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Februar 2019



Die Schweizer Mediziner Vereinigung FMH hat ihre Standesordnung geändert und insbsondere die Vorschriften im Umgang mit Doping und damit dopingrelevanten Medikamenten und Methoden dem WADA-Code angepasst. Die FMH strich insbesondere das Konzept des Medikamentenmissbrauchs, das seit 2002 für den Freizeitsport oder ungeregelte Wettbewerbe galt und erweiterte die Berücksichtigung der Dopinggesichtspunkte für alle Sporttreibenden. Ab sofort gilt auch das Konzept der gegenseitigen Aufklärungspflicht, d. h. die Ärzte müssen alle Patienten über die Auswirkungen und Risiken der Behandlungen auch unter Dopinggesichtspunkten aufklären und die Sporttreibende müssen den Arzt über ihre Teilnahme an einem Wettkampf informieren. Die Ärzte sind damit explizit in der Pflicht, sich mit dem Dopingreglement bekannt zu machen und bestimmte Vorschriften, wie Dokumentation der Beratung einzuhalten, sollte die Notwendigkeit bestehen, verbotene Medikamente zu verschreiben. 13.2.2019:

saez.ch: Revision der berufsethischen ­Regeln zum Doping

 

 

'Global Athlete' heißt eine neue international agierende Vereinigung von Athleten*innen, die sich für ein starkes Mitspracherecht der Athleten und einen sauberen und korruptionsfreien Sport einsetzen möchten, unabhängig von Verbänden. Organisator ist Radsportler Callum Skinner. Der ehemalige stellvertretende WADA-Direktor Rob Koehler leitet die Gruppe. Finanziert wird sie vorerst vor allem durch FairSport. Die Athleten Kommission des IOC hat sich kritisch und enttäuscht zu der Gründung geäußert. 13./14.2.2019:

Global Athlete: International Athlete-Led Movement Launches "to change

sport for the better and bring it into the 21st century"

AP: New athletes group formed to tackle doping in sports

insidethegames.biz: Former WADA deputy director general and Olympic champion to lead new international athlete organisation

insidethegames.biz: Global Athlete criticised by IOC Athletes' Commission as Koehler insists organisation is not a threat to existing bodies

 

 

Nordkoreas Anti-Doping-Komitee wurde als non-compliant eingestuft und vorläufig suspendiert. 13./14.2.2019:

WADA: WADA declares the Democratic People’s Republic of Korea Anti-Doping Committee non-compliant with World Anti-Doping Code

insidethegames.biz: North Korea declared non-compliant by World Anti-Doping Agency on eve of IOC meeting

 

 

Die luxemburgische Anti-Doping-Agentur ALAD wird die Namen von Personen, gegen die ein Verfahren wegen Verstößen gegen das Anti-Doping-Reglement verstoßen haben, läuft, erst veröffentlichen, wenn ein Urteil vorliegt, dass den Verstoß feststellt. Begründet wird dies mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung und dem Recht auf Unschuldsvermutung. Die Vorgehensweisen sind auf europäischer und internationaler Ebene unterschiedlich, insbesondere Deutschland besteht weitgehend auf Nichtveröffentlichung der vollständigen Namen. 12./13.2.2019:

ALAD: Bilan des contrôles 2018 et Changement dans la politique de communication suite au Règlement général sur la protection des données

tageblatt.lu: Luxemburger Anti-Doping-Agentur: Keine Namen mehr nach positiven Dopingproben

 

 

Australien organisiert seine Anti-Doping- und Anti-Korruptionsstrukturen im Sport neu. Die verschiedenen bereits bestehenden Organisationen werden zusammen gelegt und sollen gemeinsam im Kampf gegen die Herausforderungen gestärkt werden. Insbesondere hofft man, dass Skandale wie der jüngste Cricket-Bestechungsskandal vermieden werden können. 12.2.2019:

sportsintegrityinitiative.com: Protecting the Integrity of Australian Sport

insidethegames.biz: Australian Government establishes new overarching agency to tackle doping and corruption

 

 

Aufgrund des McLaren-Reports wurden vom CAS in einem erstinstanzlichen Verfahren 12 russische Leichtathleten gesperrt. Die Dauer der Sperren liegt zwischen 2 und 8 Jahren. Dies bedeutet auch, dass der McLaren Report durchaus Relevanz für Sanktionierungen hat und Sportverbänden als Basis für Untersuchungen gelten kann. 1./12.2.2019:

tas-cas.org: THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS)ISSUES DECISIONS IN 12FIRST-INSTANCE DISCIPLINARY PROCEDURES CONCERNING RUSSIAN TRACK AND FIELD ATHLETES

insidethegames.biz: Olympic and world champions among Russian athletes banned after CAS ruling

insidethegames.biz: Reasoned decisions in Russian cases highlight use of McLaren Report evidence in establishing rule violations

 

 

Die laschen Antidoping-Reglements der USamerikanischen Profiligen werden häufig kritisiert, auch vor dem Hintergrund der heftigen Kritik, die von USADA und politischen Kreisen gerne an ausländischen Vorfällen, insbesondere an Russland, geäußert wird und jetzt zu einem Gesetz, dem Rodchenkov Act, führen könnte, das der USamerikanischen Justiz Zugriff auf internationale Sportveranstaltungen mit USamerikanischen Teilnehmern einschl. Sponsoren gewähren soll. Demgegenüber scheint es unmöglich, die Profiligen in den WADA-Code einzubinden. 4./10.2.2019:

USAtoday: Opinion: Super Bowl MVP Julian Edelman shouldn’t even have been playing in the game

insidethegames.biz: Michael Pavitt: Why is doping in the NFL viewed as less important than in Olympic sport

 

 

Das Internationale Paralympische Komitee IPC hob mit Auflagen die Suspendierung des Russischen Paralympischen Komitees auf. Diese Entscheidung wurde jedoch gegen Empfehlungen der IPC-Taskforce getroffen. 8./10.2.2019:

IPC: IPC to lift Russia suspension

insidethegames.biz: IPC lift suspension of Russian Paralympic Committee

insidethegames.biz: IPC taskforce member publicly criticises decision to lift Russia suspension

 

 

Auf Zypern geht die öffentliche Auseinandersetzung zwischen der Fußballervereinigung (Pasp) und dem Club Alki weiter. Zwei Spieler des Clubs hatten bei der Polizei Anzeige erstattet, weil Ihnen vor einem Spiel mit Infusionen unbekannte Substanzen verabreicht wurden, die zu Herzproblemen geführt haben sollen. Der Club streitet jegliches Fehlverhalten ab, Pasp legt Untersuchungen vor, wonach es sich um Actovegin handeln soll, dass angeblich schon seit Jahren gegeben wurde. Nicht erwähnt wird, ob Anti-Doping-Instanzen eingeschaltet bzw. aktiv wurden. 7.2.2019:

cyprus-mail.com: Footballers’ association insist doping took place

 

 

Whistleblowing ist nicht gleich Wistleblowing. Die entsprechenden Plattformen bei Organisationen nehmen zu, doch vor allem wenn Datenleaks die Grundlage von Enthüllungen sind, wird die internationale und nationale Rechtslage schwierig und kann den Whistleblowern große Probleme mit Gefängnis und Zerstörung der Lebensgrundlagen einbringen. Entsprechende Fälle gibt es mittlerweile viele. Der Verantwortliche für die Fußball-Leaks, von denen viele große Zeitungen profitierten und noch profitieren, steht nun vor einer Auslieferung nach Portugal und Anklagen. 6.2.2019:

zeit.de: Jäger und Gejagte

 

 

Der Präsident des Malaysischen Leichtathletikverbandes (MAF), Karim Ibrahim, wurde nun endgültig mit Unterstützung des CAS aus dem Vorstand des IAAF ausgeschlossen. Der Funktionär wurde bereits 2012 in Malaysia wegen Dopingvertuschungsmaßnahmen und Korruption verurteilt, doch das Urteil wurde gekippt und dem weiteren Aufstieg des Funktionärs lag nichts im Wege. 6.2.2019:

sportschau.de: Leichtathletik-Weltverband IAAF räumt auf

sportschau.de: Athletics official removed from IAAF Council

 

 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies den Einspruch Claudia Pechstein gegen dessen erstinstanzliches Urteil betreff Unabhängigkeit des Internationalen Sportgerichtshof CAS zurück und bestätigte damit dessen Unabhängigkeit. 5.2.2019:

CAS/TAS: La Cour Européenne des droits de l’homme (CEDH) rejette la demande de Claudia Pechstein de renvoyer son affaire devant la Grande Chambre de la CEDH. L’arrêt de la CEDH du 2 octobre 2018 est définitif et exécutoire

zeit.de: Pechstein unterliegt mit Beschwerde über CAS

insidethegames.biz: European Court of Human Rights reject claim for final judicial review in Pechstein doping ban saga

 

 

Wie unabhängig sind in Schweden die Anti-Doping-Strukturen? Der fall der Läuferin Meraf Bahta wirft Fragen auf. 4.2.2019:

sportschau.de: Verdacht der Dopingvertuschung

 

 

Über Doping im deutschen Radsport gab es in den letzten Jahren wenig zu berichten, doch es gibt Fälle. 2.2.2019:

DLF: Rückfall in alte Zeiten?

