, platzierte sich Levarlet als guter Zehnter im Sprint der dreißig 'Überlebenden'. Es folgten 13. Plätze bei der Königsetappe der Vier Tage von Dünkirchen (2.1) und der Trophée des Grimpeurs (1.1) sowie ein 16. Platz bei einer Pyrenäen-Bergankunft bei der Route du Sud (2.1). Diese gute Form nahm er mit in die zweite Saisonhälfte, die er mit seinem ersten Profisieg bei der hügeligen Tour du Jura Suisse (1.2) begann. Ende Juli unterlag er nur Jérôme Coppel bei den französischen U23-Meisterschaften, als er sich aufgrund seiner passablen Sprintfähigkeiten schon als Sieger fühlte, dann aber einer Attacke Coppels nicht folgen konnte. Eine Woche später folgte sein großer Auftritt bei der Polynormande (1.1), als er zunächst in einer Ausreißergruppe, dann zusammen mit Freddy Bichot und schließlich 25 km solo an der Spitze fuhr und im Finale der aufschließenden Sechsergruppe nur aufgrund eines Defekts nicht mehr folgen konnte. Am Ende wurde er noch Siebter. Nach einem sechsten Platz im Bergsprint bei Paris-Corrèze (2.1) vollbrachte Levarlet ein weiteres Meisterstück, als er bei der Tour de l'Ain (2.1) die Etappe auf den 18 km langen Col du Grand Colombier als Vierter beendete und gestandene Profis wie Leader Beat Zberg hinter sich ließ. Zudem wurde er Gesamtsiebter. Auf der zweiten Etappe der Tour de Limousin (2.1) wurde er nach langer Flucht hinter Pierre Rolland Zweiter. Nach diesem starken August entschloss er sich, erneut die Tour de l'Avenir zu fahren. Er erwischte am dritten Tag den richtigen Zug und war in der Folge einer der Stärksten am Berg, was einen sechsten Gesamtrang zur Folge hatte. Da ihm der WM-Kurs in Stuttgart durchaus liegt, ist er dort zumindest zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen.

Bereits nach der Tour de l'Ain sicherte sich Française des Jeux die Dienste Levarlets für das kommende Jahr. Bis dahin will Levarlet an seiner Zeitfahrschwäche arbeiten, die sich vor allem bei der Tour de l'Avenir offenbarte.

 

nominated by chreezer & Quälekom; presented by Quälekom



Platz 15: Jérôme Coppel



Jérôme Coppel
© velo-photos.com

Jérôme Coppel

Frankreich

06.08.1986

 

Jérôme Coppels Aufstieg an die Spitze der französischen Radsport-Nachwuchshoffnungen begann über Umwege und hätte so fast gar nicht stattgefunden. Es war ausgerechnet sein Vater, Alain Coppel, selbst ein erfolgreicher französischer Amateur in den 70er und 80er Jahren, der ihn vom Radsport abhalten wollte. So spielte er als Jugendlicher zunächst Fußball, für den er sich aber nicht sonderlich interessierte, und trainierte Skilanglauf, für den er aber mehr Zeit im Fitnesscenter hätte verbringen müssen als ihm lieb war. Als 17Jähriger bekam Jérôme dann doch die Erlaubnis, an vier Radrennen teilzunehmen. Das letzte davon gewann er und für ihn war klar: Es muss der Radsport sein.

Bedingt durch seine Skilanglauf-Vergangenheit fiel ihm der Umstieg nicht schwer und der Anschluss an die nationale Juniorenspitze war schnell hergestellt. 2004 holte er in dieser Altersklasse seinen ersten großen Titel: Französischer Meister im Einzelzeitfahren. Er nahm daraufhin in dieser Disziplin auch an seiner ersten Weltmeisterschaft teil und wurde ordentlicher Zehnter. Da seine Straßenresultate nicht ganz mit den großen Erfolgen im Zeitfahren mithalten konnten, hatte er schon damals den Ruf des Zeitfahrers und Rouleurs weg. Ein Ruf, der seinen Qualitäten bei genauerem Hinsehen aber nicht ganz gerecht wird.

