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U23 - Mock List 2007, Plätze 29 - 20



Platz 29: Frederiek Nolf

Frederiek Nolf

Belgien

10.02.1987

 

Wenn man an belgische Radfahrer denkt, denkt man zwangsläufig auch an die Arbeiter, an dreckige Fahrer, die furchtlos jede noch so schlecht gepflasterte Strecke, jede Pfütze und Matschkuhle mitnehmen, denen Wind nichts ausmacht und denen es sowieso nie zu kalt zum Radfahren sein kann. Zu diesen Fahrern gehört auch Frederiek Nolf. 'Nolfo', wie er auch genannt wird, erblickte am 10.02.1987 in Kortrijk das Licht der Welt.

 

Schon in der Jugend kristallisierte sich seine Begabung für Rennen mit Kopfsteinpflaster heraus. Mehrere gute Platzierungen und Siege konnte er für sich verbuchen, vor allem in der Region um seinen Heimatort Kuurne, der ja auch durch die Frühjahrsklassiker bekannt ist.

 

2006 wechselte er zu Beveren 2000, einer belgischen GS3-Mannschaft. Sein Hauptaugenmerk lag weiterhin auf belgischen Eintagesklassikern. So konnte er als bestes Ergebnis einen 4. Platz beim Memorial Philippe Van Coningsloo (1.2) einfahren, dazu noch einige weitere einstellige Platzierungen bei kleinen belgischen Rennen. Gewinnen konnte 'Nolfo' kein Rennen.

 

2007 konnte er erstmals seine hervorragenden Ergebnisse aus der Jugendzeit bestätigen. Er gewann bisher vier Rennen, darunter das Memorial Philippe Van Coningsloo (1.2). Dort setzte er sich im Sprint einer 13köpfigen Spitzengruppe durch. Die anderen Siege fuhr er bei kleinen belgischen Rennen ein. Dazu kommen ein sechster Platz bei der Espoirsausgabe von Paris – Roubaix, bei der er in einer Gruppe mit Danilo Wyss das Ziel erreichte, und ein 12. Platz beim GP Waregem. Aber auch eine Rundfahrt, nämlich die U23-Rundfahrt Tryptique des Barrages konnte er unter den ersten Zehn abschließen. Nach einem fünften Platz auf der vorletzten Etappe, erreichte er am Ende immerhin einen siebten Gesamtrang, nicht mal eine Minute hinter Mit-Mocki Francis de Greef, dem ein viel größeres Rundfahrttalent nachgesagt wird.

 

In seinem zweiten Jahr in der U23 sieht man eine deutliche Tendenz nach oben, mit 20 Jahren ist er auch noch am Anfang seiner Karriere. Sollte er die Ergebnisse aus der Jugendzeit auch in der Espoirskategorie erreichen können, und das traue ich ihm vor allem nach dem Ergebnis bei Paris – Roubaix zu, dann könnte er sich in die Reihe der dreckverliebten und vom Kopfsteinpflaster druchgerüttelten Belgier einreihen und ähnliche Erfolge einfahren wie sein Vorbild Johan Museeuw.

 

nominated by Offi, presented by Offi



Platz 28: Francesco Ginanni



Francesco Ginanni
© Mani Wollner

Francesco Ginanni

Italien

06.10.1985

 

Nicht oft erscheinen in der Mock List Fahrer, die die ganze Saison über eigentlich maßlos enttäuscht haben. Vor der Saison galt Ginanni als Hauptanwärter auf die Vorherrschaft im italienischen U23-Bereich. Diese Rolle hatte er sich spät im Jahr 2006 beim Giro della Toscana (2.2) erarbeitet. Dort dominierte er auf den ersten drei Etappen das Feld, in dem auch der italienische WM-Kapitän Francesco Gavazzi fuhr. Er gewann zwei schwere Etappen. Auf der letzten und schwersten Etappe allerdings brach er völlig ein. Gavazzi hingegen gewann das Rennen. Trotzdem sicherte sich Ginanni in diesem Rennen seine WM-Fahrkarte. In Salzburg war er der Leutnant Gavazzis. Während sein Kapitän in der entscheidenden Gruppe war, kam Ginanni im Hauptfeld an.

Die Weichen für diese Saison waren also auf Erfolg gestellt. Der Profivertrag für 2008 schien nur Formsache. Erste Erfolge stellten sich auch schnell ein. Bei der Trofeo Franco Balestra (1.2) errang Ginani hinter dem späteren italienischen Meister und U23-Topsprinter Simone Ponzi im Sprint Platz zwei.

Ebenfalls im März folgte in Portugal der Auftakt zur neu geschaffenen National Cup Serie. In dieser Serie sollen die besten U23 der Welt regelmäßig gegeneinander antreten. Ginanni trat als einer der absoluten Topfavoriten an. Fast erwartungsgemäß gewann der Italiener die erste Etappe im Sprint einer sechsköpfigen Gruppe. In dieser Gruppe landete Mit-Mocki und Sprinter Jonas Aaen Jörgensen auf Platz zwei. Alles schien also seinen Lauf zu nehmen. Und diese positive Gesamtsituation wurde auf der zweiten Etappe plötzlich durchbrochen. Wie schon im Vorjahr in der Toskana brach Ginanni völlig weg. Einen Tag später gab es das Rennen sogar auf. Anfang April gewann der Bergsprinter sogar ein italienisches U23-Rennen im Massensprint.

Beim nächsten Rennen der Serie, der U23-Version des Ardennenklassikers Lüttich – Bastogne – Lüttich trat er erneut als italienischer Kapitän an. Statt die Schlappe aus Portugal wieder wett zu machen, landete der damals 21Jährige auf Platz 27; jenseits von Gut und Böse und weit hinter seinen Erwartungen. Dem Lichtblick, einem 15. Platz beim GP Liberazione folgte die Nominierung zum dritten Nations Cup Rennen. Statt Kapitän seines Teams zu sein, wurde Ginanni hier allerdings nur für die zweite Auswahl Italiens aufgestellt. Er beendete keine Etappe im Hauptfeld, die fünfte Etappe beendete er gar nicht mehr. Aus dem potentiellen U23-Superstar wurde ein Fahrer, der das Tempo des Feldes nicht halten konnte.