 

 

Johannes Dürr spricht im Interview u.a. über seine Erfahrungen nachdem er seine Doping-Geschichte in der ARD öffentlich darlegte. 1.2.2019:

spiegel.de: Dürr "Es ist kein gutes Gefühl, als Verräter dargestellt zu werden"

 



Januar 2019

Drei europäische Kandidaten, alle Sportminister ihres Landes, haben sich für die Wahl des künftigen WADA-Präsidenten bereit erklärt. Der polnische Kandidat Witold Banka hat nun in einer internen Abstimmung der europäischen WADA-Gruppe CAHAMA deutlich vor der kämpferischen Linda Helleland und Philippe Muyters gewonnen. 30.1.2019:

insidethegames.biz: Banka given boost in bid for WADA President after winning CAHAMA vote to be European contender

 

 

Am 30.1. befasste sich der Sportausschuss in einer nichtöffentlichen Sitzung mit dem Schreiben und den in einem Dossier aufgeführten Vorwürfen von vier bekannten Anti-Doping-Kämpfern, in dem sie dem Doping-Opfer-Hilfeverein, insbes. auch der ehemaligen Vorsitzenden Ines Geipel, schwere Verfehlungen vorwerfen. Die Auseinandersetzungen eskalierten während der DOH-Jahresmitgliederversammlung an der auch der Anti-Doping-Preis 2018 vergeben wurde. Auch die Preisträger waren in die Kritik mit aufgenommen worden. Anlässlich der Sportausschusssitzung reagierten jetzt der neue Vorsitzende der DOH Michael Lehner und die FAZ. 29./30.1.2019:

Michael Lehner: Brief an Prof. Werner Franke : „Warum kündigen Sie den Doping-Opfern Ihre Loyalität auf?“

FAZ: Sind Opfer Versager?

bundestag.de: Streit um Dopingopfer-Hilfe

 

 

Die NADA hat eine Kooperation mit Sportradar beschlossen, um in Dopingfällen die Nachforschungen zu optimieren. 29.1.2019:

NADA: NADA und Sportradar vereinbaren Zusammenarbeit

 

 

Die Berlinger AG wird weiterhin Dopingkontrollflaschen produzieren und revidiert damit ihren Entschluss nach den festgestellten Problemen in den letzten Jahren, sich aus dem Herstellung zurück zu ziehen. Nach Aussage der WADA bleibt es Angelegenheit der Verbände, welche Flaschen die Verbände einsetzen möchten. 28./29.1.2019:

Berlinger: Berlinger Confirms Continued Production of Its Anti-doping Products

insidethegames.biz: Berlinger reverse decision to withdraw from anti-doping process following problems with sample bottles

sportsintegrityinitiative.com: Questions remain over Berlinger’s reversal of withdrawal from anti-doping

 

 

Kobald scheint ein wirkungsvolles Dopingmittel zu sein. Es ist schon verboten, doch ein Grenzwert ist noch nicht festgelegt. 28.1.2019:

br.de: Wirkt wie Epo – neue Studie zu Kobalt alarmiert Dopingfahnder

 

 

Widersprüchliche Aussagen über eine Dopingprobenentnahme beim chinesischen Schwimmstars Sun Yang. Die FINA nahm dies hin und sprach den Athleten frei, die WADA untersucht. 27./28.1.2019:

the times: Olympic champion Sun Yang abuses drug testers

FINA statement – Sun Yang

FAZ: Der Mann mit dem Hammer und die Doping-Probe

 





Ivan Waddington, 2019:
My argument about the limtations of any policy based on biological testing is more fundamental and it is this: no matter how technically sophisticated and effectiv the analysis of urine and blood samples may become, and no matter how sophisticated the process of biological profiling may become - and also assuming that major problems involving corruption and lack of commitment to anti-doping among some anti-doping and federation officials (WADA, 2013) can also be overcome - such techniques will, by their very nature, remain inherently incapable of telling us anything at all about the social proesses which constrain and encourage and facilitate and conceal drug use in sport. ... such tests can tell us nothing about the culture of doping, or about relationships between drug-using athletes, doctors, managers, coaches, drug suppliers, and others in the doping network. In other words, the results of thus tests - even where they are sucessful in identify individual drug-using athletes - can tell us nothig about those processes an understanding of which is essentiel for an understanding of drug use in sport. And without a proper understanding, the possibilities of effective control are minimal.
......................................................

David Howman, ehemaliger WADA-Generaldirektor und heute Leiter der IAAF Integrity Unit , fordert Änderungen im Anti-Doping-Kampf. Angesichts des hohen Aufwands mit geringem Ergebnis müssten die Abläufe einschl. der Nachweismethoden dringend überprüft werden. 26.1.2019:

telegraph.co.uk: Former head of Wada claims drug-test methods not fit for purpose - 'organised crime has a field day in sport'

spiegel.de: "Warum gibt es mehr Schutz im Sport als bei Mord?"

Hintergrund

WADA: REPORT TO WADA EXECUTIVE COMMITTEE on LACK OF EFFECTIVENESS OF TESTING PROGRAMS, 2012

>>> c4f: Dossier Reform Anti-Doping

 

 

Der Russische Leichtathletikverband zog seinen Einspruch vor dem CAS gegen seine Suspendierung durch die IAAF zurück. 25.1.2019:

insidethegames.biz: Russian Athletics Federation withdraw CAS appeal against IAAF suspension

 

 

Russische Ruderer haben auf Veranlassung des früheren Verbandspräsidenten Veniamin Bout im Juli 2018 Klage gegen Richard McLaren vor dem Ontario Superior Court of Justice auf 4,5 Mio $ Schadensersatz erhoben. McLaren wurde aber erst jetzt ein halbes Jahr später vom Kläger wie vorgeschrieben darüber informiert. Sie waren nach Veröffentlichung des Mc Laren Reports von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen worden. 23./24.1.2019:

sputniknews.com: Russian Athletes File Multi-Million Defamation Lawsuit Against McLaren

rt.com: ‘It’s about honor & dignity’: Russian athletes file $4.5mn lawsuit against McLaren

 

 

Die norwegische Sportministerin Linda Helleland hat mit einem 4-Punkte-Programm ihre Kandidatur zur WADA-Präsidentin formal eingereicht. 24.1.2019:

MS LINDA HELLELANDS BID TO BECOME THE 4 TH PRESIDENT OF THE WORLD ANTI-DOPING AGENCY. WADA FIT FOR PURPOSE. FIT FOR THE FUTURE.

insidethegames.biz: Helleland formally launches bid for WADA Presidency with four point plan for reform

 

 

WADA-Chefermittler Günter Younger, erläutert in einem Interview mit der FAZ, die Gründe für die Verspätung, die letztlich auch für die WADA zwingend gewesen seien, um die weitere Auswertung juristisch abzusichern. Er äußert sich insgesamt positiv über die Zusammenarbeit mit den zuständigen russischen Stellen. 21.1.2019:

FAZ: Hunderte vertuschte Doping-Fälle in Moskau

>>> c4f: Zitate aus dem Interview

 

 

Reaktionen auf die WADA-Entscheidung zur RUSADA:

iNADO: iNADO offers WADA support following controversial decision

NADA: Nationale Anti-Doping Organisationen reagieren auf den Compliance-Status der RUSADA

insidethegames.biz: RUSADA director general warns next WADA deadline more difficult than handing over data

 

 