2005 erfolgte der Wechsel ins U23-Lager zum Club VC Lyon Vaulx. Bedingt durch seine immernoch allwinterlichen Ausflüge zum Skilanglauf, sowie dem Beginn seines Marketing-Studiums, war diese Saison zwar effektiv nicht viel länger als fünf Monate, aber hatte trotzdem ihre Highlights. Neben einigen kleineren nationalen Erfolgen ist der zweite Platz bei den französischen Meisterschaften im Einzelzeitfahren hinter Dimitri Champion zu nennen – vor allem deswegen erwähnenswert, weil es seitdem keinem Landsmann mehr gelungen ist, ihn beim Kampf gegen die Uhr zu schlagen. In Madrid machte er sein U23-WM-Debüt. Natürlich im Zeitfahren und er belegte einen, für einen Jung-Jahrgangsfahrer, ordentlichen 20. Platz. Während jener Saison keimten auch Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Phonak, aufgrund der engen Verbindung der Teammanager beider Mannschaften.

Letztendlich wechselte Coppel zunächst einmal nur im Amateurlager das Team: Er ging zu CRC4C Roanne, unterschrieb aber schon einen Vorvertrag bei Fdjeux.com, die ihm seitdem das Studium finanzierten. 2006 war das Jahr des internationalen Durchbruchs für den aus den Savoier Alpen stammenden Franzosen. Er fuhr gute Gesamtplatzierungen bei mehreren internationalen U23-Rundfahrten wie der Tour de Berlin (2.2U - 4.), dem GP Tell (2.2U - 12.) oder dem Circuit des Ardennes (2.2 - 15.) ein und wurde natürlich wieder Landesmeister im Zeitfahren. Überragend waren aber vor allem seine Ergebnisse bei den internationalen Meisterschaften im Zeitfahren: Silber in Valkenburg bei der EM hinter Gabrovskyy und Bronze in Salzburg bei der WM hinter Cornu und Ignatiev auf selektivem Kurs. Dieses Jahr deutete schon an, dass man das Bild Coppels als Rollmaschine und reinen Zeitfahrer etwas korrigieren musste. So richtig stark ist er in den Zeitfahren auch erst, wenn diese gewisse Schwierigkeiten aufweisen.

Auch wenn er hätte wechseln können, gönnte er sich 2007 noch ein Jahr in der U23-Klasse. Seiner Entwicklung hat es nicht geschadet: Seine Ergebnisse verbesserten sich nochmals, vor allem auch außerhalb der Zeitfahren. Beweise sind der Gesamtsieg beim Circuit des Ardennes (2.2), der siebte Platz bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2NC) und der vierte Platz beim GP Tell (2.NC). Die größte Genugtuung erfuhr Coppel aber bei den französischen U23-Meisterschaften, wo er, nachdem er mal wieder den Zeitfahrtitel gewann, auch das Straßenrennen mit einer Solo-Attacke für sich entscheiden konnte.

Obwohl er bei der Zeitfahr-EM in Sofia mit Platz fünf seiner Mitfavoritenrolle nicht ganz gerecht wurde, muss man ihn für Stuttgart auf dem Zettel haben. Spätestens nachdem er beim Zeitfahren der Tour de l'Avenir (2.NC) die versammelte Nachwuchs-Elite bei allen Zwischenzeiten in Schach hielt, dies aber aufgrund eines Sturzes nicht in den Sieg ummünzen konnte. Auch der Straßenkurs dürfte dem nicht reinem Zeitfahrer Coppel gut liegen und da ein gutes Resultat im WM-Straßenrennen einiges der wenigen Dinge ist, die er als U23-Fahrer noch nicht erreicht hat, dürfte er dort besonders motiviert sein.

2008 wird Coppel für Fdjeux.com in der Pro-Tour fahren. Wahrscheinlich mit kleiner Verspätung, da er sein Studium erst im April 2008 beendet haben wird.