Von Ende April bis Mitte Juli war überhaupt nichts mehr vom Italiener zu hören. Erst Mitte Juli gab es wieder ein kleines, unbedeutendes Lebenszeichen, nämlich einen zehnten Platz in einem italienschen U23-Rennen. Nur sechs Tage später allerdings erfolgte die Rüuckkehr des Fahrers vom Finauto Neri Team. Er gewann, allerdings profitierend von einem Sturz der Mitfavoriten in den winkligen Schlusskilometern, den Giro del Casentino (1.2) im Sprint. Somit hat Ginanni drei Siege, von denen zwei durchaus erwähnenswert sind. Damit hebt er sich allerdings auch nicht aus der großen Masse der sehr starken italienischen U23 hervor. Da sich dort niemand so richtig hervorhebt und die Italiener nur ungern ihr eigenes Land verlassen, ist Ginanni trotz der enttäuschenden Saison auch der einzige Italiener, der es in diese Liste geschafft hat. Dies hat er vor allem seinem Potential und auch der starken letzten Saison zu verdanken. Für die WM in Stuttgart ist Ginanni bereits nominiert, der Kurs sollte ihm entgegenkommen und somit wird er in Baden-Württemberg sicherlich nicht chancenlos sein. Er hat bisher weder einen Stagiaire- noch einen Profivertrag. Aber er scheint bei der WM trotzdem nicht zwingend überzeugen zu müssen, denn in einem Interview sagte er, dass er 100%ig Profi werden würde. Auf 90% bezifferte er in diesem Gespräch die Chance, dass es Quick Step werden wird.

 

nominated by ogkempf, presented by ogkempf



Platz 27: Ian Stannard



Ian Stannard
© virtualprofit

Ian Stannard

Großbritannien

25.05.1987

 

Dass sich Bahnfahrer auf die Straße verirren, ist nichts neues. Meistens geschieht dies aber nur für die Vorbereitung auf die Bahnsaison im Winter, um Rennhärte zu sammeln und sich auch im Sommer der Öffentlichkeit zu zeigen. Dann gibt es aber auch Fahrer, die so gute Ergebnisse erzielen, dass man geneigt ist, ihnen einen Straßenvertrag anzubieten. Ian Stannard ist so ein Mann, geboren am 25. Mai 1987 in Chelmsford, Grafschaft Essex. Der Brite begann, wie fast alle von der Insel, auf der Bahn und fährt dort seit 2005 für die britische Nationalmannschaft. In Moskau gab er sein Debut, jedoch noch nicht sonderlich erfolgreich, lediglich der zwölfte Platz sprang in der Team-Verfolgung heraus, im gleichen Jahr konnte er allerdings bei der Junioren-WM den zweiten Platz mit seinem Team erreichen sowie den ersten bei den Junioren-EM. National war er zu dem Zeitpunkt schon einer der besten und bereits Meister im Punktefahren.

 

Bei seinen ersten Weltmeisterschaften bei den Senioren reichte es zu einem 20. Platz in der Einer-Verfolgung, weitere Ergebnisse stehen nicht zu Buche. Dafür wurde er dritter im Scratchrennen der nationalen Meisterschaften und gewann mit seinem Team die Verfolgung bei der EM in Griechenland.

 

Er fuhr aber von Beginn an zweigleisig, er wurde Zweiter bei der Juniorenausgabe von Paris – Roubaix, und holte eine bronzene und eine goldene Medaille bei den Youth Commonwealth Games 2004. In der Saison 2005 gewann er den GP Bati Metallo, ein Jugendrennen in Italien, und die Rundfahrt Tour du Pays de Vaud. 2006 zog er sich etwas von der Straße zurück und konnte lediglich mit zwei Resultaten aufwarten, dem 23. Platz im Zeitfahren der Weltmeisterschaft in Salzburg und dem zweiten Etappenplatz beim Einzelzeitfahren des Giro delle Regioni (2.2).

 

Dafür kam er 2007 umso stärker zurück. Das Rennen La Côte de Picarde (1. NC) beendete der 20Jährige auf dem zwanzigsten Platz. Der Thüringenrundfahrt drückte er dann seinen Stempel auf. Er belegte den vierten Endplatz und konnte viele stärker eingeschätzte Fahrer hinter sich lassen. Dazu kamen ein dritter, ein achter und ein neunter Etappenplatz. Diese Leistung brachte ihm einen Stagiairevertrag ein - das T-Mobile-Team nahm sich seiner an - und man setzte ihn während der Dänemark-Rundfahrt, der Tour of Ireland und der Tour of Britain ein. Dort stellte er sich komplett in den Dienst der Mannschaft, dennoch konnte er während der vierten Etappe der Inselrundfahrt auf sich aufmerksam machen und belegte auf der entscheidenden Etappe den zwanzigsten Platz.

 

Ian Stannard hat es in Großbritannien schwer, die Insel ist seit jeher eine Bahn-Nation. Aber immer wieder machen einige Leute auf der Straße auf sich aufmerksam. Ian Stannard könnte nach Mark Cavendish 'the next big thing' von der Insel sein. Zeitfahren beherrscht er schon jetzt und auch schwierige Profile wie bei der Thüringenrundfahrt bereiten ihm keine Sorgen. So sollte es in den nächsten Jahren sehr gut möglich sein, dass wir über mehr als nur einen Stagiairevertrag im Zusammenhang mit Ian Stannard sprechen werden.

 

nominated by hawkeye_76, presented by Offi



Platz 26: Nico Graf



Nico Graf
© hawkeye_76

Nico Graf

Deutschland

02.05.1985

 

Nico Graf ist in seinem letzten Jahr in der Klasse U23 das erste Mal in der Mock-List vertreten. Trotz guter Ergebnisse in vergangenen Jahren hat es nie gereicht, in diesen Kreis aufgenommen zu werden.