Die RUSADA wird ihren compliance-Status unter Auflagen behalten. Das beschloss das WADA Executive Committee auf Empfehlung des Compliance Review Committees (CRC). Entscheidend wird sein, dass die erhaltenen Daten original sind, keine Manipulationen beinhalten und Russland die nach Prüfung der Unterlagen benötigten nicht manipulierten Proben zur Nachprüfung zur Verfügung stellt. 22.1.2019:

WADA: WADA Executive Committee endorses CRC recommendation to continue applying conditions of RUSADA compliance

sportschau.de: Russlands Doping - noch immer mehr Fragen als Antworten

https://www.sportschau.de/doping/Russia-doping-more-questions-than-answers-100.html>sportschau.de: Russia doping saga still posing more questions than answers

 

 

Die IAAF vergab an 42 russische Athleten und Athletinnen für 2019 den neutralen Status, der es ihnen erlaubt, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. 21./22.1.2019:

IAAF: IAAF approves the application of 42 Russian athletes to compete internationally as neutral athletes

insidethegames.biz: IAAF grant neutral status for 42 Russian athletes in 2019

 

 

Reaktionen aus Österreich auf Johannes Dürrs Dopingangaben. 20.1.2019:

sportschau.de: Blutige Langlauf-Angelegenheiten

sportschau.de: Staatsanwalt: "Sehr bedeutsame Informationen"

Hintergrund >>> c4f: Österreich und Doping

 

 

Beispiel zu den unterschiedlichen Organisationsstrukturen der nationalen Anti-Doping-Organisationen: Die französische Agentur AFL hat zum 1.1.2019 Reformen eingeführt. Hierzu müsste erst das französische Gesetz geändert werden. Danach werden ab sofort alle Dopingverstöße nicht mehr von den Sportorganisationen, sondern von einer Kommission der AFLD bearbeitet. Zudem sollen die Verfahren verkürzt werden können. Auch die Rechtsprechung obliegt der AFL. In Deutschland wird diese von der NADO an das Deutsche Sportschiedsgericht weiter gegeben, sofern überhaupt die Verbände das Ergebnismanagement in die Hände der NADA gelegt haben. Ein weiterer Unterschied in der Organisation der Anti-Doping-Organisation besteht z.B. darin, dass das Anti-Doping-Labor, 2018 von Châtenay-Malabry nach Orsay umgezogen, zwar einer Universität angegliedert, aber Teil der AFLD ist. 20.1.2019:

spe15: Les nouvelles procédures anti-dopage de l’AFLD

 

 

Nationale Anti-Doping-Agenturen sind die Herzstücke des internationalen Antidopingkampfes. Eine Voraussetzung sollte sein, dass sie unabhängig agieren können. Wie solch eine Unabhängigkeit aber aussehen sollte, bleibt ungeklärt. Die NADO sind weltweit in unterschiedlichster Weise organisiert einschl. ihrer Finanzierung. 19.1.2019:

DLF: Wie unabhängig sind die nationalen Doping-Aufseher?

 

 

Im April 2018 hob der CAS die vom IOC verhängte Sperren in Folge der Sotchi-Affaire von 28 russischen Sportler*innen auf. Daraufhin erhob das IOC vor dem Schweizer Bundesgericht erst einmal nur in einem Fall, dem Langläufer Alexander Legkow, Einspruch. Dieser wurde jetzt zurückgewiesen. Das IOC verzichtet nun auf die Weiterverfolgung der anderen 27 Fälle. 18./19./21.1.2019:

IOC: IOC disappointed at decision of Swiss Federal Tribunal

insidethegames.biz: Swiss Federal Tribunal reject IOC appeal against CAS decision to clear Legkov of doping

sportschau.de: IOC verliert vor Schweizer Gericht - 28 russische Sportler freigesprochen

sportsintegritiyinitiative.com: IOC accused of hiding evidence that Russian athletes were not doping

 

 

Ist ein wirksamer Antidopingkampf nur möglich im Verzicht auf fundamentale Menschenrechte, mit totaler Kontrolle? Sportpsychologe Prof. Dr. Oliver Stoll spricht im Interview über die Dilemmata des Leistungssportsystems, in dem er selbst vor der Entscheidung stehen könnte, seine Arbeit innerhalb dieses Systems aufzugeben. Er betrachtet die Aussagen Johannes Dürrs als glaubwürdig. 17./18./20.1.2019:

Meinung: Er wäre nicht der erste, der aus Gründen eigener Glaubwürdigkeit und Integrität diesen Schritt zurück machte (drop out durch Doping). Oliver Stolls Antworten im zu lesenden Interview wirken so, als seien ihm die von Dürr geschilderten Bedingungen, in die Leistungssportler geraten, bislang nicht vertraut. Das entspräche dem altbekannten und von Seiten des Sports gerade wieder aktuellen Reaktionsmuster, wonach Geständnisse als neue, Erstaunen hervorrufende Erkenntnisse dargestellt werden. Dürr schildert nichts Neues, er beschreibt nur wieder, wie viele Sportler*innen und Kenner des Systems zuvor, die Mechanismen. die eine Dopingkarriere provozieren können und die längst Teil einer glaubwürdigen Dopingprävention sind bzw. sein sollten.

sportschau.de: „Stimmen Dürrs Aussagen, hat der Leistungssport ein Problem“

sportschau.de: Warum Sportler dopen

zu Reaktionen auf Dürrs Aussagensiehe hierzu auch folgenden Kommentar: SZ: All die schwarzen Schafe

 

 

Ex-Bobpilot Alexander Zubkov wurde zuletzt vom CAS für schuldig befunden, anlässlich der OS in Sotchi Urin manipuliert zu haben und zusammen mit drei anderen russischen Bobfahrern für je zwei Jahre gesperrt. Dennoch ist er Präsident des russischen Bobverbandes. Ein Moskauer Gericht hatte zudem in erster und zweiter Instanz geurteilt, dass Zubkov seine Medaillen behalten kann, da das CAS in Russland keine Relevanz habe. Das Russische Olympische Komitee forderte nun Zubkov auf, als Präsident des Bobverbandes RBF zurück zu treten. Wenn dieser sich weigert, droht die Suspendierung des Verbandes durch den Internationalen Bobverband IBSF.

Af Druck trat daraufhin Zubkov zumindest vorübergehend von seinem Amt zurück. 17./22.1.2019:

insidethegames.biz: Doping ban prompts ROC to call for Zubkov to stand down as Russian Bobsleigh Federation President

insidethegames.biz: Sochi 2014 bid leader takes interim charge as Zubkov temporarily steps down as RBF President

 

 

Die Übertragung der Daten des Moskauer Anti-Doping-Labors für die WADA ist abgeschlossen. 17./18.1.2019:

WADA: WADA successfully retrieves data from Moscow Laboratory

sportschau.de: McLaren: "Daten aus Moskau könnten Hunderte Dopingfälle offenlegen"

 

 

Der österreichische Langläufer Johannes Dürr wurde vor den OS in Sotchi positiv auf EPO getestet. Jetzt hat er seine Dopinggeschichte erzählt. Dabei gibt er Hinweise auf verbreitetes Doping im Skilanglauf, Spuren führen auch nach Deutschland. Namen nennt er keine, so dass das unterstützende Umfeld kaum fassbar ist. Der ÖSV dementiert jedenfalls jegliches Mitwissen und betont, dass das gesamte Betreuerumfeld bestens vom Verband zu Antidopingfragen geschult werde. 16./17./19.1.2019:

sportschau.de: Doping im Langlauf. Geheimsache Doping - der betrogene Betrüger

sportschau.de: Cross-Country Skiing. The Duped Cheat

sportschau.de: ÖSV-Sprecher: „Schwarze Schafe sind nie auszuschließen“

sportschau.de Die große Heuchelei

DLF: Doping-Ermittlungen nach ARD-Doku„Dass man so zu einem Fall kommt, ist eine Ausnahme“

 

 

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Hintergrund >>> c4f: Team Sky und Doping

>>> c4f: Dr. Mark Bonar

 

 