 

nominated by chreezer, hawkeye_76, presented by chreezer



Platz 14: Francis de Greef

Francis de Greef

Belgien

02.02.1985

 

Die Belgier sind seit langem auf der Suche nach einem Rundfahrer. Frank Vandenbroucke konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Jurgen van den Broeck und Jurgen van Goolen haben auch nie wirklich den Durchbruch geschafft. Zwischenzeitlich war die Lage so ernst, dass man in Belgien die Hoffnungen jedes Jahr auf mehr oder weniger abgehalfterte Rundfahrerchen wie Aerts und Verbrugghe konzentrierte. Auch wenn sich bei der jetzigen Vuelta mit Devolder und Monfort zwei Belgier mal wieder gut im Gebirge geschlagen haben, freuen sich schon viele Fans aus unserem westlichen Nachbarland auf Francis de Greef - denn der ist von den Anlagen her ein richtiger Klasse-Rundfahrer. 'De Cisse', wie er genannt wird, ist mit seinen 1,92 m Länge nicht nur ein augezeichneter Kletterer, er ist auch ein hervorragender Zeitfahrer. Dieses Jahr gewann er in seiner Altersklasse den belgischen Titel im Zeitfahren mit über einer Minute Vorsprung auf den Zweiten.

 

Dabei fing alles relativ bescheiden an. In den frühen Jugendkategorien fuhr de Greef keine Delle in ein Päckchen Butter - wie der Flame so schön sagt. Erst in seinem ersten Juniorenjahr wurden die Ergebnisse besser. In seinem zweiten Jahr in dieser Klasse explodierte 'de Cisse' förmlich. Bei 46 gefahrenen Rennen beendete er fast mehr als die Hälfte unter den besten Fünf! Zehn dieser Rennen gewann er - alle solo. Das war auch nötig, denn sein Spurt kommt dem eines Bügeleisens sehr nahe! De Greef wurde wegen starker nationaler Konkurrenz trotzdem nicht für die Nationalmannschaft berücksichtigt, so dass seine Erfolge bei diesen nationalen Rennen international wenig Beachtung fanden.

 

So kam er im ersten U23-Jahr 2004 auch nur in einem kleinen Team unter. International blieben die Erfolge erneut aus, national hingegen konnte er auf sich aufmerksam machen. Nach einem soliden ersten Jahr wechselte er 2005 zum belgischen Nachwuchssuperteam, dem GS3 Team Bodysol. Dort ließ er es auch international zum ersten Mal krachen. Sechster bei der schweren Vuelta a Lleida (2.2) und der erste Profisieg beim Ardense Pijl (1.2) waren die besten Ergebnisse.

Das folgende Jahr verlief lange enttäuschend, obwohl der Antwerpener national wieder sehr gute Ergebnisse erzielte. International war es still um ihn, bis er beim ultraschweren - und für eine Nachwuchsrundfahrt sehr gut besetzten - Giro della Valle d'Aosta (2.2) wieder richtig einen freiließ. In der Gesamtwertung konnte er sich nach sechs schweren Etappen den fünften Platz sichern.

 

In diesem Jahr musste sich endgültig entscheiden, ob de Greef einen Profivertrag bekommen würde oder nicht. Und bereits im Mai war der Kuchen mehr oder weniger verspeist, denn er dominierte die nationale Szene total und gewann vier von neun Rennen, bei denen er an den Start ging. Insgesamt konnte er dieses Jahr acht Rennen gewinnen. De Greef konnte auch endlich wieder international beim Nations Cup überzeugen. Er wurde Elfter in Lüttich, Sechster beim Giro delle Regioni und Zweiter bei der Ronde de l'Isard. Eine ähnliche Konstanz in dieser Serie kann wohl nur Alexander Gottfried vorweisen. Aber auch außerhalb des Nations Cup konnte der Belgier einige Ergebnisse erzielen. In Aosta (2.2) wurde er unlängs Neunter und kurz darauf beendete er die Tryptique des Barrages in den Ardennen auf dem Podium als Dritter.

 

De Greef wird bei der WM vermutlich in beiden Rennen antreten. Im Zeitfahren ist er Belgiens heißestes Eisen auf eine Medaille, im Straßenrennen müsste er wohl schon solo ankommen, um eine Medaille erzielen zu können.