 

Bereits in seiner Jugend- und Juniorenzeit hat Nico Graf mit einer Reihe sehr guter Ergebnisse auf sich aufmerksam machen können. So wurde er u.a. Deutscher Straßenmeister der Junioren 2002, war Deutscher Bergmeister der Junioren 2003, gewann im selben Jahr je eine Etappe der 1. Tour de Lorraine und der Niedersachsen-Rundfahrt jeweils in der Klasse der Junioren. Auch auf der Bahn und im Cross konnte er bis zur Klasse U17 einige Siege feiern, bevor er sich später auf die Straßenrennen konzentrierte. Über die Hofbräu Radler Stuttgart und das Team Aguti kam er 2006 zum Thüringer Energie Team.

 

Bei der Präsentation des Thüringer Energie Teams wurde er neben Tony Martin als der Kapitän des Teams für die Saison 2007 vorgestellt. In seiner zweiten Saison beim Team waren die Erwartungen an ihn daher hoch und es wurde gehofft, dass er an seine Leistungen aus dem Jahr 2006 anknüpfen kann. Mit seinem Etappensieg beim GP Tell, dem Sieg beim Grand Prix Südkärnten und dem ersten Platz in der Bundesliga U23 Einzelwertung auf dem Nürburgring hatte er sich für die Kapitänsrolle empfohlen.

 

Gleich zu Beginn der Saison im Februar erreichte er zwei Top-Ten-Plätze mit der stark dezimierten Nationalmannschaft bei der Vuelta a Cuba (2.2), die eigentlich nur als Training eingeplant war. Wie auch Tony Martin nahm er in Vorbereitung auf die Thüringen Rundfahrt an der Rundfahrt FBD Insurance Ras (2.2) in Irland teil und konnte einen Etappensieg feiern.

 

Beim Saisonhighlight Thüringen Rundfahrt wollte Nico Graf sich zeigen, musste aber gleichzeitig für Tony Martin, den Anwärter auf den Gesamtsieg, arbeiten. Sein bestes Tagesergebnis erreichte er auf der dritten Etappe in Bad Salzungen, als er beim Sprint aus einer gut besetzten Gruppe Zweiter wurde und sich nur dem Belgier Thomas De Gendt geschlagen geben musste. In der Gesamtwertung reichte es für den 12. Platz mit knapp zwei Minuten Rückstand auf den Sieger. Ein weiteres gutes Ergebnis erreichte er bei der 20. Int. Friedens- und Freundschaftstour Linz - Passau – Budweis mit je einem vierten und fünften Etappenplatz sowie dem 7. Platz in der Gesamtwertung. Auch der fünfte Platz bei Rund um die Nürnberger Altstadt, immerhin ein Rennen der Kategorie 1.1, zeigt seine Klasse und die aktuell gute Form.

 

Von seinem Team wird er als Allrounder eingeschätzt. Seine Stärken liegen ganz klar bei mittelschweren Etappen oder Eintagesrennen. Durch seine Statur wird er sicher nicht an seine Erfolge am Berg anknüpfen können; auch im Zeitfahren kann er nicht mit den Besten mithalten. Mit der Konzentration auf die richtigen Rennen sollten weitere Erfolge möglich sein und es bleibt zu hoffen, dass wir ihn im Jahr 2008 in einem Profiteam wiedersehen und er nicht zu den Leidtragenden der aktuell schwierigen Situation im Profiradsport gehört.

 

nominated by hawkeye_76, presented by hawkeye_76



Platz 25: Grega Bole



Grega Bole
© Mani Wollner

Grega Bole

Slowenien

13.08.1985

 

Für ein so kleines Land hat Slowenien eine sehr aktive Radsportszene. Allein, die Herren Mahoric, Stangelj, Hvastija, oder Mervar sind nicht mehr die jüngsten oder schon gar nicht mehr aktiv, ein Kristjan Fajt oder Jure Zrimsek hat sich als Profi nicht durchsetzen können. Allein Janez Brajkovic und Borut Bozic hielten 2007 im Profibereich die rot-weiß-blaue Fahne mit dem Triglav im Wappen mit Erfolgen hoch. U23-Fahrer wie Simon Spilak, Kristjan Koren, Gasper Svab oder Grega Bole geben jedoch Anlass zu Hoffnung.

 

Grega Bole machte schon als Junior mit hochklassigen Siegen auf sich aufmerksam: So standen Etappensiege beim GP General Patton, dem Giro della Lunigiana oder Kroz Istru ebenso wie ein Gesamtsieg bei Liege - La Gleize zu Buche.

 

Das Team Radenska Rog, für das der Slowene schon 2004 fuhr, wurde 2005 erstmals als Continental-Team klassifiziert, was für Bole die ersten Teilnahmen an Profirennen bedeutete. Trotzdem wechselte er mitten in der Saison das Team, jedoch nicht das Land: Bole fuhr nun für das slowenische Sava-Team an der Seite so erfahrener Profis wie Hans-Peter Obwaller oder Walter Bonca. So legte er bei der Slowakei-Rundfahrt als Gesamt Zehnter erstes Zeugnis seiner Rundfahrer-Qualitäten ab. Seinen ersten Sieg bei einem Profirennen verpasste Bole bei der Trofeo Banca Popolare Piva als Zweiter denkbar knapp. Die Burgenland-Rundfahrt im nördlichen Nachbarland konnte der Slowene hingegen für sich entscheiden.