Der belgische Arzt Dr. Chris Mertens wurde wegen Verletzungen des Dopingreglements, explizit um Behandlungen mit Eigenblut-Ozontherapien, von dem Gericht in Leuven zu 6 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt (Belgien hat seit 1965 ein Anti-Doping-Gesetz). Die Angelegenheit war bekannt geworden, als Radrennfahrer Tom Meeusen Anfang des Jahres 2013 untersagt wurde, ein Rennen zu fahren, da er in Ermittlungen um Arzt Mertens, die 2012 begannen, eingebunden sei. Bei einer Hausdurchsuchung in der Arztpraxis wurden verschiedene Unterlagen, auch Patientendossiers, sicher gestellt. Auch der belgische Radsportverband war damals unter Druck geraten (live-radsport.ch, 7.1.2013). Im nun abgeschlossenen Gerichtsverfahren ging es um drei Anklagepunkte, die den Zeitraum zwischen dem 7. Januar 2009 und dem 2. Januar 2013 betrafen: die Anwendung von Ozontherapien, Injektionen mit Eisen- und Eiweißpräparaten und um Unterstützung von Sportlern bei der Umgehung des Dopingreglements. Zu den Patienten des Arztes gehörten 20 Sportler/innen, darunter die Radsportler Van Avermaet, Ben Hermans, Kevin Hulsmans, Bart Wellens, Tom Meeusen, Vincent Baestaens, Bert Jammaer und Rob Goris. 15.1.2019:

nieuwsblad.be: Zes maand cel met uitstel voor ozondokter: mailverkeer met sporters deed hem de das om

hln.be: Ozondokter krijgt zes maanden met uitstel

 

 

Die UCI wird erst ab dem 1.3.2019 das opiodhaltige Schmerzmittel Tramadol in Wettkämpfen verbieten, nicht schon ab dem 1.1. wie ursprünglich geplant. Tramadol ist bei uns nicht verschreibungspflichtig und soll insbesondere im Radsport häufig eingesetzt werden. Es hat einen negativen Einfluss auf das Fahrverhalten und kann abhängig machen. Die WADA untersucht noch ein mögliches Verbot.

Andere opioidhaltige Schmerzmittel sind längst zu einem großen Problem im Sport und Gesellschaften geworden. In den USA sind es Mittel wie Oxycodon und Fentanyl. Obwohl verschreibungspflichtig werden sie unkontrolliert verordnet und illegal hergestellt und vertrieben. Die Pharmaindustrie widersetzt sich seit Beginn der Markteinführung einer stärkeren Kontrolle, es ist ein Milliardendollarmarkt. Im Jahr 2011 wurde eine Untersuchung der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) über den Schmerzmittelmissbrauch in der NFL veröffentlicht. Danach litten nach dem Karriereende nicht wenige Sportler an einer Schmerzmittelabhängigkeit. Die Forscher plädierten an die Sportverantwortlichen, Präventionsprogramme zu entwickeln, doch aus der NFL kam nur die Antwort, die regelmäßig durchgeführten Drogentests würden ausreichen - allerdings sind diese Termine den Sportlern immer im Voraus bekannt. Eine Hilfe nach der Karriere existiert nicht. 15.1.2019:

UCI: Tramadol ban: All you need to know

cyclingnews: Tramadol ban to come into effect on March 1

ESPN: Painkiller misuse numbs NFL pain, 28.1.2011

 

 

Stimmen zum Stand der Causa WADA/Russland. 14./15.1.2019:

sportsscientists.com: Ross Tucker: WADA, Russian doping, ‘realpolitik’ and the ignored voice of athletes

ssportsintegrityinitiative.com: Andy Brown: How sport’s failure to hold Russia to account led to an unacceptable situation

sportschau.de: Nick Butler, Hajo Seppelt: Fiasko im Fall Russland steht für Versagen des Anti-Doping-Systems insgesamt

 

 

Die digitalen Möglichkeiten werden den Leistungssportsport entscheidend verändern. Vieles mutet wie Phantastereien an, doch angesichts dessen, was heute schon möglich ist, dürfte die zu erwartende Realität den heutigen Leistungssport und damit verbundenen Diskussionen als Peanuts erscheinen lassen. 13.1.2019:

DLF Sportgespräch: Sascha Schmidt „Die Frage ist, wie Fairness hergestellt werden kann“

 

 

Im November 2018 urteilte das höchste Moskauer Gericht, dass Bobfahrer Alexander Zubkov seine beiden Goldmedaillen von den OS in Sotchi behalten kann und damit das anderslautende CAS-Urteil für ungültig erklärte. Das IOC erhob Einspruch und verlor jetzt.

Derweil beklagt der Russische Bobverband den Verlust an Sponsoren aufgrund der Dopingvorfälle. 11./12.1.2019:

AP: Russian court says bobsledder can keep Olympic titles

insidthegames.biz: Zubkov admits sponsors have fled Russian Bobsleigh Federation following doping scandals

 

 

Wie sicher sind die Dopingkontrollflaschen, in denen die Proben gelagert werden, zu verschließen? Diese Frage stellt sich erneut, nachdem ein norwegischer Sportler mit einem Video Probleme mit dem Verschließen einer Blutprobe aufzeichnete. 11.1.2019:

spiegel.de: Einmal kräftig gedreht, dann war das Ding offen

 

 

Ein weiterer Sportminister aus Europa zeigt Interesse an der Nachfolge von Craig Reedie als WADA-Präsident. Der flämische Sportminister Philippe Muyters wurde angeblich dazu überredet, sich nominieren zu lassen. Dabei scheint es vor allem darum zu gehen, eine Alternative zu Linda Helleand zu finden, die wohl vielen zu 'radikal' agiert. Europa kann nur einen Kandidaten/eine Kandidatin nominieren. 10.1.2019:

insidethegames.biz: Flemish Sports Minister Muyters declares intention to stand for WADA President

 

 

Die WADA erlaubt das Einatmen von Sauerstoff, die FIS nicht. Die FIS aberkannte nun Stefan Luitz den Weltcupsieg in Beaver Creek-Rennen vom 2.12.2018, der vor dem Rennen mit Sauerstoff versorgt worden war. Die Teamleitung gab an, die FIS-Regelung nicht geknnt zu haben. Bekannt wurde der Verstoß aufgrund eines anonymen Hinweises. 7./10./14./15./28.12.2018/10.1.2019:

skionline.ski: DSV-Läufern droht nachträgliche Disqualifikation

SZ: Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

spiegel.de: Saurer Stoff

spiegel.de: Ski-Weltverband will Luitz Sensationssieg aberkennen

sportschau.de: Deutscher Alpinchef will FIS-Disqualifikation nicht hinnehmen

DLF: Fall Luitz„Viele Leute haben geschlafen“

DLF: Luitz wehrt sich gegen Disqualifizierung nach Weltcup-Sieg

FIS: FIS Hearing Panel Ruling on Stefan Luitz Case

 

 

Die WADA griff die Diskussion um den Dopingtest des 90jährigen Radsportlers auf und betonte, sie arbeite an dem Komplex, doch einfach sei dies nicht zu lösen. Es sei ihr aber wichtig, nicht Sportler zu bestrafen, die unverschuldet positiv getestet würden aufgrund nationaler Gegebenheiten wie verbreitete Fleischkontaminationen und erlaubter Nahrungsergänzungsmitteln mit vielen und hohen Anteilen und Verunreinigungen verbotener Substanzen. Die WADA fordert die USADA auf, sich in den USA und vor allem bei der amerikanischen Nahrungsergänzungsmittel-Industrie verstärkt dafür einzusetzen, dass die breite Palette der Nahrungsergänzungsmittel dopingmittelfrei seien. 10.1.2019:

insidethegames.biz: WADA claim "continuously striving" to catch cheats and not accidental dopers after 90-year-old cyclist fails test

Hintergrund: Nahrungsergänzungsmittel haben in den USA eine lange Tradition und sind seit Jahrzehnten in der Gesamtgesellschaft weit verbreitet. Die größten Dopingskandale stehen damit in Verbindung. Hersteller, Trainer und Anti-Aging-Kliniken nutzten die Möglichkeiten. Der Markt ist höchst lukrativ.