 

nominated by gardener, chreezer, offi; presented by ogkempf



Platz 13: Mathias Belka



Matthias Belka
© velo-photos.com

Mathias Belka

15.06.1986

Deutschland

 

Mathias Belka begann schon im Kindesalter mit dem Radsport und man hat das Gefühl, er trage seitdem auch das Trikot des deutschen Nationalteams. Na gut, ganz so lange wird er es noch nicht anhaben, aber trotzdem ist er schon eine Art Institution - national in der Spitzenklasse und international zumindest in der erweiterten. Der ganz große Durchbruch in der U23, verbunden mit einem sicheren Profi-Vertrag, blieb allerdings noch aus.

 

Belka kam 2003 mit einigen Vorschusslorbeeren aus der Jugend-Klasse zu den Junioren, wurde in den Nationalkader berufen und etablierte sich dort. Sein größter Erfolg, neben der Teilnahme an der WM in Hamilton, war der Sieg bei der Auftaktetappe des prestigeträchtigen Giro delle Lunigiana. Da ihm dies in einem Massensprint gelang, wurde er zeitweise zum neuen deutschen Sprinttalent empor gehoben. Eine Kategorisierung, die bei genauerem Betrachten seiner körperlichen Veranlagung aber so gar nicht stimmen konnte – das sollten die Folgejahre auch beweisen.

2004 avancierte Belka zur Nummer eins der deutschen Junioren, er gewann die Bundesliga und verdiente sich auch bei internationalen Rundfahrten seine Meriten. Besonders erwähnenswert wiederum der in der WM-Vorbereitung stattfindende Giro delle Lunigiana, wo er beim schweren Bergzeitfahren hinter Roman Kreuziger Platz zwei belegen konnte. Damit war Belka einer der Favoriten für das WM-Straßenrennen in Verona, doch er verpasste dort die vom dominierenden Tschechen initiierte Spitzengruppe denkbar knapp und belegte "lediglich" Platz 26.

 

Seit 2005 fährt der Ur-Cottbuser in der U23-Klasse, wenig überraschend, für das heimische ISPO/POT/LKT-Team. Er fuhr gute Resultate bei den Bundesliga-Rennen ein und konnte im Schatten von Ciolek mit Platz acht auch ein Achtungszeichen bei der DM der Herren setzen. Am höchsten einzuschätzen ist aber der Auftritt bei der Ronde de l'Isard, wo er im Sprint (Etappen-Dritter) sowie am Berg (Gesamt-Vierzehnter) überzeugen und seinen Ruf als Allrounder festigen konnte. Insgesamt war das ein solider Start in die neue Alterklasse.

2006 gelang Belka sein bisher größter Coup. Es war im Juni beim 'Baby-Giro' in Italien, nachdem er zuvor bereits die Ronde de l'Isard (2.2 U23) mit einem sehr guten sechsten Gesamtplatz beendet hatte. Die neunte Etappe hinauf zum über 2000 m hohen Alpe di Pampeago, eine der wenigen Hochgebirgsetappen bei den Nachwuchsfahrern, beendete er sensationell auf Rang sechs. Dies brachte ihm den selben Platz auch im Gesamtklassement ein. Spätestens jetzt war der 64 kg leichte Sportsoldat von der einstigen Sprinterhoffnung zur neuen deutschen Kletterhoffnung mutiert. Leider konnte er in jenem Jahr nicht noch mehr solche Granaten-Ergebnisse einfahren, sonst wäre er sicher schon in der Mock-List des letzten Jahres - und vielleicht auch bei einem Profiteam - untergekommen.

 

Die Saison 2007 begann für Belka so, wie sie nicht beginnen sollte: mit einem Schlüsselbeinbruch. Nach fast zwei Monaten Rennpause und nur kurz nach seinen ersten Renneinsätzen, konnte er sich aber wieder in Szene setzen. Bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2 U23) schoben ihn seine konstant guten Etappenleistungen auf den dritten Gesamtrang. Ein Top-Resultat, das - wie im Jahr zuvor - gefolgt war von einer ergebnistechnischen Leere. Erst im August beim GP Tell (2.NC) blitzte sein Können wieder auf – Gesamtrang Fünfzehn und der mit Abstand Beste des deutschen Nationalteams.