 

2006 startete Bole furios in die Saison. Bei der traditionellen Auftakt-Veranstaltung auf dem Balkan, der Istrian Spring Trophy (2.2) (früher Jadranska Magistrala) in Kroatien, war er beim Prolog und im Sprint (Sieger: Gerald Ciolek) als Dritter jeweils nur knapp geschlagen. In der Gesamtwertung beendete er die Rundfahrt als Fünfter sogar eine Sekunde vor dem späteren U23-Weltmeister. In der folgenden Woche stand endlich der erste reguläre Profisieg Boles an: Bei der 2.2-Rundfahrt durch die Berge Montenegros, den legendären Paths Of King Nikola, schlüpfte er als Auftaktsieger ins Leadertrikot, gewann auch am Schlusstag als Tages-Zweiter den Sprint des Hauptfeldes und beendete die Tour auf Platz neun. Hinter Eibegger und Hansen schaffte Bole es beim Salzkammergut-Giro (1.2) aufs Podium, im Sprint Riebenbauer schlagend.

 

Als Kapitän einer starken slowenischen Nationalmannschaft ging Bole beim Giro delle Regioni an den Start, der in diesem Jahr über das EZF entschieden wurde, das er als Sechster beendete und somit auch seiner starken Gesamtplatzierung (Fünfter) bei dieser wichtigen U23-Rundfahrt entsprach. Das Jahr rundet – neben dem 17. Platz im U23-Straßenrennen von Salzburg - ein weiterer Etappensieg bei der Slowakei-Rundfahrt (2.2) ab, die Bole – um einen Platz zum Vorjahr verbessert – als Neunter beendet.

 

In diesem Jahr nun zeigte Bole, dass er den U23-Kinderschuhen langsam entwächst: Siege bei U23- wie bei Profirennen, mehrere Leadertrikots bei verschiedenen Rundfahrten. Bei der Istrian Spring Trophy (2.2) hinderte ihn nur der neue norwegische Tausendsassa Boasson Hagen am Gesamtsieg. Knapp geschlagen auch als Zweiter bei einem italienischen 1.2-Rennen, fuhr Bole einen mörderisch starken April. Die versammelte Espoirs-Weltelite besiegte er bei der U23-Ausgabe der Doyenne in Lüttich, um daraufhin beim Giro delle Regioni genau dort weiterzumachen. Zwar verpasste er die entscheidende Gruppe um Rui Costa am ersten Tag, blies jedoch auf den nächsten Etappen zum Angriff. Ein erster, zweiter und vierter Etappenplatz sowie der Sieg in der Punktewertung waren der Lohn und Trost über Platz 25 in der Gesamtwertung für den vielleicht besten Fahrer des 2007er Regioni.

 

Der sich jedoch nicht lange in Trübsal erging und stattdessen die gute Form bei der Friul-Rundfahrt (2.2) zu nutzen wusste: Sprintsieg auf der ersten Etappe gegen Rebellin - wenn auch nur gegen Davides Bruder Carlo - wie so oft aus einer Spitzengruppe heraus. Erneuter Lohn weiterer guter Platzierungen auf den restlichen Etappen: das Punktetrikot.

 

In der zweiten Jahreshälfte mangelte es Bole ein wenig an Ergebnissen – so ist vielleicht der Platz relativ weit hinten in der Mock-List zu erklären. Ob der Slowene in Stuttgart an sein starkes Frühjahr anknüpfen kann, ist abzuwarten. Im Sprint einer größeren Gruppe um den WM-Titel, in der reinrassige Sprinter fehlen (wie der Kurs nahelegt), ist Bole auf jeden Fall zu beachten. Gültig bleibt das folgende Verdikt der ehemaligen Sava-Teamkollegen, das sich jeder selbst ergooglen kann: "bist du tempet! bole war turbo!"

 

nominated by gardener, presented by gardener



Platz 24: Marcel Wyss



Marcel Wyss
© hawkeye_76

Marcel Wyss

Schweiz

05.06.1986

 

Marcel Wyss ist nicht verschwippschwägert mit Danilo Wyss und kommt aus der Deutschschweiz, genauer gesagt aus dem Kanton Bern. Der Name Wyss hat in der Schweiz so in etwa die Verbreitung wie Lehmann in Deutschland, leitet sich simplerweise von dem Begriff „Weiss“ ab.

Doch genug der Etymologie, wenden wir uns nun dem Sportlichen zu.

Mit 13 Jahren stieg er aufs Rad. Nach diversen lokalen Erfolgen in verschiedenen Jugendklassen konnte er 2004 in seinem zweiten Juniorenjahr die ersten größeren Erfolge in der Schweiz feiern. So erklomm er elfmal das Siegerpodest, u.a. wurde er Schweizer Junioren-Meister (und Zweiter der Zeitfahrmeisterschaft). Fast noch höher ist hingegen der dritte Gesamtplatz beim GP Rüebliland (2.HC) einzuschätzen. Wenn man sich die Top Fünf dieser Rundfahrt anschaut, sieht man in welch illustrer Gesellschaft sich Wyss damals befand. Es gewann Kreuziger vor Capecchi. Hinter Wyss kamen Gesink und Steensen ins Ziel. Darüber hinaus wurde er auch Gesamtzweiter der Kroatien - Rundfahrt.

 

Danach wechselte er zum U23-Team Fidibic.com und da wurden die Erfolge etwas rarer. Er errang einen Sieg beim GP Frauenfeld. Dazu noch den fünften Gesamtrang bei der Main-Franken-Tour (2.2), bei der ersten Etappe wurde er Zweiter. Den GP Gippingen beendete er als Dritter, ebenso wie das italienische Rennen Freccia di Vini (1.2). Ein Jahr später wechselte er zur U23-Mannschaft von Saunier Duval. Mit dieser Mannschaft trieb er sich gehäuft in Spanien herum. Auf dem Programm standen der Circuito Montanes (2.2), Vuelta Extremadura (2.2), Vuelta al Goierri, die er jeweils im Mittelfeld beendete. Bei letztgenannter Rundfahrt errang er den ersten Platz auf der ersten Etappe. Bei den Eintagesrennen reichte es auch zu vorderen Platzierungen. So sprang beider Klasika Txuma (1.2) ein elfter Platz heraus, bei der Trofeo de Ontur gar ein achter. Als Mitglied des Schweizer Nationalteams bestritt er die Thüringen-Rundfahrt (2.2U). Dabei sprang auf dem zweiten Teilstück der dritten Etappe ein vierter Platz heraus (in einer Ausreißergruppe) und in der Gesamtwertung kam er auf Platz zehn. Beim GP Tell (2.2U) schaffte er sogar den fünften Gesamtrang und war mit Eibegger (Erster), den beiden Mockis des letzten Jahres Peter Velits (Zweiter) und Svab (Dritter) sowie Thomas Frei (Vierter) wieder in guter Gesellschaft.