>>> c4f: USA und Doping, Affairen

 

 

Der Fall eines 90jährigen Radsportlers, der nach einem Weltrekord positiv auf Trenbolon getestet wurde, schlug weltweit hohe Wellen. Der Fahrer verlor seinen Rekord, wurde aber nur verwarnt und kann weiter starten. Die Ursache des Befundes konnte nicht geklärt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist kontaminiertes Fleisch die Ursache, aber auch ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel könnte nicht völlig ausgeschlossen werden. Sicher sei, dass keine Absicht dahinter stand. Die USADA musste sich nach Bekanntwerden des Falles vieler Kritik stellen. Kontrollen von Sportlern in diesem hohen Alter werfen u.a. die Frage auf, ob der organisatorische und finanzielle Aufwand noch verhältnismäßig ist. Trevis Tygart verteidigt die Kontrolle damit, dass es sich um einen Weltrekord gehandelt habe, hier sei eine Kontrolle vorgesehen. Zudem setzte sich die USADA seit Längerem dafür ein, dass die WADA-Verbotsliste verschlankt werde und damit Fälle verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel und Kontaminationen von Fleisch nicht mehr verfolgt würden und geringe Mengen verbotener Substanzen nicht mehr automatisch eine zu einer Sanktion führen würden. 8./9.1.2019:

nelonews.com: USADA CEO: 90-year-old’s world record triggered doping test

insidethegames.biz: USADA chief Tygart explains reasoning for test on 90-year-old amateur cyclist

AP: In shaming 90-year-old rider, anti-doping earns a black eye

 

 

Seit Oktober 2016 wurden zu 434 Fällen Hinweise bei der WADA-Hotline eingegangen. Die WADA selbst kann jedoch nur etwa 20% davon behandeln, da ihr die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen fehlen. Die Hinweise werden an Polizeibehörden, Sportverbände oder Nationale Anti-Doping-Organisationen weitergeleitet. Doch lediglich zwei Ermittler sind vorhanden, um nach zu verfolgen, zu welchen Ergebnissen sie führten. 4./5./7.1.2019:

nd: Günter Younger »Der Betrug stört sie einfach«

neues deutschland: WADA-Chefermittler Younger wünscht sich mehr Mitarbeiter, aber kein Zeugenschutzprogramm

sportsintegrityinitiative.com: WADA’s Intelligence & Investigations Department covering 20% of cases

 

 

Das WADA-Team, das unverrichteter Dinge aus Moskau zurück musste, erhält nun doch Zugang zu der Datenbank des Moskauer Labors. Die Sunday Times hatte zuerst davon berichtet. Dies wurde angeblich letzte Woche von Sportminister Pavel Kolobkov zugesichert. 6./7.1.2019:

The Sunday Times: Russia finally relents in doping stand-off

sid: Medien: Russland zu Übergabe von Labordaten bereit

WADA: WADA expert team to return to Moscow

 

Sollte die ungehinderte Übergabe der Daten tatsächlich erfolgen, wäre das für David Walsh der lang gewünschte Durchbruch für saubere Athlet*innen und die WADA, ungeachtet der vielen unwürdigen Hinhaltetaktiken im Vorfeld. Er gibt zu bedenken, dass Russland von vielen als das große Übel angesehen wird, aber der Westen/Großbritannien seine eigenen großen Skandale im Auge behalten sollte, die längst nicht alle aufgeklärt sind wie z.B. die Vorgänge rund um das Nike Oregon Project und rund um Team Sky und British Cycling, zu denen sich Anfang Februar Arzt Richard Freeman vor dem General Medical Council einer Anhörung stellen muss. 6.1.2019:

The Sunday Times: Justice looming for Russia after years of giving Wada the runaround

 

 

Nachdem die WADA-Kommission keinen Zugang zu den Daten im Moskauer Labor erhalten hat, werden die Forderungen der Kompromissbereitschaft der WADA und damit nach der erneuten Suspendierung der RUSADA laut. Das WADA-Exekutiv Komitee wird Mitte Januar darüber entscheiden. IOC-Präsident Bach sieht allerdings keinen Grund zum harten Handeln, Russland sei genug bestraft, daher werde das russische Olympische Komitee weiter zugelassen und damit auch die russischen Sportler*innen für die Olympischen Spiele 2020. 1./2./3./4./6./10.1.2019:

WADA: WADA update on extraction of Moscow Laboratory data and RUSADA compliance status

WADA: Statement from the WADA Athlete Committee on Russian Compliance situation

NADA: Statement from National Anti-Doping Organisations on Russia Compliance Deadline (Australia, Austria, Canada, Denmark, Finland, France, Germany, Ireland, Japan, Netherlands, New Zealand, Norway, Poland, Singapore, Sweden, and USA)

Sport Ireland: Sport Ireland Statement on Russia Compliance Deadline

UKAD: UKAD releases statement following Russia’s missed WADA deadline

BBC: Russian doping: Wada vice-president wants 'rapid' action after deadline missed

insidethegames.biz: WADA urged to "immediately" declare Russia non-compliant as global response to deadline miss continues

Samuelsson (athlet) / Taylor (WADA): Open Letter from Sebastian Samuelsson to the Chair of WADA Compliance Committee, Mr. Jonathan Taylor and answer

BBC: Russian doping: Head of key Wada panel defends waiting to decide on next action

insidethegames.biz: IOC Athletes' Commission call for WADA Compliance Review Committee to recommend immediate measures after missed RUSADA deadline

insidethegames.biz: Richard Pound: What's really going on?

sportsintegrityinitiative.com: Another point of view* from Doug MacQuarrie, Chair of iNADO

 

 

Neujahrsmitteilung an die WADA-Stakeholder von Reedie und Niggli. 5.1.2019:

WADA: New Year Message to Stakeholders from WADA President and Director General

 

 

Ex-Radsportler Christophe Bassons, vor allem bekannt wegen seiner klaren Anti-Doping-Haltung während seiner aktiven Zeit in der Armstrong-Ära und von diesem damals öffentlich gemobbt, ist seit einigen Jahren in Frankeich eingebunden in den Doping-Kontrollprozess und in die Prävention. 2012 wurde ihm nach einem Amateurrennen, an dem er teilnahm, vorgeworfen, er habe sich einer Dopingkontrolle entzogen und wurde für vom Französischen Radsportverband FFC für ein Jahr gesperrt. In der Revision wurde die Sperre auf einen Monat verkürzt. Bassons ging vor Gericht und verklagte den Verband, der ihn von allen Vorwürfen frei sprach und den Verband zu einer Geldstrafe verurteilte. Daraufhin ging der FFC in Berufung und verlor, der zu zahlende Geldbetrag an Bassons wurde noch erhöht. 4./7.1.2019:

sport365.fr: Cyclisme – Justice : Bassons obtient gain de cause face à la Fédération Française

Le Monde: Dopage : Christophe Bassons blanchi par l'AFLD, 2.5.2013

cyclingweekly.com: Anti-doping campaigner Christophe Bassons given compensation by French federation after ban

 

 

FairSport, eine unabhängige Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Athletinnen und Athleten weltweit umfassend zu unterstützen, wenn sie gegen Korruption und Doping im Sport aussagen möchten, setzen sich für Linda Helleland in ihrem Wahlkampf zur WADA-Präsidentin ein. Neben juristischer, finanzieller Begleitung bietet FairSport auch Hilfe im Umgang mit den Medien und Hilfe bei der Lebensplanung an. Im Verein engagieren sich u.a. Claudia Böckel, Athletensprecherin, und Joseph de Pencier, iNADO-Mitbegründer. Helleland fordert seit Langem von der WADA ein konsequente Vorgehen gegen Russland und stellt sich offen gegen das Taktieren und Gemauschel der WADA-Spitze, insbesondere von Craig Reedie. 3.1.2019:

insidethegames.biz: FairSport give official backing to Helleland in race for WADA Presidency

 



Dezember 2018



taz, 31.12.2018:
Jan Ullrich steht ein langer, schwieriger Weg bevor. In der Zwischenzeit ist die Öffentlichkeit gefordert, wie Gunter Gebauer sagt, sich mit dem „äußersten Verständnis und der äußersten Nachsicht“, Jan Ullrich und allen anderen Athleten zuzuwenden, die mit einem Übergang in ein Leben nach dem Sport ringen. Dazu gehört auch, sich zu fragen, was alle, die in irgendeiner Form am Sport teilhaben, zu dieser Katastrophe beigetragen haben.
Die Medien und Fans, die, so Gebauer, zwischen „einem Voyeurismus des Sieges und einem Voyeurismus der Tragik“ changieren; die Politik und die Wirtschaft, die Siege und Medaillen fordern, sich aber vor ihrer Verantwortung gegenüber den Athleten drücken. Und die Moralisten, die Doping-„Sünder“ kriminalisieren, anstatt Doping als Teil des problematischen Gesamtkomplexes Leistungssport zu begreifen.
................................................