 

Bei der WM in Stuttgart hat Belka normalerweise seinen Startplatz im Straßenrennen sicher, doch ob er auf dem auf ihn eigentlich zugeschnittenen Kurs auf eigene Faust fahren darf, ist fraglich. Nach Ciolek bei der letzten WM in Salzburg, hat sich in diesem Jahr Martin mit seiner Performance bei der Tour de l'Avenir als Kapitän eindringlich empfohlen und es ist zu befürchten, dass Belka seine Ambitionen erneut zurückschrauben muss.

 

Falls es nach dieser Saison noch nicht mit einem Vertrag für ihn klappt, hätte er noch ein Jahr, um sich zu empfehlen. Seine Resultate sind schon jetzt zum Teil herausragend. Wenn er davon noch ein, zwei mehr liefert, führt an ihm in Deutschland eigentlich kein Weg vorbei.

 

nominated by chreezer, hwakeye & Offi; presented by chreezer



Platz 12: Tom Leezer



Tom Leezer
© bartoli

Tom Leezer

Niederlande

26.12.1985

 

Es sind dieses Jahr durchaus überraschende Namen, die bei den 'Mini-Rabos' für Furore sorgen. Mit Lars Boom war durchaus zu rechnen, Martijn Maaskant wurde sicherlich auch stark – aber niemals so stark – erwartet. Von Tom Veelers und Jos van Emden wurde viel erwartet, beide Fahrer konnten aber wenig überzeugen. Ihren Platz nahmen dafür zwei andere Fahrer ein: Bauke Mollema und Tom Leezer. Während Mollema in seiner ersten 'Mini-Rabo'-Saison eigentlich fast aus dem Nichts auftauchte, verdiente sich Leezer ein gewisses Ansehen bereits in den Vorjahren. Für die U23-Superstars musste er jahrelang buckeln. Trotzdem – vielleicht aber auch deswegen, denn Team Dominanz kann auch für die Männer in der zweiten Reihe gern mal erträglich sein - wusste Leezer hier und da immer mal wieder nennenswerte Erfolge zu erzielen: In seiner ersten U23 Saison erzielte er bei der Cinturón Ciclista Internacional a Mallorca (2.2) seinen ersten Profisieg, ein Jahr später gewann er eine Etappe der Thüringen–Rundfahrt. 2006 konnte er nichts gewinnen, aber auch in diesem Jahr sammelte der Niederländer einige gute Platzierungen.

 

Man muss aber auch ganz klar sehen, dass Leezer schon bei den Junioren Klasse hatte, nicht umsonst wurde er in einer Generation mit Dekker, Veelers, van Leijen, Reus oder Gesink einmal Juniorenmeister. Seine Stärken hat der Mann aus den Haag – der Stadt aus der auch Michael Boogerd stammt – im Sprint und am Hügel. Auf beiden Gebieten gehört er nicht zu den ganz Großen seiner Zunft, aber eine Kombination beider Stärken brachte ihm in diesem Jahr eine große Liste an Erfolgen ein.

 

Bereits im März begann er bei der Beverbeek Classic, einem mit einigen Profis gespickten Rennen, mit dem sechsten Platz. Er hätte noch ein paar Plätze weiter vorn ankommen können, aber er musste für seinen Kapitän Maaskant arbeiten, der hinter Sijmens im Sprint Zweiter wurde. Eine Woche später belegte der Holländer den dritten Platz beim GP de Lillers (1.2). Dass – wie bei fast allen 'Mini-Rabos' – auch Prologe durchaus zum erweiterten Repertoire Leezers gehören, deutete er beim fünften Platz in der Tour de Normandie (2.2) an. In der Gesamtwertung wurde er Dritter, es siegte Maaskant.