Im Jahr 2007 wechselte er – wie sein Namensvetter – zum deutsch-schweizerischen Team Atlas-Romer’s Hausbäckerei. Da warteten wieder neue Rennen auf ihn bei denen er sich mit echten Profis messen konnte. Und er bewies gleich von Anfang an, dass er dem gewachsen war. Ein 12. Platz beim Giro del Mendrisiotto (1.2) war ein guter Auftakt. Wenig später folgte der deutsche Klassiker Rund um Köln (1.HC), den er auf dem 44.Platz beendete. Beim U23-Klassiker Liège - Bastogne - Liège Espoirs (1.NC) kam er mit der Spitzengruppe ins Ziel und belegte hierbei den neunten Platz. Sein Meisterstück folgte aber beim Henninger Turm (1.HC). Auch hier erwischte er die entscheidende Gruppe und kam als hervorragender Fünfter ins Ziel. In der Folgezeit bewies er, dass er auch ganz gut rundfahren kann. Beim Flèche du Sud (2.2) belegte er den vierten Platz (dazu Dritter der vierten Etappe), bei der Thüringen-Rundfahrt wurde es diesmal der achte Gesamtrang (dazu zwei sechste Etappenplätze). Bei der wohl wichtigsten U23-Tour der Tour de l'Avenir (2.NC) belegte er in der Endabrechnung einen sehr guten 17. Platz. Auf der ersten Etappe kam er in die Ausreißergruppe, welche später den Sieg unter sich ausmachte, dort erreichte er den vierten Platz und schrammte somit knapp am Führungstrikot vorbei.

Marcel Wyss ist auf den eher etwas schwereren Klassikern, wie beispielsweise die Liège - Bastogne – Liège zu Hause, kann aber auch ganz gut Rundfahrten betreiten. Er hat auf alle Fälle bewiesen, dass er für die Profis gut gerüstet ist. Noch hat er aber keinen Profi-Vertrag in der Tasche, die WM könnte ihm diesen aber verschaffen.

 

nominated by wagenge, presented by wagenge



Platz 23: Jurgen Roelandts

Jurgen Roelandts

Belgien

07.02.1985

 

Auch Jurgen Roelandts ist kein Unbekannter in der Mock List. Schon 2006 wurde ihm die Ehre zuteil, sowohl von ogkempf als auch von chreezer nominiert zu werden, was ihm schlussendlich Rang 17 einbrachte. Was immer in den letzten 12 Monaten passiert sein mag - Roelandts erhielt keinen Profi-Vertrag und blieb seinem Team Davitamon-Win for Life-Jong Vlaanderen treu -, nur ein Jahr später durfte er sich nicht mehr dieser Beliebtheit erfreuen und erhielt lediglich eine Nominierung. Genau dieser Einzelkämpfer durfte sich dementsprechend auch dieses Berichts annehmen…

 

Vier Jahre fährt Roelandts nun bereits für das Jong - Vlaanderen-Team, was auch damit zusammenhängt, dass er erfolgreich Sport und Studium an der Universität von Brüssel unter einen Hut bringt. Nach diesem Jahr wagt er den Sprung zu den Profis und folgt dabei den Spuren eines Greg van Avermaet zu Predictor - Lotto. Dass er das Zeug für dieses Engagement hat, konnte Roelandts in den vergangenen Jahren inkl. der aktuellen Saison hinreichend beweisen. Schon vor seiner U23 - Zeit gelang es ihm belgischer Jugend - Meister im Zeitfahren sowie auf der Straße Junioren - Champion zu werden.

 

Sein erster Erfolg für die Vlaanderen - Talentschmiede gelang ihm 2004 bei der Tour de Namur. Weiter fiel er durch einen starken dritten Platz beim Omloop van het Houtland-Lichtervelde (1.5) hinter Bert de Waele und Denis Haueisen auf. Nur ein Jahr später mischte Roelandts bereits erfolgreich bei den Profis mit: Gemeinsam mit Cornu erreichte er den dritten Platz beim Paarzeitfahren Duo Normand (1.2) vor starken Paaren wie Mizourov/Wacker, Agnolutto/Brard oder Casar/Dacruz. Bei der Belgien-Rundfahrt (2.1) konnte er sich zweimal in den Top Ten platzieren (4.,8.) und dabei große Namen wie Eeckhout und Napolitano bezwingen. Dass das kein Zufall war, unterstrich Roelandts beim belgischen Saisonabschluss, dem Nationale Sluitingsprijs (1.1), mit Platz acht.

 

Das Jahr 2006 war dann wohl sein bisher bestes Jahr, auch ein Indiz dafür, dass es in der Mock List im Vergleich zur letzten Ausgabe für Roelandts ein wenig bergab ging. Immerhin zwei Saisonsiege ihm in dieser Saison, je einer bei der Tour de Loir-et-Cher (2.2) und bei der Tour de Normandie (2.2) u.a. vor Tombak, Feillu und Mandri, hinzu kamen insgesamt fünf weitere Top Ten - Plazierungen bei beiden Rundfahrten. Ebenfalls tauchte er erneut bei der Belgien-Rundfahrt (2.1) im Sprint auf, wo er als Etappen - Fünfter vor de Jongh, Eeckhout und Hammond landen konnte und sich nur Boonen, van Heeswijk, Steegmans und Cooke geschlagen geben musste. Seine Spurtfähigkeiten bewies er u.a. auch beim Giro del Capo (2.2) sowie beim Ruban Granitier Breton, wo er zusätzlich dank eines starken Zeitfahrens den siebten Gesamtrang belegte. Doch auch bei Eintagesrennen gelangen Roelandts beachtenswerte Resultate: So sprintete er beim Omloop van de Vlaamse Scheldeboorden (1.1) hinter Hondo, Flahaut und Cooke auf Platz vier und verwies dabei Radochla, Eeckhout, Cadamuro, Vierhouten und Vaitkus auf die weiteren Plätze. Dass er nicht allein auf die Sprintrennen zu reduzieren, sondern auch bei klassischen Rennen zu beachten ist, zeigen ein achter Platz bei Schaal Sels (1.1) sowie zwei zwölfte Plätze bei Paris-Brüssel (1.HC) und der Kampioenschap van Vlaanderen (1.1). Nicht unter den Tisch fallen soll ein weiterer Etappenerfolg bei der Tour de Namur.