Wie meistern Leistungssportler*innen ihr Leben nach der Sportkarriere? Viele schaffen es nur schwer, sich beruflich und privat ein neues zufriedenstellendes Leben aufzubauen und scheitern in vielerlei Hinsicht. Ein bekanntes Phänomen, vielfach diskutiert, doch noch häufig werden die Betroffenen allein gelassen. Aber geht etwas schief, ist die mediale und damit öffentliche Aufmerksamkeit nicht weit. Insbesondere mit negativen Schlagzeilen wie Doping verknüpfte Personen müssen damit rechnen, unter besonderer Aufmerksamkeit zu stehen. 31.12.2018:

taz: Die Tragik des Jan Ullrich

 

 

Cheforganisator der Olympischen Sommerspiele in London 2012 Sebastian Coe verkündete lautstark, dies würden die saubersten Sommerspiele ever. Die Realität mit den vielen Nachtests zeichnen ein anderes Bild - wahrscheinlich gehören sie in die oberste Kategorie der schmutzigsten. Mittlerweile liegen 116 positive Nachweise vor. Schaut man darüber hinaus auf positive und zweifelhafte Fälle im Vorfeld und im Nachhinein der Spiele, wie die Mail on Sunday im Juli 2017, erscheinen 87 Namen von Finalist*innen der Spiele (von insgesamt 656 Finalteilnehmer/innen). Erweitert man den als verdächtig geltenden Hintergrund zusätzlich, z.B. um Zusammenarbeit mit zweifelhaften Trainern und um nicht wahrgenommene Tests (missed tests), erhöht sich diese Zahl auf 138. Somit bestehen neben den offiziell überführten 116 Sportler*innen weitere 215 Finalist*innen, die zu Zweifeln Anlass geben können. Dies hieße, dass ca. 30 % der Finalteilnehmer*innen gedopt gewesen sein könnten. 30.12.2018/8.1.2019:

spe15.com: Dopage : un record d’athlètes dopés aux JO de Londres ?

mailonsunday,co.uk: As athletics returns to London five years on from what was hailed a glorious Games... was 2012 in fact the dirtiest Olympics ever?, 29.7.2017

the guardian: London 2012’s 'clean' Games boast in ruins as failed doping tests pile up

 

 

Das CAS wird ab 2019 Anhörungen öffentlich übertragen, sofern eine der Parteien das beantragt. Dies ist eine Konsequenz aus den Urteilen des Europäische Menschenrechtsgerichtshofs in den Fällen Pechstein und Mutu. Eine neue Website des CAS wird die Videoübertragungen bereitstellen. 28.12.2018:

CAS/TAS: COMPOSITION OF THE INTERNATIONAL COUNCIL OF ARBITRATION FOR SPORT (ICAS) FOR THE PERIOD 1 JANUARY 2019–31 DECEMBER 2022

THE PERMANENT CASANTI-DOPING DIVISION READY TO OPERATE – REVISED CASRULES IN FORCE AS FROM 1 JANUARY 2019:

"As a consequence of the above-mentioned changes, the Code of Sports-related Arbitration has been amended and its new edition, published on the CAS website, www.tas-cas.org, will be applicable as from 1 January 2019. This new version also includes a provision regarding the possibility for CAS to hold public hearings, following the recent decision of the European Court of Human Rights (ECHR) in the cases Pechstein & Mutu v/ Switzerland."

sid: Folge des Pechstein-Urteils: CAS-Anhörungen können öffentlich abgehalten werden

 

 

China wird voraussichtlich in 2019 seine Anti-Doping-Gesetzgebung drastisch verschärfen. Danach wird Doping eine kriminelles Vergehen und kann mit Gefängnis bestraft werden. Damit möchte China auch der Welt zeigen, dass es den Anti-Doping-Kampf ernst nimmt. Angeblich unterstützt eine breite Öffentlichkeit dieses Vorgehen. (- Solche Strafverschärfungen in nicht demokratisch regierten Ländern sollten sicherlich unter Menschenrechtsgesichtspunkten kritisch begleitet werden. Man kann hiermit auch generell die Einführung staatlicher Anti-Doping-Gesetzgebungen hinterfragen.) 28.12.2018:

xinhuanet.com: (Sports Focus) China to reject doping-tainted medals, impose criminal penalties

insidethegames.biz: China to make doping a criminal offence and warns athletes who test positive could be sent to prison

 

 

Interview mit dem Münchner Doping-Schwerpunkt Staatsanwalt Kai Gräber: Vor drei Jahren wurde das deutsche Anti-Doping-Gesetz verabschiedet. Es sollte im Spitzensportbereich greifen. Doch davon bleibt zur Zeit nur Ernüchterung, viele damaligen Kritiker behalten recht. Die Aufklärungsquote ist genauso gering wie eh und je. Entweder es gibt tatsächlich nur wenige dopende Sportler/innen im deutschen Hochleistungssport oder das Anti-Doping-Kontrollsystem versagt und damit scheint auch das Gesetz in weiten Teilen sinnlos. Ob eine nachträgliche Enfügung einer Kronzeugenregelung in das Gesetz helfen könnte? Und wie die beklagte Abschottung der Sports, der Sportverbände aufgebrochen werden könnte, ist ebenfalls unklar. 27.12.2018:

SZ: "Der Sport will unter sich bleiben"

Hintergrund: Kritik am Doping-Kontrollsystem

>>> c4f: Dopingkontrollen - Interview mit Dopingkontrolleur Sven Laforce

 

 

Nun soll es Putin richten. 27.12.2018:

insidethegames.biz: RUSADA director general calls on Putin to help reach urgent resolution on Moscow Laboratory data access

spiegel.de: "Herr Präsident, schützen Sie unseren sauberen Sport"

 

 

Die fünfköpfige WADA-Delegation musste unverrichteter Dinge aus Moskau zurück fahren. Ihre technische Ausrüstung, mit der sie die Daten aus der Labordatenbank extrahieren wollte, müsse erst danach überprüft werden, ob sie russischem Recht genüge. In den Vorgesprächen war davon nie die Rede. Damit dürfte die Deadline 31.12.18 für die Überlassung der Daten überschritten werden. Jetzt müsste eigentlich eine erneute Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA folgen.

21./22./24.12.2018:

WADA: Update on WADA mission to extract Moscow Laboratory data

insidethegames.biz: Russia on verge of having suspension reimposed by WADA after they deny access to laboratory data

insidethegames.biz: Ganus warns blocking WADA inspection team from Moscow Laboratory could be "devastating" for Russian sport

insidethegames.biz: Russian Sports Minister says Moscow Laboratory is ready for another visit from WADA

 

 

Nach Nachtests von Urinproben der Olympischen Spiele 2012 wurden weitere 5 Gewichtheber wegen Dopings vorläufig suspendiert. Zudem gibt es 8 neue Fälle. 22./27.12.2018:

IWF: PUBLIC DISCLOSURE

spiegel.de: Nachtests überführen prominente Gewichtheber

insidethegames.biz: Olympic medallist Iovu facing lifetime ban as IWF announce eight more doping violations

Hintergrund IWF Dopingfälle

 

 

Putin leugnet nicht mehr, dass Russland ein großes Dopingproblem hat, doch staatlich gelenkt sei es nicht und nicht gewesen. 21.12.2018:

insidethegames.biz: Putin admits widespread doping did take place but again denies Russian state involvement

 

 

Vitaly Mutko ist als Präsident des Russischen Fußballverbandes zurück getreten. 19.12.2018:

insidethegames.biz: Mutko steps down as Russian Football Union President

 

 

Die IAAF aktualisierte ihre Richtlinien für die Anerkennung russischer Sportler*innen als 'neutrale Athleten'. Dieser Status erlaubt ihnen, trotz Suspendierung des russischen Leichtathletikverbandes international zu starten. 18.12.2018:

IAAF: IAAF Doping Review Board approves Guidance Note for 2019 neutral athlete status

 

 