Anfang April bei der Le Triptyque des Monts et Châteaux – Frasnes (2.2) gewann der 'Mini-Rabo' dann das kurze Zeitfahren vor Mit-Mocki Francis de Greef. Auch die Gesamtwertung konnte er für sich entscheiden, dieses Mal direkt vor Maaskant.

 

Im Mai fand die Olympia’s Tour (2.2) statt. Dieses Rennen teilen sich die 'Mini-Rabos' fast traditionsgemäß untereinander auf. So konnte Tom Leezer sich auf der zweiten Etappe mit Martijn Maaskant – dem aufmerksamen Leser ist der Name in diesem Artikel bereits aufgefallen - im Finale absetzen. Maaskant hatte zuvor schon eine Etappe gewonnen und überließ dieses Mal Leezer den Sieg. Schade, denn der Sprint wäre sicher interessant gewesen. In der Gesamtwertung wurde er Fünfter - bei sechs 'Mini-Rabos' in den Top Sechs. Einen Sprintsieg und einen zweiten Platz im Sprint erzielte der Niederländer bei der Vuelta a Navarra (2.2). So brachte er es dieses Jahr auf vier Profisiege. Leider ist es seit dem letzten Sieg in Navarra im Mai sehr still um ihn geworden.

 

Druck hat er keinen mehr, denn es stand schon sehr früh fest, dass sich die großen Rabos seiner annehmen würden. Damit hat er in dieser Saison Tom Veelers überholt, der wesentlich höher gehandelt wurde, denn Veelers bekommt nach der Saison "nur" einen Vertrag beim kleinen Team Skil.

 

In Stuttgart hingegen müssen wir allerdings vermutlich nicht mit dem Niederländer rechnen - zu schwach war die Form zuletzt. Sollte er doch weit vorn landen, wird dem Zuschauer zumindest auf dem Podium, wenn nicht sogar schon im Rennen, sein Markenzeichen auffallen: die Brille die ihn irgendwie ein bißchen wie ein bekannter Zauberlehrling aussehen lässt…

 

nominated by virtualprofit, hawkeye_76, Quälekom; presented by ogkempf



Platz 11: Danilo Wyss



Danilo Wyss
© virtualprofit

Danilo Wyss

Schweiz

26.08.1985

 

Danilo Wyss kommt, wie einige seiner berühmten (Ex-)Velo-Kollegen, aus der Romandie. Dort machte er schon in jungen Jahren auf sich aufmerksam. So wurde er 1998 Waadter Meister in der Schülerklasse und verteidigte seinen Titel ein Jahr später erfolgreich. Bei den Neulingen ("Cadets") konnte er seine Klasse 'schweiz-weit' unter Beweis stellen und gewann 2001 den Meistertitel auf der Straße. Im Jahr 2002 nahm er erstmalig an einer der wichtigsten Junioren-Rundfahrten der Schweiz teil: dem Grand Prix Rüebliland (2.HC). Dort errang er den achten Gesamtrang. Auch im folgenden Jahr tobte er sich überwiegend in der Schweiz aus: Etappenresultate bei der Tour de Lorraine, Punktetrikot bei der Tour du Pays de Vaud (2.1), Punkte- und Kombinationswertung beim Grand Prix Rüebliland (2.HC) und als größter Erfolg der zweite Platz der Schweizer Straßenmeisterschaft. Mit diesen Resultaten wurde er für die Straßenweltmeisterschaft in Hamilton nominiert und belegte dort einen guten 18. Platz.

 

Im Jahre 2004 musste er sich erstmal an die neuen Herausforderungen der U23-Klasse gewöhnen. Er absolvierte eine Vielzahl von Schweizer Rennen, u.a. das Critérium de Lucens als Sieger. Im Jahr 2005 konnte er diesen Erfolg wiederholen. Darüber hinaus wurde er auch Sieger des Rennens Bern-West. Zum erstenmal fuhr er auch außerhalb der Schweiz Rennen. So wurde er auf der dritten Etappe der Mainfranken-Tour Neunter und auf der ersten Etappe des Flèche du Sud (2.2) Zehnter Die Welt- und Europameisterschaften beendete er jeweils im Mittelfeld, als 63. und 67. Im Winter versuchte er sich als Bahnfahrer. Trotz einiger kleinerer Erfolge (Erster Réunion à Aigle und Zweiter Réunion à Lausanne) verzichtete er in den folgenden Jahren auf ähnliche Experimente.