 

Im Jahr 2007 musste Roelandts bislang noch auf einen größeren Erfolg warten. Abgesehen vom Sieg im Einzelzeitfahren der Ronde van Vlaams-Brabant, der ihm am Ende Platz zwei in der Gesamtwertung bescherte, blieb es bei Podest-Platzierungen. Wiederum klappte dies bei der Tour de Loir-et-Cher (2.2) sowie der Tour de Normandie (2.2), wo er seine Meister in Mattia Gavazzi und Edvald Boasson Hagen fand. Auch bei der Tour de Bretagne (2.2) war es zweimal der Norweger Hagen, der einen Erfolg des Belgiers verhindern konnte.

 

Nichtsdestotrotz scheint Roelandts reif für den Sprung zu den Profis zu sein. Vielleicht wird er nicht so einschlagen wie Greg van Avermaet in diesem Jahr, einige starke Plazierungen sind ihm aber allemal zuzutrauen.

 

nominated by virtualprofit, presented by virtualprofit



Platz 22: Mathias Frank




Mathias Frank

Schweiz

09.12.1986

 

Nachdem es in den letzten beiden Jahren kein Schweizer in die Mock List geschafft hat, gibt es hier dieses Jahr gleich drei Fahrer dieses Landes zu bestaunen. Alle drei konnten vor der Saison nicht unbedingt im internationalen Vorderfeld erwartet werden.

 

Mathias Frank war Anfang dieser Saison international weitestgehend unbekannt. In der Schweiz selbst hatte er ein paar gute Resultate bei Kleinstrennen erzielt. Bei den Schweizer Meisterschaften auf der Straße, am Berg und im Zeitfahren belegte er in den verschiedenen Jugendkategorien immer mal wieder Podiumsplätze.

Letztes Jahr konnte er bei der tunesischen Tour des Aéroports (2.2) zwar seinen ersten UCI Sieg erringen, aber das schwache Teilnehmerfeld dieser Rundfahrt dämpfte das öffentliche Interesse an diesem Achtungserfolg, der durch den vierten Platz in der Gesamtwertung noch veredelt wurde. Alles in allem zeigte der Eidgenosse aber nichts, was 300 andere Fahrer im gleichen Jahr nicht auch gezeigt hätten.

 

Immerhin durfte er dieses Jahr mit der Schweizer Nationalmannschaft auf Tournee. Auf internationalem Parkett lieferte das aber zunächst wenig Zählbares.

Die Anonymität seiner Existenz legte Frank dann in Deutschland ab. In einer ziemlich chaotischen Thüringen–Rundfahrt im Juni überstand er auf der ersten schwereren Etappe als Vierter den 17er Cut. Im Zeitfahren wurde er guter Zehnter. Vor der entscheidenden Etappe lag der Schweizer auf Platz 12. Diese entscheidende Etappe gewann er völlig überraschend solo aus einer großen Gruppe mit vielen Favoriten heraus. Am Ende gewann er nicht nur diese Etappe, sondern auch sensationell die gesamte Rundfahrt; mit zwei Sekunden vor Tony Martin. Da diese Etappe sehr chaotisch war und nie genau deutlich war, wer nun in der großen Gruppe war und wer nicht, war nur deutlich, dass Frank stark war. Wie stark er aber wirklich war, blieb lange ungewiss.

 

Der nationalen Meistertitel im Zeitfahren und am Berg kurze Zeit später bestätigten die in Thüringen gewonnenen Erkenntnisse und Zweifel gleichermaßen, denn bei den Meisterschaften war die Konkurrenz international gesehen eher mäßig.

Bei der EM wollte der interessierte Zuschauer dann erneute Heldentaten sehen. Richtig 'Heldiges' wurde von Mathias Frank dabei aber nicht geboten.

 

Der nächste Höhepunkt war dann der GP Tell, bei dem wie in Thüringen jedes Jahr die weltweite U23 Elite an den Start geht. Dabei wurde das gesamte Schweizer Team bereits auf der ersten beiden, mittelschweren Etappe völlig versenkt. Frank verlor auf der zweiten Etappe fast sechs Minuten auf die Spitze. Auf der letzten Etappe stand - wie schon in Deutschland – die schwerste Etappe an. Der Zielbogen stand im Anstieg nach Arosa auf 1700 Meter Höhe. Mathias Frank erreichte den Schlussanstieg mit der Favoritengruppe und attackierte direkt am Fuß des Berges. Da er keine direkte Bedrohung für die Leader war, durfte er erstmal fahren; und den nächsten Blickkontakt mit dem Eidgenossen gab es im Ziel auf dem Podium. Dort stand er vermutlich schon, als der erste Verfolger der auseinander gefahrenen Favoriten 1:39 hinter Frank das Ziel überquerte. Letztendlich erreichte der 20Jährige in der Gesamtwertung sogar noch den neunten Platz und es war definitiv deutlich, dass er in der U23 zu einem absoluten Spitzenmann gereift war.