Lautstark und engagiert fordern Athletinnen und Athleten, überwiegend aus Europa und den USA, in letzter Zeit Mitsprache in den Verbänden und Organisationen ein. Auch in Doping-Angelegenheiten wollen sie gehört werden. Doch am Beispiel der IBU zeigt sich, wie schwierig dieses Anliegen sich in der Praxis gestalten kann. Hier gelang es bislang nicht eine/n Vertreter/in für die externe Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe gegen den Verband zu finden. Neben vielen logistischen Problemen sind sicherlich auch Abhängigkeiten mit der Furcht vor Repressalien hinderlich für Engagement. Zudem dürften die Beziehungen der Sportler*innen untereinander mangels klarer und wegen widersprüchlicher Haltungen das Leben miteinander erschweren. Die Gefahr isoliert zu werden, ist hoch. 18.12.2018:

sportschau.de: Kaum Druck auf Funktionäre

Biathlon-Skandal - nur Fourcade bläst zur Jagd

sportschau.de: Only Fourcade blows for hunting

 

 

Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Studie an der Deutschen Sporthochschule Köln wurden Mitte November im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt. An der Studie beteiligten sich 627 Athletinnen und Athleten aus 43 Sportarten. Gefragt wurde u.a. nach Kenntnissen des NADA/WADA-Codes und nach eigenem Dopingverhalten und dem anderer. Es scheint alles im grünen Bereich: die Kenntnisse über das Reglement sind gut, die allgemeinen Maßnahmen der NADA finden Zustimmung und die Dopingrate ist nach eigenen Angaben der Athlet*innen gering, lediglich 3% der Befragten gaben an, verbotene Mittel zu nehmen. Das Misstrauen gegenüber deutschen Konkurrenten ist ebenfalls gering im Gegensatz zu der Einschätzung der internationalen Gegener*innen: diese könnten nach Ansicht von 76% der Studienteilnehmer*innen gedopt sein. Deutschland - eine fast dopingfreie Leistungssportinsel?

dshs-koeln.de: Neue Erkenntnisse in der Anti-Doping-Arbeit, 16.11.2018

Vielleicht interessant eine Umfrage aus den Jahren 1986/1987

>>> c4f: Umfrage unter Sportlerinnen und Sportlern 1986/1987, hier Thema Doping

 

 

Der Fall Froome mit den umstrittenen Analysen und Interpretationen seiner Salbutamol-Werte gibt weiterhin Anlass zu Diskussionen. Laut Mario Thevis, Köln, hätte mit einem zusätzlichen Bluttest, der Blutstropfenanalyse, schneller Klarheit erreicht werden können. Dieser Test bereits angewendet werden, doch von der WADA vorgeschrieben ist er noch nicht. 16.12.2018:

DLF: Wie man den Fall Froome hätte lösen können

 

 

Die WADA erlaubt das Einatmen von Sauerstoff, die FIS nicht. Nun droht WC-Sieger Stefan Luitz, oder gar der gesamten DSV-Mannschaft, die nachträgliche Disqualifikation vom Beaver Creek-Rennen, da der Teamleitung diese DSV-Regelung nicht bekannt gewesen sei und der Läufer daher vor dem Rennen entsprechend mit Sauerstoff versorgt worden war. Bekannt wurde dies aufgrund eines anonymen Hinweises. 7./10./14./15./28.12.2018:

skionline.ski: DSV-Läufern droht nachträgliche Disqualifikation

SZ: Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

spiegel.de: Saurer Stoff

spiegel.de: Ski-Weltverband will Luitz Sensationssieg aberkennen

sportschau.de: Deutscher Alpinchef will FIS-Disqualifikation nicht hinnehmen

DLF: Fall Luitz„Viele Leute haben geschlafen“

DLF: Luitz wehrt sich gegen Disqualifizierung nach Weltcup-Sieg

 

 

Vom Coca-Wein zu Coca Cola: In den 1860er Jahren hatte der in Paris lebende korsische Pharmazeut Angelo Mariani eine Idee, die sich auszahlen sollte: Er kreierte den Wein Mariani, einen Bordeaux-Wein mit der Beigabe von Coka-Extrakten, die Kokain enthielten, den er überaus erfolgreich vermarkten konnte. Es gab zwar schon andere ähnliche Produkte, doch dieser Wein hatte wohl den Vorteil, dass er ab 1874 vor allem über Apotheken vertrieben wurde und damit schnell den Ruf, gesund zu sein, hatte. Die Coca-Pflanzen zog Mariani selbst heran. Der Wein wurde schnell in vielen Sportlerkreisen beliebt, insbesondere unter Radsportlern, als die Ausdauer förderndes Mittel, das die Müdigkeit während der langen Rennen unterdrücken konnte. Grandiose Siege sollen damit eingefahren worden sein. Aus diesen Gründen wurde der Wein auch in anderen, auch hochgestellten gesellschaftlichen Kreisen überaus geschätzt. Veröffentlichungen entsprechender Dankesschreiben erwiesen sich als erfolgreiche Vermarktungsstrategie. Niederlassungen in New York, Montréal und London folgten. Die Prohibition in den USA führte dazu, dass gegen Ende der 1880er Jahre ein neues Produkt ohne Alkohol - Coca-Cola - von John Pemberton entwickelt wurde. 1910 wurde dann in Frankreich Kokain verboten und damit verschwand der Wein Mariani vom Markt aber nicht das Kokain. In letzter Jahren wird versucht den Wein Mariani und andere Produkte auf Cokablätter -Basis ohne Kokain erneut auf den Markt zu bringen. 15.12.2018:

Libération: Dopage : quand les sportifs vantaient les mérites d'un vin aux feuilles de coca

le Figaro: Un autodidacte corse remet au goût du jour ce tonique à l'alcool de cocaïer qui connut un succès énorme il y a un siècle. Histoire d'une réinvention., 28.2.2017

 

 

Das deutsche Anti-Doping-Gesetz wurde mit viel Getöse und Diskussionen verabschiedet, doch bis heute zeigt es wenig Resultate. Staatsanwaltschaften, auch Schwerpunktstaatsanwaltschaften, ermitteln meist nur im Hobby- und Freizeitsport. Dabei wird jedoch deutlich, dass Doping, Dopingmittelherstellung und -vertrieb weit verbreitet sind, aber die eigentliche Zielgruppe des Gesetzes, der nationale und internationale Leistungssport, weiterhin ein versiegeltes Terrain bleibt. 14.12.2018:

merkur.de: In der Doping-Hexenküche

Hintergrund >>>> c4f: deutsche Anti-Doping-Gesetzgebung

 

 

Am Vorabend des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen informierte die österreichische Polizei die russische Mannschaft darüber, dass gegen sie ermittelt werde. Eine Razzia fand nicht statt. Gegen fünf Betreuer und fünf Sportler liegen Verdachtsmomente zu schwerem Betrug im Zusammenhang mit Doping während des WC in Hochfilzen 2017 vor. 13./17.12.2018:

sportschau.de: Russische Biathleten in Not

sportschau.de: “I would be ashamed“

insidethegames.biz: Russian Ambassador to Austria says no evidence of doping by Russian biathletes as IBU confirm no action "at this time"

insidethegames.biz: External Review Commission claim "important evidence" in Austrian criminal file after delivering interim report to IBU

 

 

Am 11./12.12.2018 findet eine Überprüfung in Moskau durch eine WADA-Experten-Gruppe hinsichtlich der Compliance-Ansprüchen der WADA statt. Der Besuch ist Teil des umfassenderen Audits der RUSADA, dessen Ergebnisse darüber entscheiden wird, ob die RUSADA, und damit Russland, wieder voll zugelassen werden. Noch ungeklärt ist, ob die WADA tatsächlich den zugesagten vollen Zugriff auf die Datenbank des Moskauer Anti-Doping-Labors erhalten wird. Deadline für die Aufhebung der provisorischen Zulassung Russlands ist der 31.12.2018. Die Alternativen sind volle Wiederzulassung oder Suspendierung unter verschärften Bedingungen. 11.12.2018:

insidethegames.biz: WADA begins audit of Russian Anti-Doping Agency as key deadline looms

 

 

Die nigerianische Anti-Doping-Agentur wurde von de WADA als non-compliant eingestuft. 11.12.2018:

WADA: Nigerian National Anti-Doping Committee declared non-compliant with World Anti-Doping Code

 

 