Auf dem Weg zum Profi war das Jahr 2006 ein weiterer Meilenstein. Neben den üblichen Erfolgen auf den Straßen der Schweiz (Sieger Critérium de Lucens), konnte er sich auch in internationalen Rennen weiter etablieren. So wurde er Dritter beim Giro del Canavese. Zwar geschlagen vom Supersprinter Gavazzi, aber immerhin hat er Gatto hinter sich gelassen. Bei der Thüringen Rundfahrt belegte er auf der vierten Etappe den fünften Platz. Vor ihm platzierten sich so bekannte Namen wie Cavendish, Goss und Schwager. Den größten Erfolg erzielte er in Salzburg bei der U23-WM. Dort kam er mit der zweiten Gruppe ins Ziel und belegte er einen hervorragenden zehnten Platz. Diese Resultate bescherten ihm einen Vertrag beim deutschen Continetalteam Atlas Römer's Hausbäckerei.

 

Im Jahr 2007 gelang ihm endgültig der Durchbruch. Seine Saison begann im März und schon bei seinem ersten Rennen, der Rundfahrt Les 3 Jours de Vaucluse (2.2) gelang ihm sein erster Saisonsieg, indem er auf der dritten Etappe seinen Gegnern im Sprint keine Chance ließ. Der nächste Paukenschlag folgte Ende März mit dem hervorragenden zweiten Platz beim GP Waregem (1.2U). Doch es blieb keine Zeit zum Verschnaufen, die nächste Herausforderung wartete mit dem Klassiker Rund um Köln (1.HC) sogleich. Dort belegte er einen beachtlichen 15. Platz. Beim Rennen Rund um den Henniger Turm (1.HC) verpasste er - im Gegensatz zu seinem Namensvetter - leider die entscheidende Gruppe und kam als 34. im Mittelfeld an. Doch schon ein paar Tage später stellte er seine gute Form erneut unter Beweis, in dem er beim GP Herning (1.1) die richtige Gruppe erwischte und den neunten Platz belegte. Mitte Mai kamen noch zwei gute Sprintresultate beim Flèche du Sud (2.2) bevor mit dem dritten Platz bei Paris-Roubaix Espoirs (1.2U) wieder einen 'rausgehauen' hat: Er gewann den Sprint der Verfolgergruppe. Dies reichte den Verantwortlichen von Saunier Duval, um ihn als Stagiare zu verpflichten. So kam er ab August in den Genuss mit den großen Kindern spielen zu dürfen. Nachdem er sich bei der Vuelta a Burgos (2.HC) und beim GP Industria e Commercio Artigianato Carnaghese (1.1) noch bei Helferdiensten aufreiben musste, kam bei der Tour of Missouri (2.1) ein echtes Resultat heraus: Bei der ersten Etappe wurde er Vierter, wobei er seinen vermeintlichen Sprintchef Pagliarini (Sechster) gnadenlos versenkte.

 

Wyss hat sich zu einem ordentlichen Sprinter entwickelt, der sich durchaus auch bei den flämischen Klassikern wohlfühlen wird. Wenn Saunier Duval ihn übernimmt, wird er aber sicher erst einmal die Sprints für Ventoso und Pagliarini anziehen und weitere Helferdienst leisten 'dürfen'.

 

nominated by hawkeye_76, offi & Quälekom; presented by wagenge



Platz 10: Anton Reshetnikov

Anton Reshetnikov

Russland

18.05.1986

 

Er klettert schnell, er klettert hoch, er ist der Anton aus Russland. Obwohl bei diesem Satz sämtliche Reim-Momente grundsätzlich übergangen wurden und sich eine ungewünschte Assoziation einstellt, beherbergt er doch eine nicht zu leugnende Wahrheit.