 

Dies stellte auf das Team Gerolsteiner fest. Mit Montgomery, Strauß und Beat Zberg beendeten letztes bzw. beenden dieses Jahr drei Schweizer ihre Karriere bei den Cyanblauen. Auf der Suche nach Schweizer Ersatz traf man auf Frank, dem man kurzerhand einen Stagiaire-Vertrag gab. Dass der junge Mann allerdings zunächst in belgischen Eintagesrennen antreten muss, kommt dem Rundfahrer nicht unbedingt entgegen. Sollte er dieses Jahr noch keinen Vertrag bekommen, kann er sich nächstes Jahr erneut in der U23 beweisen.

 

nominated by hawkeye_76, presented by ogkempf



Platz 21: Alexandre Pliuschin



Alexandre Pliuschin
© Mani Wollner

Alexandre Pliuschin

Moldawien

13.01.1987

 

Moldawische Radfahrer gelten gemeinhin als Außenseiter und Exoten. Mit Pliuschin hat aber immerhin einer einen Platz in einer westeuropäischen Kaderschmiede gefunden. Bei Ag2R-Chambery, einer drittklassigen Mannschaft und Espoirs-Team des ProTour-Teams Ag2R, hat er einen wichtigen Platz eingenommen.

 

Geboren ist Alexandre Pliuschin am 13. Januar 1987 in Moldau. Erste große Erfolge fuhr er bereits als Jugendfahrer ein. 2004 gewann er in Los Angeles die Bronzemedaille im Scratchrennen der Junioren. Im folgenden Jahr durfte er sich sogar über eine goldene Medaille in der Einer-Verfolgung bei der EM freuen. In jenem Jahr ließ er auch auf der Straße aufhorchen. Das Juniorenrennen Giro della Toscana beendete er auf Rang zwei. Gewinnen konnte er dagegen die Eintagesrennen Classique des Alpes und Sierre-Loye. Bei der Junioren-WM in Salzburg konnte er schließlich noch eine Silbermedaille im Zeitfahren auf der Straße seiner Sammlung hinzufügen.

 

In seinem ersten Männerjahr wurde es still um Alexandre Pliuschin. Lediglich beim Schweizer GP Tell konnte Pliuschin die Erwartungen erfüllen. Auf der ersten Etappe fuhr er einen zweiten Platz ein, nur von Jos van Emden geschlagen. Dafür ließ er unter anderem Jérome Coppel und Nico Graf hinter sich. Abschließen konnte er eine der wichtigsten U23-Rundfahrten auf einem neunten Gesamtrang. Bei der WM, wiederum in Salzburg, diesmal aber in der Klasse U23 reichte es nur zu einem 34. Platz im Zeitfahren und einem 44. im Straßenrennen.

 

2007 sollte er dann besser in Fahrt kommen. Beim zum Nationen Grand Prix zählenden Grand Prix du Portugal konnte er einen sechsten Etappenplatz einfahren und beendete die Rundfahrt auf dem elften Platz. Drei Wochen später reichte es zu einem vierten Etappenplatz und dem 16. Endplatz eine Sekunde hinter Tony Martin bei der Rhône-Alpes Isère Tour (2.2). Dann folgte sein bis dato bestes Ergebnis bei den Espoirs: Er gewann die Ronde van Vlaanderen und bewies damit Fighterqualitäten. Im Alleingang gelang es ihm, 34 Sekunden vor einer achtköpfigen Verfolgergruppe zu retten, die immerhin mit zwei Fahrern der dänischen Supergeneration ausgestattet war, und konnte alleine durchs Ziel fahren und sich feiern lassen.

 

Bei der Ronde de l'Isard (2.2 U) konnte er mit einem zehnten Platz im Zeitfahren nochmals seine Zeitfahrqualitäten zeigen. Während der Ronde de l'Oise (2.2) reichte es zu einem siebten und einem zehnten Etappenplatz. Das war aber alles nur Vorbereitung für die nächste Medaille, die konnte er nämlich in Südafrika einfahren. Bei der B-WM reichte es zum dritten Platz des Straßenrennens. Einen weiteren Etappensieg schaffte Pliuschin dann noch beim GP Tell auf der zweiten Etappe.

Beim mit Profis gespickten Polymultipliée Lyonnaise (1.2) gewann er den Sprint einer 7köpfigen Verfolgergruppe gegen den erfahrenen Charles Guilbert und konnte sich über den zehnten Platz freuen.

 

Für die nächste Saison hat er bereits einen Platz bei AG2R sicher. Mit dann 21 Jahren wird er sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen müssen. Aber in den letzten Jahren hat das Team immer wieder Leute langsam an die Spitze gebracht, das wünscht man auch dem Exoten aus Moldau. Sein Talent hat sich seit der Juniorenzeit gezeigt und auch in der Klasse U23 konnte er unter Beweis stellen, dass er einiges im Köcher hat. Die hügelige WM in Stuttgart kann dem Fighter liegen, und sollte es zu einem Sprint einer Spitzengruppe kommen, muss Alexandre Pliuschin sich bestimmt nicht verstecken.

 

nominated by chreezer, presented by Offi



Platz 20: Simon Clarke



Simon Clarke
© Mani Wollner

Simon Clarke

Australien

18.07.1986

 

Nun machen wir Kian zu Ehren eine halbe Weltumrundung. Der nächste Kandidat kommt aus Australien, heißt Simon Clarke und wurde am 18. Juli 1986 geboren. Simon Clarke fährt für das Team mit den vermeintlich schönsten Trikots: SouthAustralia.com – AIS. Das Team besteht zu einem großen Teil aus Bahnfahrern, zu denen auch Clarke gehört. Um sich für die zumeist im Winter stattfindenden Wettbewerbe in Form zu fahren, fährt das Team aber auch im europäischen Sommer einige Rennen, auch in Europa.

 

Aber beginnen wir in der Jugend. 2004 wurde der australische Vierer, bestehend aus Michael Ford, Miles Olman, dem für CSC fahrenden Matthew Goss und eben Simon Clarke, Juniorenweltmeister der Mannschaftsverfolgung. Zudem erreichte er den 13. Platz bei den Weltmeisterschaften der Junioren auf der Straße. Seinen ersten australischen Meistertitel konnte er schon im folgenden Jahr feiern und läutete damit ein erfolgreiches erstes Jahr in der Klasse U23 ein.