Die Dopingverfehlungen und Korruptionsverflechtungen im internationalen Biathlonverband IBU unter dem alten Präsidium, auch hinsichtlich der Causa Russland, scheinen höchst vielfältig und sehr ausgeklügelt und daher nur mit hohem Aufwand aufzuklären bzw. zu entwirren. 4./6./7./11.12.2018:

sportschau.de: Wie die Biathlon-Bosse die Russen geschützt haben sollen

sportschau.de: Das dunkle Erbe

sportschau.de: The dark heritage

SZ: Wenn der Verbandssprecher im Nebenjob einen Callgirl-Betrieb unterhält

sportschau.de: Der Prominenten Liebling

sportschau.de: Wie die Hauptbeschuldigten ihre Verteidigungsstrategie anlegen. Biathlon-Skandal - Fachleute für weiße Kragen

sportshau.de: White collar specialists

 

 

Spieler, Anti-Doping-Beauftragte und Clubs der Fußballvereine 1. FC Kaiserslautern und Würzburger Kickers wurden vom Sportgericht des DFB wegen Verstößen gegen das Dopingreglement zu Geldstrafen verurteilt. Spieler beider Clubs hatten sich jeweils nach einem Spiel vor einer Dopingkontrolle der Chaperonbegleitung entzogen indem sie sich in die Teamkabinen verzogen und einige Zeit ohne Aufsicht waren. 11.12.2018:

DFB, Geldstrafen für Würzburg, zwei Spieler, Trainer und Beauftragten

DFB: Geldstrafen für Würzburg, zwei Spieler, Trainer und Beauftragten

 

 

Die dritte Phase der Überarbeitung des WADA-Codes für die Inkrafttretung 2021 ist angebrochen. Alle Stakeholder sind zur Mitarbeit aufgerufen. 10.12.2018:

WADA: WADA launches third phase of 2021 Code Review Process and second phase for International Standards

 

 

Der Verein Doping Opfer Hilfe DOH hat einen neuen Vorsitzenden, Gründungsmitglied Sportrechtsanwalt Michael Lehner. 6./7./8.12.2018:

spiegel.de: Ines Geipel verlässt DOH Konflikte mit der Chefin

SZ: Dopingopfer gegen Dopingopfer

FAZ: Doping-Opfer-Hilfe-Kommentar: Schlucken und Sterben

zeit.de: Geipels Vermächtnis

DLF: Doping-Opfer-Hilfe e.V.„Die dunkle Seite des Sports beleuchten“

 

 

WADA-Chefermittler Günter Younger zeigt sich recht optimistisch was den versprochenen Zugang zu den Daten des Moskauer Anti-Doping-Labors anbelangt. Zumindest hätten sie sich selbst genauestens vorbereitet.

Andere sind nicht so optimistisch und erwarten Datenmanipulationen. 7./8.12.2018:

sportschau.de: Die Fahndung läuft

DLF: Gespanntes Warten auf die Daten

DLF: Doping-Opfer-Hilfe e.V.„Die dunkle Seite des Sports beleuchten“

 

 

Mit einem neu entwickelten Algorithmus an der französischen Universität Nice-Sophia Antipolis, einem Modell der individuellen Leistungsentwicklungen, soll versucht werden, Dopingverhalten so zweifelsfrei wie möglich sichtbar zu machen. Gedacht ist dies vor allem als kostengünstige Ergänzung des Biologischen Passes, der teuer ist und damit nur eingeschränkt und kaum flächendeckend zur Anwendung kommt. Die IAAF ist Kooperationspartner und testet bereits. 5.12.2018:

lejournal.cnrs.fr: Des algorithmes pour dépister le dopage

 

 

Letzten Monat urteilte ein Moskauer Gericht, dass das CAS-Urteil zu Bobpilot Alexander Zubkov, in Russland nicht gelte. Nun legte das Russische Olympische Komitee ROC Einspruch gegen dieses Urteil ein. Das CAS hatte den Doping-Verdacht gegen Zubkov bestätigt, ihn als Teilnehmer der OS in Sotchi suspendiert und ihm die Medaillen aberkannt. Er war Anfang 2018 zum Präsidenten des russischen Bobverbands gewählt worden. 6.12.2018:

insidethegames.biz: Russian Olympic Committee to appeal Moscow court ruling on Zubkov doping disqualification

 

 

Edwin Moses, erfolgreicher US-amerikanischer Hürdenläufer in den 1970 und 80er Jahren, gilt als glaubwürdiger Anti-Doping-Kämpfer. Doping während seiner aktiven Zeit - Hochanabolikadopingzeit - konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Heute ist er Vorsitzender der amerikanischen Antidopingagentur und bei der Weltantidopingagentur verantwortlich für Prävention und Ausbildung. Im Interview spricht er über seine Karriere und Motivation. Er fordert dazu auf, sich laut und deutlich zu melden, wenn der Verdacht besteht oder erkennbar ist, dass etwas schief läuft. 5.12.2018:

Luzerner Zeitung: Interview Leichtathletikolympiasieger «Ed» Moses: «Doping – nicht nur ein russisches Problem»

 

 

Mikrodosierungen von Dopingmitteln sind schwer nachweisbar und sollen weit verbreitet sein. Eine dänische Studie soll nun nachgewiesen haben, dass Bluttransfusionen mit geringen Blutmengen bis zu 4,7% Leistungssteigerungen bei Radsportlern erbringen können. Untersucht wurde dies bei gut trainierten Männer im Alter von 29 Jahren. 5.12.2018:

sport.tv.dk: 'Chokerende' dansk forskning: Lille mængde bloddoping kan give stor forbedring

 

 

Eine kurze Übersicht zu Doping im Fußball. 5.12.2018:

goal.com: Doping in football: What is it, why do players do it & famous allegations

 

 

Ein umfassend angelegtes Projekt unter Federführung von Play the Game, unterstützt mit Geldern des europäische Eurasmus+-Programms, soll Kriterien entwickeln, die Voraussetzung sein sollten für eine glaubwürdige und gute Arbeit der Anti-Doping-Gemeinschaft und - organisationen (good governance). 5.12.2018:

Play the Game: Play the Game receives EU support for project to strengthen anti-doping governance

 

 

Nach dem offenen Streit um Personen und Arbeit des Vereins Doping Opfer Hilfe wird die bisherige Vorsitzende Ines Geipel zurück treten. 4.12.2018:

sportschau.de: Doping-Opfer-Hilfe - Ines Geipel tritt zurück

Hintergrund Zweites Gesetz über eine finanzielle Hilfe für Dopingopfer der DDR (Zweites Dopingopfer-Hilfegesetz)

Deutscher Bundestag, Kleine Anfrage ÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mögliche Regelungslücken beim Zweiten Dopingopfer-Hilfegesetz , 24.9.2018

 

 

Eine kleine Chronik der Causa Russland. 4.12.2018:

NZZ: Russlands Staatsdoping: die Chronik eines Skandals

 

 

Die IAAF hält die Suspendierung des Russischen Leichtathletikverbandes RUSAF aufrecht, da noch nicht alle Bedingungen erfüllt seien. 4.12.2018:

IAAF: Russian Federation (RusAF) reinstatement status

sportschau.de: Russlands Leichtathleten bleiben suspendiert

insidethegames.bz: IAAF extend ban on Russia into 2019 until data from Moscow Laboratory received

 

 

Welche Rolle spielte und spielt WADA-Präsident Craig Reedie in der Causa Russland? Es gibt ernst zu nehmende Hinweise, dass er von Anfang an nur widerstrebend und unter Druck gegen Russland ermitteln wollte. Auch heute noch hat es den Anschein, als hätte er kein Interesse an vollständiger Aufklärung und Durchsetzung der Auflagen und Reformen. 2.12.2018:

sportschau.de: WADA-Präsident Reedie: Seine zwielichtige Rolle im Russland-Skandal

sportschau.de: WADA-president Reedie plays sketchy role in Russia scandal

sportschau.de: Vollständige E-Mail von Reedie an Zhelanova

 

 

Recherchen der ARD-Dopingredaktion zeigen, dass im Riesenland Russland die versprochenen Reformen und teils schon länger bestehende Gesetze kaum umgesetzt werden. Problembewusstsein scheint kaum vorhanden. Und wenn Schuldige gesucht werden, sind es die Whistleblower wie Yulia und Vitali Stepanov und Rodchenko. 2.12.2018:

sportschau.de: Russland erfüllt eigene Anti-Doping-Verpflichtungen nicht

daserste.de: Video: Geheimsache Doping: Verräter – Die Folgen des Falls Russland

 







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