 

Denn mit den ungefähren Körpermaßen einer russischen Turnerin hat er die idealen Vorraussetzungen, um Felsformationen schneller mit dem Rad zu besteigen als andere.

Dass er das nicht erst seit dieser Saison kann, zeigte Reshetnikov bereits 2003, als seine jetzigen Körpermaße noch zu seinem Alter gepast hatten. In Deutschland (bzw. im Saarland) gewann der Russe die hoch ausgeschriebene Trofeo Karlsberg.

Dass er auch in der U23 nicht zu hässlich ist, um schnell zu fahren, belegte er ebenfalls. Im zweiten U23-Jahr wurde der Bergfloh Zwölfter bei der Weltmeisterschaft in Madrid. Schon eine Nomminierung für die russische Mannschaft ist ein Beweis von Klasse.

 

Diesem späten Ergebnis 2005 folgte eine gute Saison im Jahr 2006. Sein Problem sollte dabei aber sein, dass er oft vorn dabei war, aber eigentlich nie irgend etwas gewinnen konnte. Das Problem verfolte ihn auch im Vorjahr schon. So beeindruckte Reshetnikov in Italien in vielen gut besetzten Rennen, der Sieg blieb ihm aber verwehrt. So etwas können sich Spanier oder Italiener erlauben, aber Russen bekommen mit solchen Leistungen normalerweise keinen Profi-Vertrag. Wie im Vorjahr folgte allerdings zum Ende der Saison auch 2006 das beste Ergebnis. Beim Giro della Toscana (2.2), bei dem sich vor allem die Italiener und Franzosen auf die WM in Salzburg vorbereiteten, konnte er endlich seinen ersten Profisieg erklettern. Dafür musste er dann aber auch solo vor Francesco Gavazzi ankommen, den er in der Gesamtwertung als einzigen vor sich lassen musste.

 

Diese Saison begann der Russe dann wieder wie gewohnt: oft vorn - nie ganz vorn. Er wurde Neunter beim GP San Giuseppe (1.2), fuhr ordentlich beim Nations Cup Rennen in Portugal, wurde Zwölfter in der gleichen Rennserie in Lüttich, beim Giro delle Regioni, die ebenfalls dem Nations Cup angehört, kletterte er auf den achten Gesamtplatz. Alles tolle Ergebisse, aber der erste Saisonsieg musste wieder bis zum Mai warten. Dort gewann der 21Jährige den GP Industria del Marmo. Überraschenderweise tat er dies nicht solo, sondern aus einer vierköpfigen Gruppe heraus.Er schlug dabei sogar den als durchaus schnell geltenden Ex–Profi Gene Bates. Trotzdem sollte man Reshetnikov vermutlich nicht unbedingt Endschnelligkeit andichten, denn danach fiel er sofort wieder ins alte Schema zurück. Er erzielte weitere fünf TopTen-Platzierungen bei italienischen 1.2-Rennen. Vermutlich erreichte kein anderer Fahrer öfter die ersten Zehn dieser Rennen. Der eigentliche Knackpunkt aber, der den Russen in dieser Liste so weit nach oben beförderte, folgte wieder spät in der Saison. Beim anerkannten WM-Vorbereitungsrennen GP Tell, das ebenfalls zur bereits erwähnten Nachwuchs-Rennserie gehört, schlug er die versammelte Weltspitze auf einem schweren, vielleicht sogar ultraschweren Kurs. Einen Etappensieg konnte er dabei nicht erzielen, denn er wurde zwei Mal aus einer kleinen Gruppe geschlagen - einmal von 'Mit-Mocki' Pliuschin und einmal von Elk-Profi Fankhauser. In der Gesamtwertung aber konnte ihn niemand gefährden, und so sicherte er sich mit über einer Minute Vorsprung auf Gatis Smukulis und die 'Mit-Mockis' Jakob Fuglsang und Jérôme Coppel diesen sehr prestigeträchtigen Erfolg.

 

nominated by gardener, hawkeye_76, wagenge; presented by ogkempf



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