 

2005 wurde Clarke also australischer Meister der U23-Fahrer, und das im ersten Männerjahr. Zudem gewann er die Tour of Murray River, bei der er auch drei zweite Plätze ersprinten konnte.

Dass der Blondschopf sprinten kann, zeigte er dann auch in Europa. Während des Giro delle Regioni reichte es zu einem dritten und einem fünften Etappenplatz. Dass er auch gut über Berge kam, überraschte dann doch. Er beschloss die Rundfahrt auf dem zehnten Platz, vor unter anderem Eibegger, Ricco und Martin. Eine Woche nach dem Regioni konnte er noch einen fünften Platz beim Ein-Tages-Rennen GP Industria del Marmo (1.2) einfahren.

Die Tour of Japan (2.2) beendete er auf dem 16. Platz und konnte zudem noch einen vierten Platz ersprinten. Kurz vor Beginn der Bahnsaison folgte noch ein achter Platz beim australischen Ein-Tages-Rennen Melbourne to Warrnambool Classic.

 

2006 folgte der nächste Titel, jetzt aber im Madison auf der Bahn. Aber auch auf der Straße fuhr er weiter große Erfolge ein.

Beim Saisonbeginn, der Jacob's Creek Tour Down Under (2.HC), fuhr er zwei achte Etappenplätze ein und beendete die Rundfahrt auch auf diesem Platz. Im April kam dann wieder der Ausflug nach Italien zum Giro delle Regioni. Zur Vorbereitung fuhr man noch den GP Palio del Recioto, ein 15. Rang sprang dabei heraus. Der eigentliche Spaß begann dann am 27.4. mit einem vierten Platz auf der zweiten Etappe des Regioni, geschlagen von Van Avermaet und Grabovskyy. Einen Tag später folge ein fünfter Etappenplatz, diesmal musste er Van Avermaet, Lund, Vanendert und Grabovskyy den Vortritt lassen. Am Ende reichte es für den hügelfesten Sprinter aus Victoria zum vierten Gesamtrang und er wurde damit zum besten U21-Fahrer des Rennens. Geschlagen wurde er von Grabovskyy, der die Tour zu seinem Rennen machte, außerdem konnten Belkov und Vanendert vor ihm landen. Aber mit Van Avermaet, Lund, Golas, Bole, Muck, Jacobs, Leezer und Levarlet hat er keine Unbekannten hinter sich gelassen.

Mit seinem Team SAI fuhr er dann fast erwartungsgemäß den ersten Platz beim Teamzeitfahren zum Auftakt der Thüringen-Rundfahrt ein. Mit Goss fuhr aber ein älterer Sprinter mit, für den er arbeiten musste. Trotz der Arbeit für seinen Kapitän konnte er für sich einen neunten Endplatz verbuchen.

Kurz darauf fuhr er in Spanien bei der XII. Klasika Internacional "Txuma" den vierten Platz ein. Ein bisschen enttäuschend, weil er sich im Sprint einer sechsköpfigen Verfolgergruppe mit dem dritten Rang begnügen musste, nachdem Jonathan Clarke und Shaun Higgerson aufopferungsvoll für ihn gearbeitet hatten. Gewinnen konnte das Rennen Ignatiev, mit mehr als acht Minuten Vorsprung...

 

Fünf Tage später konnte er dann aber doch jubeln. Er gewann die vierte Etappe der Vuelta Ciclista a Navarra (2.2) und erreichte den siebten Endplatz. Im Spätjahr fuhr er noch den achten Platz bei der Herald Sun Tour ein.

 

Auch 2007 läuft bisher sehr erfolgreich für den jungen Australier. Zu Saisonbeginn bei der Tour Down Under (2.HC) fuhr er den dritten Platz beim Prolog ein und untermauerte damit auch seine Stärke im Kampf gegen die Uhr. Ein zehnter und 19. Etappenplatz bei hügeligen Terrain reichten am Ende zum zehnten Endplatz. Beim Giro del Mendrisiotto (1.2) erreichte er mit einer 16köpfigen Spitzengruppe das Ziel und wurde Achter. Drei Wochen später erreichte er den zweiten Platz beim GP Palio der Recioto (1.2U), aber nicht im Sprint sondern als Teil eines Duos hinter Gewinner Kiserlovski. Ein Wochenende später überrollte er als Dritter das Ziel beim Gran Premio della Liberazione (1.2U). Den Giro delle Regione beschloss er diesmal auf dem elften Platz, konnte sich aber über zwei vierte und einen zweiten Etappenplatz freuen.

Dass er auch über Berge kommt, bewies er dann im Juni beim Circuito Montanes (2.2), er wurde Siebter. Dazu kamen ein dritter und ein fünfter Etappenplatz und der achte im Zeitfahren.

Wiederum stark zerstückelt kam das Feld beim GP Capodarco (1.2) an, für Simon Clarke reichte es zu einem achten Platz. Zuletzt macht er mit den Plätzen sechs, sieben und neun bei der Tour of Britain (2.1) auf sich aufmerksam. In der Gesamtwertung reichte es beim mit ProTour-Profis gespickten Rennen zu Platz sechs.

 

Und das Jahr ist für australische Radfahrer ja noch nicht vorbei. Da könnte durchaus noch was dazu kommen. Was aber auf jeden Fall kommen sollte, ist ein Platz in einem ProTour-Team. Simon Clarke ist ein guter Allrounder, kommt gut über Hügel, kann in Sprints mithalten und sich auch mal über einige Kilometer alleine bei Zeitfahren quälen. Er kann aber auch nächstes Jahr in der U23 fahren, das wäre aber fast schade, da er für Größeres geschaffen zu sein scheint.

 

nominated by wagenge, presented by Offi



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